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Nachrichten Wespen und Hornissen in Seelze willkommen
Region Seelze Nachrichten Wespen und Hornissen in Seelze willkommen
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13:17 26.08.2018
Sandra Schwab-Miele und ihre Tochter Fiona leben auf Tuchfühlung mit den Hornissen. Quelle: Heike Baake
Seelze

Wer kennt sie nicht, die kleinen Quälgeister, die Picknick oder Gartenparty stören, sich auf Kuchen und Bratwurst stürzen. Manch einer kann da nicht gelassen und entspannt bleiben, aus Angst vor schmerzhaften Stichen. Während die Wespe oft sehr aufdringlich ist, glänzt ihre Artgenossin die Hornisse hingegen mit Distanz zum Menschen und Interesselosigkeit an gedeckten Tafeln.

Bleiben die Wespen oder Hornissen nicht für einen kurzen Besuch und haben sich ein Nest auf dem Grundstück gebaut, dann kommt Willi Raabe (79), ehrenamtlicher Umweltschutzbeauftragter der Region Hannover für die Stadt Seelze, zum Einsatz. Betroffene bekommen bei ihm Rat im Umgang mit den sommerlichen Besuchern. Allein in diesem Jahr bekam er 127 Anrufe von besorgten Seelzern. Sie erhielten neben einer telefonischen Beratung auch, wenn erforderlich und gewünscht, einen Besuch. Raabe freut sich über das Verständnis, das die Bürger dem Artenschutz entgegenbrachten und über die Umsetzung seiner Ratschläge.

Auch Josef Müller (86) aus Harenberg gehört dazu. Ein Wespenvolk hat in unmittelbarer Nähe zur Haustür ein Nest gebaut. Die Familie nahm mit Seelzes Umweltschutzbeauftragen Kontakt auf, ließ sich beraten und lebt in Einträchtigkeit mit den gelb-schwarzen Insekten zusammen. „Wir haben keine Schwierigkeiten. Wir lassen uns gegenseitig in Ruhe, wir wurden noch nicht gestochen“, erzählt Müller und ergänzt lachend, dass die Wespen ihn mittlerweile schon kennen. Fliegt mal eine Wespe in das geöffnete Fenster, dann wird ruhig gewartet, bis sie wieder hinausfliegt. Familie Müller ist gelassen und entspannt mit ihren neuen Nachbarn und freut sich darüber, dass später das leere Wespennest in einer Schule als Anschauungsmaterial verwendet wird.

Bei Familie Schwab-Miele in Almhorst haben sich Hornissen eingenistet. Sie nutzten einen Holzspalt in der Gartenlaube und bauten sich im Inneren ein Nest. Auch dort wurde Raabe hinzugezogen und erklärte der Familie das richtige Verhalten. Nun spielen Kinder im Garten, baden im Pool und die Hornissen fliegen ungestört in der Laube ein und aus. Durch ein sanftes Öffnen der Gartentür und ein ruhiges Verhalten beim Eintreten fühlen sie sich die Hornissen nicht gestört. Der Gartentisch direkt neben der Hütte wird von der Familie für gemeinsame Grillabende genutzt, während die Hornissen über ihren Köpfen in ihr Nest fliegen. „Die Hornisse ist die friedlichste alle Wespen, sie sind reine Jäger“, erklärt Raabe. Das konnten Sandra Schwab-Miele und ihre achtjährige Tochter Fiona bestätigen und ergänzten, dass es nie eine Situation gab, in der sie sich unwohl oder ängstlich fühlten.

Raabe wurde zu zahlreichen Hausbesitzern gerufen und konnte in vielen Fällen dem Nest-Standort zustimmen, in wenigen Fällen war eine Umsetzung erforderlich. „Wenn es ein junges Volk ist, dann schneide ich das Nest ruck-zuck mit dem Kuchen-Messer ab, achte darauf, dass sich das Einflugloch unten befindet und setzte das Nest um“, berichtet Raabe. In anderen Fällen nahm er Holzkisten zu Hilfe, mit denen er das Nest an einen neuen Standort verlegte. „Ich achte darauf, dass es in der Nähe bleibt, dann ist es für die Tiere kein Problem“, sagt Raabe. Seiner Meinung nach seien die Menschen heute ein bisschen von der Natur entwöhnt, deshalb freue er sich über das große Entgegenkommen der betroffenen Familien, die sich alle zu Gunsten der Insekten entschieden haben. Hierfür sei er den Bürgern sehr dankbar.

Von Heike Baake

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