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Grüne fordern weiteren Sozialarbeiter

Die Grünen-Ratsfrau Brigitte Philippi hat den Amoklauf von Winnenden zum Anlass genommen, erneut die Einstellung eines zusätzlichen Sozialarbeiters zu fordern.

Zurzeit beschäftigt die Stadt drei Sozialarbeiter sowie einen Berufspraktikanten; ein weiterer soll hinzukommen. Davon sind zwei Stellen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) zugeordnet, wobei das Berufspraktikum im Dezember 2009 ausläuft. Das hält Philippi für zu wenig.

Nur ein Sozialarbeiter an einer der größten Schulen Niedersachsens – die KGS hat rund 1800 Schüler – reiche nicht aus, ist die Ratsfrau überzeugt. Zwar könne durch zusätzliches Personal ein Massaker wie das von Winnenden nicht in jedem Fall vermieden werden. „Aber manchen Fehlentwicklungen lässt sich dadurch sicherlich wirksamer vorbeugen“, sagt Philippi. Eigentlich sei das zwar Aufgabe des Landes. Doch wenn dieses untätig bleibe, müsse man über eine lokale Lösung nachdenken. Bei den Haushaltsberatungen hatte die Ratsmehrheit das abgelehnt.

„Wir stoßen personell ständig an unsere Grenzen“, bestätigt Carsten Milde, didaktischer Leiter der KGS. So habe man vor einiger Zeit das Projekt Trainingsraum eingeführt, bei dem besonders renitente Störer aus dem Unterricht herausgenommen und in einem separaten Raum beruhigt und betreut werden. „Aber dann fehlt der Sozialarbeiter wieder an anderer Stelle“, schildert Milde das personelle Dilemma. Eine Aufstockung könne schon hilfreich sein.

Der Amoklauf war gestern auch Thema im Unterricht an der KGS. Wenn Schüler Gesprächsbedarf signalisiert hätten, seien die Kollegen „behutsam und beruhigend darauf eingegangen“, sagt Milde.

von Thomas Böger


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