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Region Seelze Nachrichten So zeigt die Grippewelle in Seelze ihre Folgen
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09:12 16.03.2018
Britta Venter von der Kreuz-Apotheke steht ihren Kunden beratend zur Seite Quelle: Heike Baake
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Seelze

 Volle Wartezimmer, leere Büros, Ausfälle und verschnupfte Nasen: Die Grippewelle zeigt auch in Seelze ihre Folgen. In vielen Geschäften in der Innenstadt sind die Krankheitsausfälle deutlich zu spüren. Phuong Nguyen, der Inhaber des Nagelstudios Charming Nails, hatte es selbst erwischt. Der 29-Jährige fiel aufgrund eines grippalen Infektes anderthalb Wochen aus. Mittlerweile ist er wieder im Einsatz, aber immer noch sehr verschnupft. Sein Team blieb allerdings gesund. Auch Timo Fuchs, Inhaber des Friseursalons New Hair an der Hannoverschen Straße, freut sich darüber, dass seine Mitarbeiter der Grippewelle trotzen und keine Krankmeldungen eingingen. Dafür musste der 39-Jährige in den letzten Wochen zahlreiche Absagen der Kunden in Kauf nehmen.

16 Prozent der Mitarbeiter fehlen

Auch in der Verwaltung hat die Grippe ihre Spuren hinterlassen. „Seit rund vier Wochen verzeichnet die Stadt einen deutlichen Anstieg von Krankheitsfällen“, sagt Sprecher Carsten Fricke. Am vergangenen Freitag meldeten sich von den rund 420 Beschäftigten in Verwaltung, Kitas und dem Betriebshof rund 16 Prozent krank.  Am Montag fehlten 57 Mitarbeiter – genau vor einem Jahr waren es nur 34. „In welchem Umfang die Grippe dafür verantwortlich ist, lässt sich nicht genau sagen“, sagt Fricke. Die Stadt erfasse keine Krankheitsursachen. Krankheitsbedingt ist das Team Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) und Asyl am Donnerstag, 15. März, und Freitag, 16. März, weder telefonisch noch persönlich erreichbar.

Hochsaison ist überstanden

Apothekerin Britta Venter von der Kreuz-Apotheke kennt die Probleme der Ansteckungsgefahr. Ein kranker Mitarbeiter könne sehr schnell seine Kollegen anstecken, dann fiele eine ganze Abteilung aus. Viele Patienten kamen in den letzten Wochen, ohne vorher den Arzt aufzusuchen, in die Apotheke. „Dann handelte es sich aber nicht um eine Grippe, sondern um einen grippalen Infekt“, erklärt Venter. Die Apothekerin hat sich selbst gegen Grippe impfen lassen. Den jetzt zugelassenen Vierfachimpfstoff habe sie in der Apotheke vorrätig und könne von Ärzten verordnet werden. Auch die 75-jährige Rosemarie Küthmann und ihr Ehemann Wolfgang wollten sich mit der Impfung vor der Grippe schützen. Sie erkrankten trotzdem. „Uns ging es sehr schlecht, über drei Wochen hatten wir Fieber und mussten Antibiotika nehmen“, sagt Rosemarie Küthmann. Das Ehepaar ist sich noch nicht sicher, ob es sich im nächsten Jahr wieder impfen lässt.  

Ärzte raten zur Vierfachimpfung

Der Allgemeinmediziner Micha Alescha Wieghorst erlebt in seiner Praxis in Letter derzeit täglich mehrere Patienten, die an der sogenannten echten Grippe erkrankt sind. „Gerade heute waren drei Grippepatienten da“, sagt er. Während seines Notdienstes am Wochenende im Bereich Seelze, Garbsen, Wunstorf habe er zahlreiche Kranke gesehen, die seiner Ansicht nach ins Krankenhaus gehört hätten. Die umliegenden Kliniken jedoch seien völlig überlastet und könnten kaum noch Patienten aufnehmen. 

„Es ist noch nicht vorbei. Die Grippewelle ist voll am Rollen“, so Wieghorst. Jedem, der älter als 60 Jahre ist oder an einer oder mehreren chronischen Erkrankungen leidet, rät Wieghorst zur Impfung. Geachtet werden sollte allerdings darauf, dass der Vierfachimpfstoff verwendet wird. „Der virale Hauptstamm ist in dem Dreifachimpfstoff nicht enthalten“ erklärt der Mediziner. 

Grippe oder grippaler Infekt?

Typisch für die echte Grippe – hervorgerufen durch Influenzaviren – ist ein schlagartiger Beginn der Krankheit. „Meist entstehen die Symptome innerhalb eines halben Tages“, sagt der Allgemeinmediziner Micha Alescha Wieghorst. Starke Kopf-und Gliederschmerzen, ein schneller Fieberanstieg und ein trockener Husten seien typische Anzeichen. Beim grippalen Infekt hingegen wechseln sich die Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Schüttelfrost, erhöhte Temperatur ab. Eine Grippe kann tödlich enden: Mehr als 130 Tote meldet das Robert-Koch-Institut bereits für diese Saison. rem

Von Heike Baake, Sandra Remmer und Linda Tonn

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