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Nachrichten Eröffnung verzögert sich um ein halbes Jahr
Region Sehnde Nachrichten Eröffnung verzögert sich um ein halbes Jahr
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17:12 10.10.2018
Das Servicehaus für Senioren entsteht auf dem Gelände der früheren Gaststätte „Bolzumer Stube“. Quelle: Thomas Böger
Bolzum

 Der große Kran ist weithin sichtbar, und Bauarbeiter ziehen bereits den Rohbau hoch: Der Bau des Servicehauses für Senioren der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bolzum hat deutlich Fahrt aufgenommen. Auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte „Bolzumer Stube“ an der Marktstraße entstehen elf Wohnungen, eine betreute Wohngemeinschaft und eine Tagespflege vor allem für Demenzerkrankte – dieses Paket ist für die AWO ein Novum in der Region. Die Fertigstellung verzögert sich wegen der Auslastung der Baubranche allerdings um ein halbes Jahr und sei erst für Herbst nächsten Jahres geplant, sagt Dirk von der Osten, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Jugend- und Sozialdienste: „Die Firmensuche war schwierig und die Preise sehr hoch.“ Die Vermietung der Wohnungen soll im Mai beginnen.

Ortsbürgermeisterin Silke Lesemann ist dennoch zufrieden. Sie ist selbst Vorsitzende der Wohlfahrtsorganisation in der Region Hannover und hatte sich dafür starkgemacht, dass das Projekt in dem 1300-Einwohner-Ort verwirklich wird. „Das ist das wohl größte Projekt in Bolzum seit Langem“, streicht sie dessen Bedeutung heraus. „Schön, dass das jetzt so schnell vorwärts geht.“ Nach ihren Angaben investiert die AWO rund 5 Millionen Euro für das bislang einzige Service-Wohnen-Projekt der Organisation in der Region. Die Pflegewohngemeinschaft mit zwölf Plätzen wird vom Pflegeteam Sehnde betreut, die Tagesstätte für Senioren betreibt die AWO selbst.

Der Rohbau nimmt schon langsam Formen an. Quelle: Thomas Böger

Es sei nicht selbstverständlich, dass ein privater Investor für einen so kleinen Ort so viel Geld in die Hand nehme. Für Bolzum sei das ein Glücksfall und ein riesiger Gewinn. Denn die Dorfgemeinschaft lebe davon, dass alle Altersgruppen im Ort vertreten seien. „So wie wir mittlerweile auch eine Kindertagesstätte mit Krippe haben, ist das etwas, wovon die Älteren profitieren“, sagt Lesemann. „Sie können hierbleiben und müssen nicht wegziehen.“ Zudem wird mit dem Neubau der jahrelange Leerstand der ehemaligen Gaststätte beseitigt. Die AWO bemühe sich, dass das Servicehaus „ins Dorf hineinwächst“ und wolle schon während der Bauphase mit den künftigen Bewohnern Kontakt aufbauen. Der Rohbau soll je nach Wetter zur Jahreswende fertig sein, das Richtfest ist für Februar geplant und die Eröffnung im September oder Oktober nächsten Jahres, umreißt von der Osten den Zeitplan.

Das Servicehaus soll die Form eines Gehöfts bekommen. Quelle: AWO

Ins Dorf hineinwachsen soll das Servicehaus auch optisch: Es soll die Form eines u-förmigen Gehöfts mit einem Platz davor bekommen. Alle Wohnungen sind barrierefrei von der Haustür bis zur Dusche, eines ist sogar ein rollstuhlgerechtes Appartement. Vier der Wohnungen werden gefördert, für zwei kleinere, 45 Quadratmeter große Wohnungen gibt es Belegrechte, was eine deutlich günstigere Miete als zu Marktkonditionen bedeutet. Wie teuer der Quadratmeterpreis für die anderen, zwischen 52 und 60 Quadratmeter großen Wohnungen ist, wollte von der Osten noch nicht sagen. Alle Wohnungen haben Balkone, nur die beiden kleinen zur Marktstraße hin bekommen lediglich bodentiefe Fenster.

Das Wohnprojekt beinhaltet auch das Konzept „Menschen ab 55 Jahren“. Die Altersspanne sei der AWO wichtig, hatte Stephanie Böhm von der AWO Hannover bei der Präsentation betont. Dabei gehe es um gemeinschaftliches Wohnen mit der Bereitschaft, Raum und Zeit bewusst und aktiv mit anderen zu teilen, um der Vereinsamung entgegenzuwirken.

Von Oliver Kühn und Sandra Köhler

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