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Region Sehnde Nachrichten Sehnder Baugebiet Maschwiese wird nun erschlossen
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01:05 10.03.2018
Die Erschließung für das Neubaugebiet Maschwiesen Süd hat begonnen: Zuerst wird die Straße mit der Anbindung an die Lehrter Straße (B 443) gebaut. Quelle: Oliver Kühn
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Sehnde

 Der Startschuss ist gefallen: Die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) hat mit der Erschließung des Neubaugebiets Maschwiese Süd begonnen. Dort, in Nachbarschaft des Baugebiets „Kleines Öhr“, entstehen in mehreren Bauabschnitten zwischen 70 und 80 Wohneinheiten. Leicht wird das nicht, sagt HRG-Geschäftsführer Mattias Böhle: „Das ist ein kleines, aber sehr verzwicktes Projekt.“ 

Zunächst wird die neue Straße angelegt, die durch das rund 3,5 Hektar große Baugebiet zum Bahnhof führt. Diese wird etwa in Höhe der Elise-Borsum-Straße an die Lehrter Straße (B 443) angeschlossen, wie es mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr abgestimmt worden war. Dazu gehören auch alle Kanalarbeiten. Dafür musste die offizielle Ortsgrenze eigens um mehrere Hundert Meter nach Norden an den Kreisverkehr in Höhe der Billerbachstraße verschoben werden, damit das Gebiet innerhalb des Ortes liegt – denn außerhalb gilt eine Bauverbotszone.

„Die Arbeiten werden bis etwa Juni dauern“, kündigt Projektleiterin Sabine Daues an. Mit Problemen rechnet sie nicht. Eine Kampfmitteluntersuchung habe keine Ergebnisse gezeigt, auch Altlasten wie etwa Altöl oder Schwermetall seien nicht gefunden worden. Nur der Schotter unter den alten Industriegleisen müsse entsorgt werden (siehe Kasten).

Das Baugebiet Maschwiese Süd, eigentlich ein Überschwemmungsgebiet, sei ein schwieriges Grundstück, sagt HRG-Chef Böhle. Das sei bei sogenannten Innenentwicklungen, anders als bei Neubaugebieten auf der grünen Wiese, aber oft der Fall. Dazu gehörten etwa der Natur- und Artenschutz, die Anbindung an den Bahnhof und der Lärmschutz. „Diese Planung ist sehr anspruchsvoll“, meint Böhle. In Sehnde war die Entwicklung des Neubaugebiets teils umstritten. Die Grünen sahen die Grünflächenversiegelung als problematisch an und hatten dem Projekt nur mit Bauchschmerzen zugestimmt, die AfD nannte die Straße eine Belastung für die künftigen Bewohner und wollte stattdessen nur einen Fuß- und Radweg zum Bahnhof, und der Naturschutzbund (Nabu) hatte den Verlust von Lebensraum für Fledermäuse kritisiert.

Auf den insgesamt vier Baufeldern sollen 70 bis 80 Wohneinheiten entstehen, die aber nach und nach entwickelt werden. Dort sind vorwiegend Geschosswohnungen, aber auch Einfamilien- und Reihenhäuser sowie eine Kita und ein Seniorenpflegeheim vorgesehen. „Die Planungen dafür sind schon sehr konkret“, sagt Daues. Am Bahnhof soll zudem eine Park-and-ride-Anlage für Pendler entstehen.

Ein Hauptinvestor ist die Sehnder Firma Beste Bau Bauregie. Vorgesehen sind, wie Geschäftsführer Dirk Berkefeld kürzlich erläuterte, Appartements mit 1,5 bis vier Zimmern, darunter auch behindertengerechte Wohnungen. Auch für Stundenten wären diese geeignet. Die Wohnungen seien barrierefrei, und weil meist 3,5-geschossig gebaut würde, gebe es in jedem Haus ebenfalls einen Fahrstuhl. „Das ist der Trend der Zukunft, das fragen die Leute nach“, sagte Berkefeld.

Alte Industriegleise verschwinden

Schienen, Schwellen, Schotter: Bei der Erschließung des Neubaugebietes Maschwiesen Süd verschwinden auch die alten Industriegleise am Rand des Areals. Sie werden derzeit mit einer Flex in Einzelstücke zerlegt und dann abtransportiert. Nur im hinteren Teil, dem Wäldchen zum Bahndamm hin, blieben die Gleise als Industriedenkmal erhalten, sagt Sabine Daues von der zuständigen Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG). Unter dem Schotter habe man jedoch eine erhöhte Konzentration von Unkrautbekämpfungsmitteln, sogenannten Herbiziden, gefunden. Diese wurden früher gespritzt, um die Trasse von Grünbewuchs frei zu halten. Der Schotter müsse nun extra entsorgt werden. Die Baufelder seien davon aber nicht betroffen.

Auch die über die Lehrter Straße (B 443) führenden Gleise würden dabei entfernt. „Wir müssen dort ohnehin einen Schmutzwasserkanal erneuern“, erläutert Daues. Das dürfte die Nachbarschaft freuen, die sich seit Jahren über die Lärmbelästigung beklagt hat, wenn Autos darüber fahren. Der Rückbau der nach Osten weiter bis zur Astrid-Lindgren-Schule führenden Trasse werde erst zu einem späteren Zeitpunkt angefasst, sagt Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke. ok

Von Oliver Kühn

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