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Die Feuerwehr sperrt das Gelände ab, Kollegen in Chemikalienschutzanzügen bergen den beschädigten Behälter mit Chlorwasserstoff.

Die Feuerwehr sperrt das Gelände ab, Kollegen in Chemikalienschutzanzügen bergen den beschädigten Behälter mit Chlorwasserstoff.
© Stadtfeuerwehr Sehnde

Sehnde

Großeinsatz nach Chlorgasunfall in Spedition Höver

Nach dem Austritt von Chlorgas bei einer Spedition in Höver in der Nacht zum Dienstag ist der ABC-Zug Region Hannover Ost mit 130 Einsatzkräften und 45 Fahrzeugen ausgerückt. 

Höver.  Ein Chlorgasunfall bei einer Spedition an der Hannoverschen Straße in Höver hat in der Nacht zum Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Fünf Stunden lang waren 130 Einsatzkräfte mit 45 Fahrzeugen vor Ort, darunter der ABC-Zug Region Hannover Ost, um die Lage in den Griff zu bekommen. Die Bevölkerung sei aber zu keiner Zeit gefährdet gewesen, teilt die Stadtfeuerwehr Sehnde mit. Ein 37-jähriger Mitarbeiter habe aber von einem Rettungsdienst ambulant behandelt werden müssen. 

Der Alarm wurde am Montagabend gegen 22.15 Uhr ausgelöst. Auf dem Gelände der Spedition war in einem Lastwagen-Container ein Behälter mit etwa 20 Litern Chlorwasserstoff aus bislang ungeklärter Ursache leck geschlagen. Mitarbeiter hatten den Container, aus dem Dämpfe austraten, daraufhin aus der Verladezone gezogen. Da sich in dem Container aber insgesamt 49 Behälter mit Chlorwasserstoff befanden, erhöhte der Einsatzleiter den Alarm auf Stufe 2. Daraufhin wurde ein Großaufgebot des ABC-Zugs Region Hannover Ost, der Feuerwehren Sehnde, Lehrte, Burgdorf und Uetze in Marsch gesetzt – insgesamt 130 Einsatzkräfte mit 45 Fahrzeugen. Zudem wurde die Lagerhalle sofort geräumt und das Gelände im Umkreis von 50 Metern abgesperrt.

Danach rückten Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen vor und holten die Ladung mit einem Gabelstapler aus dem Container. Probleme gab es dann allerdings, als die Einsatzkräfte sich im Inneren einen Überblick verschaffen wollten. „Die beschädigten Behälter standen an der Stirnseite und konnten durch die Einsatzkräfte nicht eingesehen und erreicht werden“, sagt Tim Herrmann, Sprecher der Sehnder Stadtfeuerwehr. Deshalb habe man viele Chemikalienschutzträger benötigt, die den Container entleerten und schließlich das beschädigte Gefahrgut bergen konnten. Nach dem Einsatz kam der erst am vergangenen Freitag neu in Dienst gestellte Gerätewagen Dekontimination aus Bilm zum Einsatz, mit dessen Hilfe sowohl die Schutzanzugträger wie auch der Container gesäubert wurden. Erst gegen 3.15 Uhr war der Einsatz beendet.

Der Großeinsatz hatte auch überörtliche Auswirkungen, denn die Ortsdurchfahrt in Höver war von 22.15 bis kurz vor Mitternacht voll gesperrt. Zeitweise staute sich der Verkehr über das Postfrachtzentrum hinaus bis zum Ortsausgang nach Ahlten zurück. Auch als die Straße wieder freigegeben war, stauten sich die Lastwagen dennoch bis nach Anderten, da das Firmengelände weiterhin nicht befahren werden durfte.

Von Oliver Kühn


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  • ... eine Stadt mit langer Tradition im Kalibergbau.
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