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00:17 29.09.2018
Rund um das Thema Tontechnik will Andreas Seeband eine Ausstellung aufbauen. Quelle: Michael Schütz
Wehmingen

Das Gelände des Straßenbahnmuseums in Wehmingen wird immer mehr zu einer Vereinsgemeinschaft. Neben den Trambahnern selbst haben dort unlängst die Mobilen Welten eröffnet, und im hinteren Geländeteil werkeln Fernmeldeenthusiasten an einer ganz neuen Ausstellung. Direkt darunter hat jetzt das Norddeutsche Museum für Hifi- und Studiotechnik Logis bezogen. In der so genannten Halle 40, einem 1938 entstandenen Lagergebäude für Munitionsteile, kann der Trägerverein des Museums eine Fläche von 750 Quadratmetern nutzen. Im Jahr 2020 soll Eröffnung gefeiert werden.

750 Quadratmeter Fläche in einer alten Lagerhalle für Munitionsteile hat der Verein zur Verfügung Quelle: Michael Schütz

Initiator und Ideengeber ist Andreas Seeband aus Dolgen. Für den gelernten Starkstromelektriker im Ruhestand ist Musik ein wichtiger Teil seines Lebens. Dazu gehört aber nicht nur die eigentliche Tonkunst. Die notwendige Technik, damit Musik aufgenommen und wiedergegeben werden kann, fasziniert ihn ebenso. Und so hat er angefangen, alles zu sammeln, was vor allem im analogen Zeitalter entwickelt wurde.

Die Bandbreite reicht vom Grammophon für die Wohnstube bis hin zur historischen Aufnahmetechnik professioneller Tonstudios. Noch sind viele der 800 Schätze, die Seeband sein Eigen nennt, beim ihm in Dolgen untergebracht. Aber nach und nach sollen die meisten davon in Wehmingen eine Heimat finden und den Besuchern zugänglich gemacht werden. In der fertigen Ausstellung sollen die Besucher dann einen Eindruck über die Entwicklungsstufen der Technik zur Aufnahme und Wiedergabe von Musik bekommen.

Noch sind die Exponate im Regal gestapelt. Quelle: Michael Schütz

Dabei geht es nicht allein um das Anschauen. Zum Konzept der zukünftigen Ausstellung soll auch ein Auditorium mit 20 Sitzplätzen gehören. „Damit möchten wir die Möglichkeiten schaffen, in akustisch neutraler Umgebung den Musikgenuss als Kulturgut zu erfahren“, erklärt der 61-Jährige Seeband. Dazu und zur Schaffung einer offenen Werkstatt hat gerade eine Fachfirma Metallwände in die Halle gebaut. „Das Geld dafür haben wir durch den Verkauf doppelt vorhandener Geräte erwirtschaftet“, erläutert Seeband. Bis zur Eröffnung rechnet er mit Investitionskosten von rund 30.000 Euro. Die sollen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, aber auch durch Fördermittel der Stadt oder der Region zusammenkommen.

Lange Zeit hat Seeband seiner Sammelleidenschaft allein gefrönt. Erst als der Kontakt zum Museum zustande kam, hätten ihm die Straßenbahner dazu geraten, die Sammlung auf eine Vereinsbasis zu stellen, sagte der Dolgener. Seit 2015 existiert dieser Verein und hat zurzeit 18 Mitglieder. Interessenten mit und ohne eigene Geräte aus dem Bereich der Aufnahmetechnik sind aber willkommen und könnten sich unter der E-Mail-Adressemelden.

Schon 1954 ging es stereo zu

Einige kleine Schätzchen hat Andreas Seeband in seinem neuen Museum bereits zusammengetragen. So findet sich in Wehmingen eines der ersten Stereo-Aufnahmegeräte in Deutschland. „Das ist ein Telefunken M5 von 1954“, sagt Seeband: „Davon sind nur ungefähr 250 Exemplare hergestellt worden.“ In einer anderen Ecke des Raums stehen zwei Bandmaschinen aus dem ersten Nachkriegsaufnahmestudio, das 1948 in Bremen eingerichtet wurde. Darauf habe der Schlagersänger Ronny, der aus Bremen stammte, Lieder aufgenommen, erklärt der Dolgener. Später wurde Ronny als Produzent der Entdecker des Schlager-Kinderstars Heintje. Seine Musik sei das allerdings nicht, sagt Seeband, der selbst Gitarre spielt. Er habe zwar einen breit aufgestellten Musikgeschmack, aber es gebe auch Grenzen: „Ich höre alles außer Free Jazz, deutsche Schlager und Operette“, gibt er lachend zu. tz

Von Michael Schütz

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