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00:21 31.08.2018
Werner Stalke ist ein erfahrener Schütze. Quelle: Thomas Tschörner
Letter

 Letters Schützengesellschaft feiert am ersten Septemberwochenende ihr Schützenfest. Dann sind wieder viele üppig dekorierte Schützenjacken zu sehen. Dabei wurde schon in den siebziger Jahren der Verzicht auf allzu viele Abzeichen beschlossen.

In der Vergangenheit seien viele Schützenjacken geradezu gespickt gewesen mit Auszeichnungen und Ehrenzeichen sowie Anstecknadeln aller Art, erinnert sich Werner Stalke, der bereits 1958 in die Schützengesellschaft von 1834 Letter eingetreten war und nach diversen Ämtern nun ihr Ehrenvorsitzender ist. Doch die vielen Abzeichen aus Blech, häufig mit spitzen Ecken und Kanten, hatten auch Nachteile. „Die Damen hatten sich beschwert, dass das viele Blech Fäden aus den Ballkleidern zog“, berichtet Stalke. Die Schützen hatten ein Einsehen – und nahmen gleich die ganz große Reform in Angriff.

Denn die bis Anfang der siebziger Jahre getragene feldgraue Uniformjacke aus Wollstoff mit Hornknöpfen und geflochtenen Schulterklappen stand ebenfalls zur Diskussion. Die Jacke war schwer, und wirkte auf viele Schützen zu militärisch. Der Verein besorgte Stoffmuster und entschied sich schließlich für eine dunkelgrüne Clubjacke. Diese wurde selbstverständlich weiter mit dem aufgenähten Wappen des Ortsteils Letter versehen, das den Leinebogen, Stichkanal und eine im Ort gefundene Urne aus grauer Vorzeit zeigt. Auf die Schulterklappen wurde verzichtet. Künftig sollte auch von „Schützengarderobe“ und nicht mehr von „Schützenuniform“ die Rede sein. „Wir haben auch entschieden, dass von zu vielen Abzeichen Abstand genommen wird. Nur noch Ehrenzeichen und Orden sollten auf der Jacke getragen werden“, sagt Stalke.

Dazu gehörten etwa die Königsorden und Nadeln für sportliche Erfolge, aber auch Auszeichnungen wie Ehrennadeln für Verdienste im Deutschen Schützenbund und der untergeordneten Verbände. „Man muss grundsätzlich erst die Nadel auf der jeweils niedrigeren Ebene haben - für Letter also erst vom Verein, Kreisschützenverband Leine und Landesverband , bis dann der Deutsche Schützenbund folgt.“ Stalke hat außerdem noch den Ehrenorden der Schützengilde aus Seelzes polnischer Partnerstadt Mosina und das Ehrenkreuz des polnischen Schützenverbandes erhalten. Offiziell seien Ehrenauszeichnungen, sportliche Erfolge und Königsorden auf den Jacken von Letters Schützen zugelassen. Dies bleibe aber letztlich jedem selbst überlassen. „Manche nutzen ihre Jacke auch zur Unterbringung von Sammlerstücken, etwa getauschter Nadeln anderer Vereine.“

Die Schützengesellschaft erwarte von ihren Mitgliedern, sich die Schützenkleidung zu beschaffen. Gezwungen werde aber niemand, betont Stalke. Die Kosten hielten sich mit 120 bis 160 Euro für eine Jacke zudem in Grenzen. Ausgaben für Hose und Hemd lässt Stalke nicht gelten. Denn schwarze Hose, weißes Hemd und schwarze Schuhe habe wohl jeder Mann. Die rostbraune Krawatte falle kostenmäßig kaum ins Gewicht. Die Damen bräuchten neben dem Blazer, eine Weste, weiße Bluse und schwarzen Rock. Weil die Frauen sich eher mal für Maßanfertigungen entschieden, fielen etwa 350 bis 400 Euro an.

Letztlich haben die Reform und der Versuch, die Jacken etwas „abzurüsten“, wenig gebracht. „Es gibt inzwischen kaum noch Bälle“, sagt Stalke. Der ursprüngliche Anlass für die Änderungen an der Schützengarderobe ist damit weitgehend hinfällig geworden.

Letters Schützen feiern drei Tage

Das Schützenfest in Letter wird von Sonnabend bis Montag, 1. bis 3. September, auf dem Festplatz Alte Aue gefeiert. Eröffnet wird das Fest am Sonnabend um 14.30 Uhr mit dem Antreten der Schützen, anschließend laden Ortsrat Letter und Schützengesellschaft von 1834 Letter zur Kaffeetafel mit dem Musikverein Dedensen ins Festzelt ein. Die Könige werden um 18.15 Uhr geehrt, bevor um 19 Uhr das Festessen und um etwa 20.30 Uhr Tanz und Musik im Festzelt beginnen. Der Festumzug ist am Sonntag ab 15 Uhr ein Höhepunkt. Getanzt kann ab 18 Uhr im Festzelt werden. Zum Annageln der Königsscheiben marschieren die Schützen ab 11.30 Uhr vom Kastanienplatz ab. Ein Empfang vor dem Alten Rathaus steht um 14.55 Uhr auf dem Programm. Von dort geht es um 15.40 Uhr mit den Kindern zum Festplatz, wo um 16 Uhr der Kindernachmittag beginnt.

Von Thomas Tschörner

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