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Region Sehnde Nachrichten Europa-Ministerin ist in Wehmingen zu Hause
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14:17 09.02.2018
Birgit Honé kauft gern im Dorfladen Bolzum ein. Quelle: Katja Eggers
Wehmingen

 Eine Packung Eier, eine rote Paprika, ein wenig Lauch und dann noch ein paar Äpfel. Birgit Honé kauft gern im Dorfladen in Bolzum ein. Dann plaudert sie auch immer ein wenig über dies und das mit den Damen hinter der Käsetheke oder hält ein Schwätzchen mit anderen Kunden.  Als Niedersachsens Ministerin für Bundes-und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung hat die 57-Jährige ihre Arbeitsplätze in Hannover, Berlin und Brüssel. Privat schätzt sie jedoch das Leben auf dem Dorf – sie wohnt in Wehmingen und kauft liebend gern in besagtem Dorfladen in Bolzum ein.

„Hier bin ich nicht die Ministerin, sondern einfach die Birgit und mit vielen per Du“, sagt Honé und lacht.  Den Dorfladen, der in Bolzum die Grundversorgung  mit Produkten des täglichen Bedarfs ermöglicht und obendrein sozialer Treffpunkt ist, hat die Ministerin seinerzeit mitgegründet. Als Ministerin für Regionale Entwicklung hat Honé auch beruflich mit der Gründung von Dorfläden zu tun. 

„Meine zentrale Aufgabe ist es aber, den Menschen in Niedersachsen den Mehrwert von Europa aufzuzeigen“, erklärt die Ministerin. Denn schließlich könne Niedersachsen von Europa auch wirtschaftlich profitieren. Viele Projekte würden aus den Fördertöpfen der EU finanziert.  Als aktuelles Beispiel nennt Honé das Straßenbahnmuseum in Wehmingen. Um den Tourismus im ländlichen Raum zu stärken, fördert die Landesregieurng den Bau einer neuen Halle mit 200 000 Euro aus EU-Mitteln.

Das Straßenbahnmuseum liegt Honé besonders am Herzen. Die Sozialdemokratin ist Mitglied im Trägerverein und hat sogar ihren 50. Geburtstag in der alten Wagenhalle gefeiert – samt Büffet und DJ im Tramwagen. Außerdem wohnt sie nicht weit vom Museum entfernt.  Mit ihrer 20-jährigen Tochter und ihrer Mutter lebt Honé seit 2007 in Wehmingen in einer Art Mehrgenerationenhaus. „Früher hat meine Mutter auf meine Tochter aufgepasst, heute ist es umgekehrt“, erzählt die Ministerin schmunzelnd. Sie ist geschieden und alleinerziehend seit die Tochter zehn ist. „Wir sind zu Hause ein reiner Frauenhaushalt und das läuft super“, sagt die Ministerin.

Leben in der Großstadt? Für Honé ist das keine Option. „Ich fühle mich in Wehmingen sehr wohl und aufgehoben“, sagt sie. In Wehmingen schöpfe sie ihre Kraft für den oft stressigen Arbeitsalltag in den Landesvertretungen in Berlin und Brüssel. „Wehmingen heißt für mich Nachhausekommen, mich zu erholen, mit Nachbarn zu sprechen, die Rolle der Ministerin abzulegen“, betont Honé. 

Im Dorf sei sie fest verwurzelt. Dass sie in Wehmingen förderndes Mitglied der Ortsfeuerwehr ist, versteht sich für sie  von selbst. „Ehrenamt ist wichtig“, betont Honé. Als Wertschätzung und Dankeschön möchte sie die Feuerwehr demächst zu sich nach Berlin einladen und sie durch den Bundestag führen.

Sich selbst bezeichnet die Ministerin als „erdverwachsen“, „bodenständig“ und „typisch niedersächsisch“. Sie gehe zudem offen auf andere Menschen zu und höre sich oft ihre Nöte und Sorgen an. Gerade in ländlichen Regionen geht es dann um Themen wie Ärztenotstand, schlechte Anbindungen im Öffentlichen Personennahverkehr, unzureichende Breitbandversorgung und Fachkräftemangel. „Mein Ziel als Europa-Ministerin ist es, Niedersachsen gegen solche Herausforderungen zu wappnen“, sagt Honé. 

Ob sie auf der Karriereleiter in der Politik noch höher klettern möchte? Die Ministerin schüttelt entschieden den Kopf. Ihr Job sei oft stressig, mache aber auch viel Spaß und biete vor allem die Möglichkeit, etwas zu verändern. „Als Ministerin kann ich Dinge aus der Region über Berlin bis nach Brüssel ins Europaparlament bringen“, sagt Honé – und legt noch weiteres Gemüse in den Korb. Für heute steht erst einmal Mittagessenmachen auf dem Dienstplan.

Eine lange Liste der beruflichen Stationen

Birgit Honé wurde am 8. November 1960 in Bad Schwartau geboren und ist im Landkreis Harburg aufgewachsen. Schon vor ihrem Studium der Rechtswissenschaft war sie in der Friedensbewegung aktiv. In der SPD ist Honé seit mittlerweile 34 Jahren. Die Liste ihrer beruflichen Stationen und politischen Tätigkeiten ist schier endlos. 1990 ging sie in den Landesdienst und war unter anderem parlamentarische Referentin der SPD-Fraktion. 1999 wechselte sie in die Niedersächsische Staatskanzlei und wurde später Regierungspräsidentin in Lüneburg. Als Senatsmitglied im Landesrechnungshof war Honé seinerzeit die erste und einzige Frau. Von 2013 bis 2017 war die Wehmingerin Staatssekretärin in der Niedersächsischen Staatskanzlei. Am 22. November wurde Honé  Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung im Kabinett von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

Von Katja Eggers

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