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Nachrichten Praktikant legt Sportabzeichen in Letter ab
Region Seelze Nachrichten Praktikant legt Sportabzeichen in Letter ab
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00:32 02.04.2018
Eric Thiele testet für die Diszplin Koordination das Seilspringen im Leine-Stadion. Quelle: Patricia Chadde
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Letter

 Eric Thiele (29) ist bei der Bundeswehr in der Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt, demnächst als Presseoffizier beim im Einsatz „Counter Daesh“in Jordanien. Um fit zu bleiben, macht er Kraftsport und tanzt mit seiner Freundin Salsa. Da die SG Letter 05 in die Sportabzeichen-Saison startet , nutzt der Hannoveraner die Möglichkeit und lässt sich während seines Praktikums in der Seelzer Lokalredaktion von HAZ und NP dort prüfen: „Als Soldat bin ich im Rahmen der individuellen Grundfertigkeiten verpflichtet, das Deutsche Sportabzeichen jährlich abzulegen“, sagt er und berichtet dann so über seine Erlebnisse in Letter:

Ich fühle mich unter Beobachtung

Ich verabrede mich mit Kollegin  Patricia Chadde am Leinestadion. Ich kann bereits einige Sportler erkennen, die sich aufwärmen. Patrica Chadde stellt mich als Bundeswehrsoldaten vor, und ich komme sofort mit den anderen Sportlern aufgrund meiner dienstlichen Vergangenheit im Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf ins Gespräch. „Was für einen Dienstgrad haben Sie denn?", lautet die erste Frage. „Hauptmann“, antworte ich.

Nachdem wir uns kurz über meine Erfahrungen und auch über meinen Einsatz in Afghanistan unterhalten haben, wärme ich mich auf. Es geht schließlich gleich los und seitdem bekannt ist, dass ich Bundeswehrsoldat bin, habe ich das Gefühl, dass ich unter besonderer Beobachtung stehe. Ich fühle, dass mit dem Begriff Soldat bei den Sportlern eine gewisse Erwartungshaltung an die körperliche Leistungsfähigkeit verbunden ist. Bevor es losgeht soll ich mit den jüngsten Teilnehmern noch ein paar Übungen machen. Ich schlage  Liegestütz vor und kann sehen, wie motiviert und vor allem mit wie viel Elan diese Übung geleistet wird. Diese Energie begeistert mich. 

Das deutsche Sportabzeichen ist grundsätzlich in vier Disziplinen aufgeteilt, die in den Wertungsstufen Bronze, Silber und Gold abgelegt werden können. Ich entscheide mich für Schleuderball, Standweitsprung, 3000 Meter Lauf und schwimmen, wobei ich die 25 Meter Strecke im Dienst schwimmen werde.  

Einmal umsonst gelaufen

Mit dem Lauf geht es los. Meine Nicht-Lieblingsdisziplin. Nun gut, denke ich mir. Das Unangenehmste zuerst. Zuvor bitte ich jemanden mir die Rundenzeit zu nennen, damit ich meine Kraft bei den insgesamt siebeneinhalb Runden einteilen kann.  Die erste Runde ist geschafft, nur noch 2600 Meter. Ich wundere mich zwar, dass mir keine Rundenzeit mitgeteilt wurde, doch für solche Gedanken bleibt keine Zeit. 13:10 Minuten für 3000 Meter sind schließlich eine stattliche Zeit.

Also, weiter geht es. Bei einem Kilometer werde ich von Patrica Chadde gestoppt, die meinen Lauf aufmerksam beobachtet hat. "Eric, es wurde vergessen deine Zeit zu stoppen", sagt sie. Ich weiß zuerst nicht, was ich sagen soll. Der Prüfer entgegnet mir: „Kleine Verschnaufspause, dann gleich noch einmal.“ Das macht es wirklich nicht besser, denke ich mir. An der Situation kann ich nichts ändern, also schlucke ich den Ärger runter.

Ich bitte jedoch darum, jetzt den Standweitsprung absolvieren zu dürfen. 2,45 Meter sind für Gold gefordert. Auch bei dieser Disziplin wird einem nichts geschenkt.  Ich positioniere mich für den Sprung. Konzentrieren und Sprung. 2,60 Meter im ersten Versuch. Sehr gut, denke ich mir. Damit bin ich sehr zufrieden. Die erste der drei Disziplinen ist mit Gold bestanden.

Nur Sekunden fehlen für Gold

Weiter geht es zur Disziplin Schleuderball. Hierbei sind 41,50 Meter gefordert. Ich positioniere mich und gehe in Gedanken noch einmal die Technik durch. Erster Versuch, 40,50 Meter. Für den ersten Versuch nicht schlecht, finde ich, doch ich will noch einen Meter mehr. Also nochmal. Ich lasse den Schleuderball einen Augenblick zu spät los und kann zusehen, wie er in die falsche Richtung fliegt. Dritter Versuch.  42,50 Meter. Zweite Disziplin mit Gold bestanden. Nun geht es nochmals zum 3000 Meter Lauf. Wie gesagt, meine Nicht-Lieblingsdisziplin.

Diesmal laufe ich alleine, ich kann mir also sicher sein, dass meine Zeit genommen wird. Erster Kilometer ist geschafft und ich bekomme die Zeit 4:10 genannt. Ich laufe weiter und rechne mir im Kopf aus, dass ich diese Zeit eigentlich nur halten muss, um die 13:10 zu unterbieten.  Zweiter Kilometer ist durch und ich bekomme die Zeit 8:40 genannt. Zumindest bin ich überzeugt davon, diese Zeit gehört zu haben. Damit bleiben mir noch 4 Minuten und 30 Sekunden für den letzten Kilometer. Das ist machbar, denke ich mir, während ich den letzen Kilometer laufe.

Auf den letzten 800 Metern beschließe ich, mir meine Kraft einzuteilen und die letzten 400 Meter noch einmal die Geschwindigkeit zu erhöhren. Mittlerweile spüre ich die Ermüdungserscheinung und fühle, dass meine Beine schwerer werden. Die letze Runde beginnt und ich steigere kontinuierlich das Tempo. Auf den letzen Metern mobilisiere ich noch einmal alles. 13:13 lautet das Ergebnis. Nur Silber. Bitter. 

Altern kann auch Vorteile haben

Mir war nicht bewusst, dass es am Ende noch so knapp geworden ist. Ich hätte mir gewünscht, bei so einer knappen Kiste noch einmal eine deutliche Ansage zu bekommen. Zumindest kenne ich es von der Bundeswehr so. Drei Sekunden hätte ich meinem inneren Schweinehund defintiv noch zumuten können. Unterm Strich habe ich zweimal Gold und einmal Silber erzielt. Auch wenn ich mir dreimal Gold gewünscht hätte, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, denn in der Gesamtwertung entspricht das immer noch Gold.

Ein weiterer Blick auf die Leistungstabelle lässt mich schmunzeln. Ab kommendem Jahr rutsche ich in die Altersklasse 30 - 34 und sehe, dass die Anforderungen deutlich geringer werden. Bei meiner Nicht-Lieblingsdisziplin zum Beispiel benötige ich nur noch eine Zeit von 14:10 Minuten für Gold. Einen Vorteil hat das Älterwerden somit. Zumindest, wenn man dabei an das Deutsche Sportabzeichen denkt.

Von Eric Thiele

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