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00:15 23.12.2017
Computerfehler behoben: Rüdiger von Wackerbarth sieht das Glockenspiel auf dem Amalienhof als Geschenk zum Abschied. Quelle: Michael Schütz
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Rethmar

Das Glockenspiel hatte der Hausherr im Schloss in Rethmar vor einiger Zeit in Auftrag gegeben und im vergangenen Jahr in Betrieb genommen. Es steht auf dem Gelände eines ehemaligen Reiter- und Wirtschaftshofes, auf dem die Familie Wackerbarth Einfamilienhäuser und Wohnungen errichtet hatte. "Der Architekt hat damals gesagt, dass da etwas hin muss", sagte von Wackerbarth angesichts des Rondells, auf dem der Turm des Glockenspiels jetzt steht.

Auf die Idee sei er gekommen, als er mehrfach verpasst hatte, die manuelle Uhr im Schlossturm von Winter- auf Sommerzeit umzustellen. Der Handwerker, den er engagiert hatte, um dafür ein Zusatzgerät anzubauen, habe ihm damals erzählt, dass er eigentlich Glockenspiele mache. Der Schlossherr fand, dass ein solches Gerät gut als eine Art Hinterlassenschaft und Symbol für seinen eigenen Rückzug aus Rethmar stehen könnte. Vor Kurzem hatte der 88-Jährige die Geschäfte im Haus Rethmar mit den Vermietungen der umliegenden Wohnungen und der Weiterentwicklung des Geländes seinem Sohn Jens übergeben. Aus dem Dorf verabschieden wollen sich von Wackerbarth und seine Frau Adelheid aber nicht. "Wir leben ein Leben auf der Landstraße", meinte er angesichts seines Wechsels zwischen seinen Wohnsitzen München und Rethmar. "Vier Wochen sind wir hier und sechs Wochen in München." Das soll auch so bleiben.

Bis das Glockenspiel, das den Namen "Schloß-Melodie" trägt, einsatzbereit war, hat es allerdings einige Zeit und Mühen gekostet. "Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich davor Angst gehabt." Und billig sei es auch nicht gewesen. "Das ist vergleichbar mit einem sehr guten Oberklassewagen." Die 15 Bronzeglocken, die über zwei Oktaven reichen, seien in einer Gießerei im bayerisch-schwäbischen Elchingen hergestellt worden. Und dann gab es noch die Aufgabe, das entsprechende Liedgut auszuwählen. Klassiker wie "Ein feste Burg ist unser Gott" von Martin Luther oder Wanderlieder wie "Im Frühtau zu Berge" sind ebenso vertreten wie das "Ännchen von Tharau" oder Beethovens "Ode an die Freude". Trotzdem seien nur 119 Lieder zusammengekommen. Dazu gebe es noch saisonale Lieder, etwa für die Adventszeit. "Das reicht nicht für ein ganzes Jahr." Deswegen werde das Programm nach drei Monaten wiederholt.

Einen kleinen Spaß hat sich von Wackerbarth mit der Internationalen gemacht. "Damit erfreuen wir am 1. Mai die wenigen Kommunisten in Rethmar." Man muss bei der Auswahl aber vorsichtig sein. Er habe auch "Die blauen Dragoner" in Betracht gezogen. "Aber darin gibt es in einer Strophe einen ganz widerlichen Nazitext, der damals auch immer gegrölt wurde." Deswegen sei es nicht genommen worden.

Als die Auswahl getroffen war, habe eine Musikerin aus dem westfälischen Soest die Lieder über mehrere Tage mit einem Keyboard in den Computer des Glockenspiels eingespielt. Die Glocken haben dabei immer angeschlagen. "Da haben sich die Bewohner auch beschwert", erinnert sich der 88-Jährige. Das  Keyboard steht übrigens immer noch im Turm. "Damit kann man auch direkt auf dem Glockenspiel spielen", meint von Wackerbarth.

Nach einiger Zeit habe der Computer allerdings nicht mehr die richtige Reihenfolge gespielt. "Im Juni gab es dann die Zeile 'Oh wie ist es kalt geworden'." Das habe nicht in die Jahreszeit gepasst. "Obwohl es eigentlich stimmte", meint von Wackerbarth lachend. Eine Computerfirma hat den Fehler inzwischen wieder in Ordnung gebracht, sodass jetzt wieder die ordnungsgemäße Reihenfolge eingehalten wird. Ein Lied pro Tag spielt das Glockenspiel jeweils um 8.10, 12.10 und 18.10 Uhr. "Es geht nicht zur vollen Stunde, da zu dem Zeitpunkt bereits die Glocken in der Kirche anschlagen."

Von Michael Schütz

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