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Region Seelze Nachrichten Pfarrer Norbert Mauerhof geht nach Walsrode
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14:34 12.08.2018
Pfarrer Norbert Mauerhof wird Seelze verlassen. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Nach rund zehn Jahren verlässt Pfarrer Norbert Mauerhof die Obentrautstadt und geht nach Walsrode. Die katholische Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Seelze, zu der auch St. Maria Rosenkranz in Letter gehört, wird künftig von einem Pastoralteam aus Garbsen betreut. Am Sonntag ist Mauerhof bei einer feierlichen Vesper in der Kirche offiziell verabschiedet worden.

Mauerhof war in Seelze am 8. Oktober 2008 im Gottesdienst eingeführt worden, ernannt war er bereits zum Monatsbeginn gewesen. Im Schnitt blieben katholische Geistliche etwa zwölf bis 15 Jahre auf einer Stelle. Dass er früher geht, sei dem Priestermangel in der katholischen Kirche geschuldet. „Im Bistum Hildesheim, zu dem Seelze gehört, gibt es 126 Pfarreien.“ Die Frage sei gewesen, ob es dafür überhaupt genügend Pfarrer gebe. Um alle Gegenden mit Pfarrern versorgen zu können, seien für den Stellenplan 2023 pastorale Räume gebildet worden. Diese würden von einem leitenden Pfarrer betreut, der eventuell noch von einem weiteren Pfarrer unterstützt wird. Dazu kämen Diakone und Verwaltungsbeauftragte. Seelze und Garbsen seien ein derartiger pastoraler Raum, allerdings blieben beide Gemeinden selbstständig. In Garbsen seit mit Christoph Lindner ein Pfarrer vorhanden, dazu käme mit Pastor Bernhard Baumert ein zweiter Geistlicher. „Da war ich über“, sagt der 60-Jährige. Und so sei er gefragt worden, ob er sich eine Veränderung vorstellen könne. Für ihn sei klar gewesen, wenn es einen Wechsel geben soll, dann jetzt und nicht erst in drei Jahren. So könne er sich vor seinem Ruhestand im vollendeten 67. Lebensjahr noch richtig einbringen. Und Walsrode sei nicht so weit entfernt von Hannover. In Seelze habe er auch kein Geheimnis daraus gemacht und es den Menschen frühzeitig erzählt, sagt der beliebte Geistliche.

Mauerhof ist in Celle geboren. Wie bei vielen norddeutschen Katholiken kamen seine Eltern aus dem Osten, der Vater aus Schlesien und die Mutter aus Ostpreußen. Dass er Geistlicher wurde, habe sich irgendwie so ergeben. „Theologie und Philosophie haben mich zwar schon immer interessiert.“ Und so sei die Entscheidung für den Priesterberuf erst nach einer Berufsausbildung zum Schaufenstergestalter und dem Ablegen des Abiturs sowie seiner Zivildienstzeit relativ unspektakulär gefallen. Mauerhof studierte in Münster und in Melbourne. Während seiner sechsjährigen Zeit als Kaplan, in der evangelischen Kirchen als Vikar bezeichnet, war er in Mühlenberg und Braunschweig-Querum im Einsatz. Dann war er für zehn Jahre in Obernkirchen, das vor allem wegen seines Sandsteins berühmt ist. Dort wurde er 50 und konnte das 100-jährige Jubiläum der Obernkirchener Kirche feiern. In Seelze habe er ebenfalls das 100-jährige Jubiläum der Kirche mitgestalten können.

Im Unterschied zu vielen anderen Berufen sei das Wirken von Geistlichen nicht immer sofort sichtbar. „Seelsorge ist immer wieder neu und anders.“ Inzwischen würden Schulen verstärkt nach Einschulungs- und Abschiedsgottesdiensten nachfragen. „Das ist ein Phänomen, das ich schön finde.“ Eher irritierend findet der Pfarrer dagegen die aus amerikanischen Filmen übernommene Sitte, das die Braut vom Vater in die Kirche geführt wird. Gut 150 Jahre sei es üblich gewesen, dass die Gemeinde beim Einzug des Brautpaares Spalier stand. Dass nun einige Frauen vom Vater in die Kirche geführt und übergeben würden, sei eigentlich ein Relikt aus der Feudalzeit, als Frauen keine eigenen Entscheidungen treffen durften. „Besser ist es doch, den Lebensweg gemeinsam zu beginnen.“

Am Sonntag hat Mauerhof seine Entpflichtsurkunde für Seelze erhalten. Seine neue Amtszeit in Walsrode beginnt am 1. September, am 2. September wird er im Gottesdienst eingeführt. In Seelze wird das Pastoralteam mit Pfarrer Christoph Lindner, Pastor Bernhard Baumert, Gemeindereferentin Bärbel Smarsli und Diakon Thomas Müller am Sonntag, 19. August, um 16 Uhr von Regionaldechant Probst Martin Tenge in der Kirche Heilige Dreifaltigkeit eingeführt.

Von Thomas Tschörner

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