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Ann-Katrin Lehrke (31) und Sepehr Sardar Amiri (26) sitzen bereits für die CDU im Rat und hoffen auf Nachrücker in der Jungen Union. Amiri ist jetzt sogar noch in die Junge Union eingetreten.

Ann-Katrin Lehrke (31) und Sepehr Sardar Amiri (26) sitzen bereits für die CDU im Rat und hoffen auf Nachrücker in der Jungen Union. Amiri ist jetzt sogar noch in die Junge Union eingetreten.
© Oliver Kühn

Sehnde

Junge Union sucht neue Leute und frische Ideen

Die Junge Union Sehnde will wieder mehr junge Menschen für Politik begeistern und neue Ideen aufgreifen. Das sei auch ein Mittel gegen Politikverdrossenheit, meint der Vorstand.

Sehnde.  Es gab mal Zeiten, da hatte die Junge Union (JU) Sehnde fast 40 Mitglieder – jetzt sind es nur noch 25. Doch das soll sich wieder ändern. Mit neuen Leuten und frischen Ideen will der Jugendverband der CDU wieder Impulsgeber für die Mutterpartei sein. Dass man an der kommunalpolitischen Basis durchaus etwas bewirken kann, meinen die Vorsitzende Ann-Katrin Lehrke (31) und Ratsherr Sepehr Sardar Amiri (26), die bereits Verantwortung in politischen Ämtern übernommen haben. Sie hoffen jetzt auf Nachahmer.

Den Rückgang erklärt Lehrke mit Austritten aus Altersgründen oder dem Wegzug aus Sehnde. Vielleicht spielten aber auch die Verluste der Bundes-CDU in den vergangenen Jahren eine Rolle. Nun möchte man wieder mehr Interessierte an die christlich-demokratische Partei heranführen und Politikverdrossene für Politik begeistern. In Ilten habe das kürzlich funktioniert, sagt Amiri: „Dort ist eine 19-Jährige in die CDU eingetreten.“ Der 26-Jährige ist ein Beispiel, wie ein politischer Newcomer schnell in Verantwortung aufsteigen kann – obwohl er bis vor Kurzem noch gar kein JU-Mitglied war. Schon als Abiturient an der Kooperativen Gesamtschule Sehnde war er nach den Kommunalwahlen 2011 Mitglied des Stadtrats. Jetzt könnte man schon fast von Ämterhäufung sprechen: Amiri ist auch noch im Ortsrat Ilten vertreten, Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Soziales, Geschäftsführer der Ratsfraktion und stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. 

„Die Junge Union ist auch eine Talentschmiede“, resümiert der Sehnder, der aus dem Iran stammt und als Kind mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet war. „Hier kann man Demokratie lernen und leben.“ Und das schon ab einem Mitgliedsbeitrag von 50 Cent im Monat. In seiner politischen Arbeit habe er mehr über Politik gelernt, als in seinem Studium. Ehrenamtliches Engagement gehe immer mehr zurück, dabei mache die kommunalpolitische Basisarbeit viel Spaß, und man könne viel erreichen.

„Der Jugendverband als Ideengeber für die Partei ist sehr wichtig, dort müssen sich gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln“, sagt der 26-Jährige. Als Beispiele nennt Amiri die Einführung der i-Pads für die Ratsarbeit, aber auch die notwendige Sanierung der KGS-Toiletten: „Als Schüler konnte ich das gut nachvollziehen.“

„Frisches Blut und viel Erfahrung“ zusammenzubringen – darauf setzt die JU-Vorsitzende Ann-Katrin Lehrke, Tochter des Sehnder Bürgermeisters Carl Jürgen Lehrke. Die 31-Jährige sitzt seit sechs Jahren im Ortsrat Sehnde und seit der Kommunalwahl im Vorjahr auch im Rat. Zudem ist sie stellvertretende Fraktions-, Stadtverbands- und Ortsverbandsvorsitzende sowie Fraktionssprecherin im Ausschuss für Kindertagesstätten und Jugend. Nur bei der CDU-internen Kür zur Landtagswahl ist sie gegen den langjährigen Laatzener Kandidaten Christoph Dreyer gescheitert. Sehnde mitzugestalten, das sei ihre Motivation. Etwa am Beispiel der abgebrannten Turnhalle in der Waldstraße. „Ich habe dort 20 Jahre lang Handball gespielt und weiß, was die Stadt und die Vereine brauchen“, sagt Lehrke.

Auch im Mutterschiff CDU dürften die jungen Leute mitreden. Ein Eintritt ist ab 14 Jahren möglich. „So wird mehr diskutiert, und es gibt ein breiteres Meinungsbild.“ Eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit der Bundespartei und ihrer Ausrichtung gebe es aber nicht, versichert Lehrke. „Es gibt jedes Mal harte, aber faire Diskussionen“, bestätigt Amiri.

Von Oliver Kühn


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Sehnde ist ...

  • ... eine Stadt südöstlich von Hannover mit 15 Ortsteilen und 23.000 Einwohnern.
  • ... früher Teil des Siedlungsraumes Das große Freie gewesen.
  • ... eine Stadt mit langer Tradition im Kalibergbau.
  • ... der Ort, an dem der Stichkanal Hildesheim vom Mittellandkanal abzweigt.
  • ... 6x pro Woche Thema im Anzeiger, die als Heimatzeitung in Sehnde der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.