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Region Sehnde Nachrichten Leichenfund in Höver: Dorf unter Schock
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00:30 31.05.2018
Der Fundort der Leiche wird am Montag nochmals von Ermittlern untersucht. Quelle: Oliver Kühn
Höver

Unbekleidete junge Frau tot aufgefunden: Ausgerechnet zum Schützenfest hat das Dorf am Sonntagnachmittag von der grausigen Nachricht erfahren, dass ein Leichnam in einem Gebüsch am Wirtschaftsweg in der Verlängerung der Straße Gretlade hinter dem Gewerbegebiet gefunden worden ist. Kurz vor dem Umzug durch Höver habe sich die schreckliche Nachricht schnell über die sozialen Medien verbreitet und war dann Gesprächsthema im Ort, sagt Ortsbürgermeister Christoph Schemschat, seines Zeichens selbst Schütze: „Die Menschen hier waren geschockt und betroffen.“ Die Hintergründe sind bislang unklar, auch die Identität der Toten steht noch nicht fest. Am Montag waren Ermittler erneut am Fundort des Leichnams, um nach möglichen Spuren zu suchen.

Doch so sehr die Menschen auch Anteil an dem Schicksal der höchstens 30 Jahre alten Frau genommen haben – weitaus schlimmer war es für den Finder des Leichnams. Ein 80-jähriger Landwirt, zugleich auch Jäger, hatte bei einer kleinen Radtour den typischen Verwesungsgeruch in die Nase bekommen und war ihm gefolgt – in der Annahme, dass dort in dem schwer zugänglichen Gehölzstreifen irgendwo ein totes Tier liege.

Der Leichenfundort wird am Montag nochmals von Ermittlern untersucht. Quelle: Oliver Kühn

Als er schließlich Schleifspuren im hohen Gras am Wegrand entdeckte, sei er diesen gefolgt und ins dichte Gebüsch gekrochen, sagt die Tochter des Mannes, Elisabeth Schärling, die auch stellvertretende Ortsbürgermeisterin in Höver ist. Zunächst habe ihr Vater nichts entdeckt, doch dann sei er auf den Leichnam gestoßen und erst einmal erschauert. „Mein Vater ist eine Spürnase“, sagt Schärling. Zunächst habe die Tote ausgesehen wie eine Schaufensterpuppe, unbekleidet und starr. Doch beim zweiten Blick und dem Geruch in der Nase habe der 80-Jährige schnell gemerkt, dass dort ein toter Mensch liegt und sofort die Polizei alarmiert.

Obwohl der Fundort nach derzeitigem Stand vermutlich nicht der Tatort ist, fasziniert die Stelle offenbar so einige Menschen: Am Montag waren dort vermehrt Spaziergänger zu sehen, die angesichts der Polizei jedoch wieder abdrehten.

Der Fundort und die Schleifspuren sprechen dafür, dass die Tote tatsächlich von dem abgelegenen Wirtschaftsweg aus ins Gebüsch gebracht worden ist – und nicht von der B 65 die Böschung hinunter geworfen wurde. Dort können Autos kaum halten, zudem ist das Gestrüpp so dicht, dass dort ein Leichnam aller Wahrscheinlichkeit nach nicht bis unten zum Graben gerutscht wäre. Der 80-jährige Landwirt kennt die Örtlichkeit aus seiner aktiven Zeit als Jagdpächter, wenn dort Wild auf der B 65 überfahren wurde.

Am Wirtschaftsweg an der Gretlade hinter dem Gewerbegebiet hat ein ehemaliger Jäger den Leichnam gefunden. Quelle: Oliver Kühn

Im Kiosk an der Hannoverschen Straße in Höver war der Leichenfund am Montagmorgen ebenfalls Gesprächsthema Nummer eins. Auch für Inhaber Peter Zander war die Situation ein Novum, obwohl er seinen Laden bereits seit 31 Jahren betreibt: „Das war die erste Leiche, von der ich in Höver gehört habe.“ Auch in Emi’s Backstube mitten im Dorf haben Kunden den Vorfall angesprochen – aber nicht sensationslustig, wie die Verkäuferin sagt. Vielleicht seien viele Leute wegen der ständigen Nachrichten über Tod und Elend auch abgestumpft. Sie selbst habe am Sonntagabend telefonisch von einer Freundin von der Geschichte erfahren, sagt die Frau. Weitere Details wolle sie gar nicht wissen. Ortsbürgermeister Schemschat ist nun gespannt auf die Ermittlungen – und ob die Tote womöglich jemand aus der näheren Umgebung ist.

Von Oliver Kühn

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