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Nachrichten Flüchtlinge in Sehnde dekorieren Weihnachtsbaum
Region Sehnde Nachrichten Flüchtlinge in Sehnde dekorieren Weihnachtsbaum
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16:56 19.12.2017
Keine Berührungsängste: Auch wenn manchen Weihnachten fremd ist, haben viele Bewohner Dekorationen für den Christbaum gebastelt. Quelle: Privat
Höver

 Weihnachten ist in muslimischen Ländern zwar nicht sehr verbreitet – dennoch haben sich Flüchtlinge aus der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Hotel zur Linde in Höver gemeinsam damit beschäftigt. Die Bewohner haben das Schmücken eines Weihnachtsbaums übernommen, der in der Unterkunft aufgestellt worden war. Er soll ein kleines Dankeschön an die Ehrenamtlichen, Nachbarn und Unterstützer sein. Einiges der Dekoration haben sie dafür sogar selbst gebastelt. Es ist nicht die erste Aktion dieser Art, denn bereits im August hatte sich das Wohnhaus mit einem Sommerfest bei den Helfern bedankt.

Das Hotel zur Linde ist die derzeit einzig verbliebene Sammelunterkunft in der Stadt Sehnde, in der noch Flüchtlinge untergebracht sind. Derzeit leben dort 41 Asylsuchende. Gerade seien noch zwei Neuankömmlinge aus Liberia dazugekommen, sagt Hans Nordhorn von der Stadt. Das sei allerdings eher gegen den Trend. „Sehnde hat bis Ende des Jahres eine Aufnahmequote von 71 Flüchtlingen zu erfüllen“, sagt Nordhorn. Der derzeitige Stand liege bei 26 Personen. Da die Quote allerdings verpflichtend ist, wie der Rathausmitarbeiter erklärte, wird sie nicht verringert. Stattdessen ist der Zeitraum bis Ende März verlängert worden. „Und dann wird die Quote wahrscheinlich noch einmal verlängert“, vermutet Nordhorn. Denn der Trend der Flüchtlinge sei rückläufig. Die in der Politik kursierende Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen bundesweit werde in diesem Jahr vermutlich unterschritten. „Stand November waren es 170 000.“ Und es gebe auch keine Anzeichen dafür, dass die Zahlen wieder steigen könnten.

Eine Unsicherheit gebe es allerdings noch im Bereich Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus. Diesen Personen ist es bis zum März 2018 nicht erlaubt, Familienangehörige nachzuholen. Da aber eine zukünftige neue Regierung über diesen Bereich neu entscheiden muss, wissen die Kommunen nicht, ob Familienmitglieder nachziehen. Laut Nordhorn sei Sehnde hier aber besser aufgestellt als beispielsweise Burgdorf. „Wir haben in der Vergangenheit ohnehin eher Familien als Einzelpersonen aufgenommen, sodass dort nicht so viel zu erwarten ist.“ Deswegen will die Stadt auch bis Ende 2018 die Mietverträge für die meisten angemieteten Sammelunterkünfte kündigen, um Kosten zu sparen. 

 

Von Michael Schütz

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