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Region Sehnde Nachrichten Die AWO-Kleiderkammer will bekannter werden
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00:26 31.03.2018
Regina Todt, Kleiderkammer-Leiterin Anja Quittschor und Selma Golke sotieren Klamotten ein. Quelle: Priesemann
Sehnde

 Es ist ordentlich was los in der Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an diesem Montagmorgen. Die elf Ehrenamtlichen packen Tüten mit Spenden aus und sortieren die Kleidungsstücke ein. Andere putzen die Tische, schließlich soll es am Sonnabend, 31. März, wieder sauber aussehen. Denn an diesem Tag ist im früheren Avacon-Gebäude an der Peiner Straße von 9.30 Uhr bis 12 Uhr der einzige Ausgabetermin der Kleiderkammer in diesem Monat. Bürger können dann vorbeikommen und reichlich gebrauchte Klamotten gegen einen kleinen Beitrag von drei Euro erhalten.

„Zuletzt waren an unseren Ausgabetagen rund 30 bis 40 Leute, zumeist Flüchtlinge, da“, sagt die frischgebackene Kleiderkammer-Leiterin Anja Quittschor aus Haimar. Sie macht keinen Hehl daraus, dass ihr das zu wenige sind, gerne würde sie mehr Menschen begrüßen. „Man muss auch nicht zwingend bedürftig sein, um hier etwas zu bekommen“, betont Quittschor, die seit etwa zwei Wochen in ihrem neuen Amt ist.

Kinderkleidung bis XXXL-Mode

Wer in dem breiten Angebot von der Kinderbekleidung bis zur XXXL-Mode stöbern möchte, der muss zuvor eine Marke für die besagten drei Euro erwerben. Dies geht jeden Montag von 9 Uhr bis 12 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 15 Uhr bis 18 Uhr. Wer die Marke am Ausgabetag – jeder letzte Sonnabend im Monat –vorzeigt, erhält einen 120-Liter-Sack. Diesen kann die Person dann mit Kleidungsstücken füllen, beschreibt Quittschor das Prinzip. Ist eventuell ein zusätzlicher Ausgabetermin geplant? „Da müssen wir schauen, wie sich die Nachfrage entwickelt“, sagt der neue AWO-Vorsitzende Rainer Luck.

Olga Geier und Anja Quittschor packen ein Paket. Quelle: Priesemann

Weit mehr als 2500 Kleidungsstücke gehören inzwischen zum Inventar der Sehnder Kleiderkammer. An den Tagen, an denen auch die Marken gekauft werden, können Bürger ihre Kleiderspenden vorbeibringen. „Das sind im Monat mehr als hundert solcher 120-Liter-Säcke“, schätzt Quittschor. Und die Kleiderkammer nimmt nicht nur Bekleidung. Auch Bettwäsche, Handtücher, Töpfe oder Geschirr seien gern gesehen. „Wir nehmen alles, was zu einem Haushalt gehört“, sagt Quittschor.

Freiwillige leisten viel Arbeit

Leider würden die Spenden auch immer wieder einfach so vor die Tür der Kleiderkammer gelegt - nicht gerade zur Begeisterung der neuen Leiterin. Die verdreckten und kaputten Kleidungsstücke verkaufe die AWO-Einrichtung hingegen weiter an einen Altkleidersammler aus Uetze. Der konnte in dieser Woche die Klamotten allerdings nicht abholen. Darum stapeln sich die Säcke derzeit in der Herrentoilette. 

Die wird von den elf ehrenamtlichen Frauen sowieso normalerweise nicht gebraucht. Gerne würde Quittschor auf mehr Freiwillige zurückgreifen. „Wir leisten hier viel Arbeit“, sagt sie. Die meisten Mitarbeiterinnen seien allerdings nicht mehr die Jüngsten. Maria Stielow ist mit 82 Jahren die älteste und packt dennoch jedes Mal mit an.

Glücklich ist die AWO, dass sie die Räumlichkeiten wie auch die im Gebäude gegenüber beheimatete Tafel von der Stadt Sehnde  zur Verfügung gestellt bekommt. „Die Stadt hat uns das Gebäude überlassen, wir müssen dafür nichts bezahlen“, sagt Luck. Jetzt müsste es am letzten Sonnabend im Monat nur noch ein wenig voller werden.

In der AWO-Kleiderkammer in Sehnde gibt es auch Kinderklamotten. Quelle: Priesemann

Von Sascha Priesemann

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