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Region Sehnde Nachrichten Ortsrat Sehnde: Bei Assewasser sind alle gefragt
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02:43 09.03.2018
Zum Bau dieser gelben Holzkreuze sowie dem Druck von Flugblättern hat die Bürgerinitiative „Assewasser - Nein Danke“ 200 Euro beantragt. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

 Die Diskussion um die mögliche Einleitung von Oberflächenwasser aus dem Atomendlager Asse ins stillgelegte Bergwerk Friedrichshall hat nun auch die Ortsräte erreicht. Die Bürgerinitiative (BI) „Assewasser – Nein Danke“ hat beim Ortsrat Sehnde 200 Euro zum Bau der gelben Holzkreuze sowie für die Aktion „10 000 Flyer für Sehnde“ beantragt. Doch die CDU-Fraktion hat dazu noch Beratungsbedarf. „Wir müssen auch die anderen Ortsräte ins Boot holen, weil es ja ganz Sehnde betrifft“, sagt Ratsherr Ralf Marotzke

Weil zudem sowohl die CDU wie die AfD noch Gespräche mit der Bürgerinitiative führen wollen, ist die Debatte samt einer Entscheidung auf die nächste Ortsratssitzung verschoben worden. Unterdessen hat es nach dem Gespräch mit Umweltminister Olaf Lies in der vergangenen Woche jetzt auch ein Treffen mit Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke gegeben. 

Das nicht-öffentliche Gespräch fand vor dem Hintergrund der Sondersitzung des Rates zum Thema am nächsten Dienstag, 13. März, statt. Dort will die Stadt ihre Stellungnahme öffentlich darlegen. Dies war ein Entgegenkommen des Umweltministeriums, denn nach dem Bergrecht ist eine Anhörung gar nicht vorgesehen. Für die Bürgerinitiative ist das noch immer zu wenig. „Wir halten es nach wie vor für unhaltbar, dass das Mitbestimmungsrecht der Stadt durch das Bergrecht ausgehebelt wird“, sagt BI-Sprecher Bernd Nieding. Die geplante Einleitungsstelle für das Assewasser sei nur etwa 120 Meter Luftlinie vom Kinderspielplatz im Stauffenbergring entfernt. Der Rat hatte sich bereits im Dezember mit einer einhellig verabschiedeten Resolution gegen die Einleitung ausgesprochen.

Die für die Einleitung zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) beklagt derweil, dass in der Diskussion viele falsche Informationen im Umlauf seien. Das Assewasser sei radiologisch unbedenklich und liege beim Isotop Tritium unterhalb der Grenzwerte für Trinkwasser. „Es handelt sich um keine Gefahrguttransporte“, betont die Vorsitzende der Geschäftsführung, Ursula Heinen-Esser. Man brauche aber eine „back-up-Lösung“, also einen Notfallplan, falls die derzeit industrielle Verwertung nicht mehr möglich sei oder doch Wasser bis auf den Grund der Asse laufe, wo die Fässer mit radioaktivem Müll liegen. „Dann wäre die Rückholaktion gefährdet.“ 

Die Verklappung in der Nordsee oder Elbe, wie sie Jens Köhler, technischer Geschäftsführer der Asse-GmbH, bei der Bürgerversammlung in Sehnde im vergangenen Jahr ins Spiel gebracht hatte, hält Heinen-Esser für unrealistisch. Derzeit werde das Oberflächenwasser, das in die Asse sickert, in 650 Metern Tiefe aufgefangen, 100 Meter oberhalb der Fässer. Dennoch könne sie „das Misstrauen in der Bevölkerung“ nach den jahrzentelangen Diskussionen ohne Lösung verstehen: „Es war eine irre Idee, aus einem Salzbergwerk ein Endlager zu machen.“

Nach Aussage von Heinen-Esser sei eine Endlagersuche gerade erst angelaufen. Um die Atomfässer aus der Schachtanlage Asse II herauszuholen, müsse ein ganz neues Bergwerk gebaut werden – direkt neben das alte. Das dauere zwischen fünf und zehn Jahren. Derzeit werde mit einer sogenannten 3-D-Seismik das Gebirge untersucht, ab 2030 solle die Rückholung beginnen. Das Problem dabei sei, dass die entsprechende Bergetechnik erst noch entwickelt werden müsse, ergänzt Pressesprecherin Monika Hotopp: „Wir sind weltweit die ersten, die so etwas probieren.“ 

Von Oliver Kühn

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