Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Fledermäuse finden am Stichkanal neue Quartiere
Region Seelze Nachrichten Fledermäuse finden am Stichkanal neue Quartiere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 03.03.2019
Karsten Grube (mit Mütze) und Thomas Jesinghaus arbeiten in luftiger Höhe und müssen sich durch Zweige und Äste manövrieren. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Elf Holzkästen haben Mitarbeiter des Außenbezirks Lohnde des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Braunschweig zwischen Seelze und Letter am Nordufer des Stichkanals aufgehängt, die Fledermäusen ein Quartier bieten sollen. Unterstützt wurde die Aktion vom Naturschutzbund (Nabu) in Seelze.

Nach wie vor seien Fledermäuse in Gefahr, sagt Friedhelm Ilse, Vorsitzender des Nabu in Seelze. Ein Grund seien fehlende Unterschlupfmöglichkeiten. Deshalb habe er sich gefreut, dass das WSA auf den Nabu zugekommen sei. Insgesamt elf Holzkästen hat Karsten Grube als Teil eines insgesamt über zwei Jahre laufenden Umwelt-Seminarprojekts seiner Behörde gebaut, die anschließend mit Leinöl wetterfest gemacht wurden. An der Unterseite der Kästen befindet sich ein Schlitz, durch den die Fledermäuse ins Innere gelangen können. „Bei einer Nachtschicht habe ich Fledermäuse gesehen“, sagte Grube. Dies habe ihn auf die Idee gebracht, die Tiere in den Mittelpunkt seines Projektes zu stellen. Grube sammelte Informationen und legte los. Die Holzkästen seien für alle Fledermausarten gleichermaßen geeignet, sagte Ilse. Das „einzige fliegende Säugetier“ könne die künstlichen Unterkünfte als Sommerquartier oder als Tagesquartier auf dem Zug, bei der Paarung oder als Wochenstube nutzen.

Doch zunächst mussten die Kästen erst einmal angebracht werden. Dafür war ein Bereich des Ufers des Stichkanals zwischen Letter und Seelze ausgewählt worden, der wegen des zugewucherten Weges kaum zugänglich ist. Mit einem auf einem Lastwagen montierten Hubsteiger ließen sich Jesinghaus und Grube in luftige Höhe hieven. Denn die Kästen sollten –ausgerichtet nach Süden oder Osten – in einer Höhe von vier bis sechs Metern an Bäumen angebracht werden. Erschwert wurde die Arbeit durch Äste und Zweige, durch die der Korb des Hubsteigers manövriert werden musste. Mit jeweils zwei Schrauben wurden die Fledermaus-Quartiere an den Stämmen der Bäume befestigt.

„Tiere sind vom Grundsatz her nicht unser Hauptmetier“, ergänzte Thomas Jesinghaus vom WSA. Doch inzwischen würde auch bei der Arbeit an den Bundeswasserstraßen immer mehr auf Umweltaspekte geachtet, sei es mit Ausstiegsmöglichkeiten für Tiere aus dem Kanal oder Barrieren für Kröten, damit diese sichere Wege nutzen. Sinn und Zweck des Lehrgangs sei es gewesen, sich mit der Natur auseinander zu setzen. Bei der Auswahl ihrer Projekte seien die Teilnehmer relativ frei gewesen. „Sie sollten aber einen Bezug zur Wasserstraße haben“, sagte Jesinghaus. Ein Kollege habe auch Steinkauz-Kästen gebaut, ergänzte Grube.

Auf einen allzu schnellen Erfolg sollten die WSA-Mitarbeiter aber nicht hoffen, schränkte Ilse ein. Es könne durchaus ein bis zwei Jahre dauern, bis die Fledermäuse die Kästen für sich entdecken und nutzen würden. Deutlich schneller waren zwei Meisen zur Stelle, die aber feststellen mussten, dass die nagelneuen Quartiere für sie ungeeignet sind.

Von Thomas Tschörner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Während des 25. Shanty-Festivals soll die Hannoversche Straße vom 1. Juni, 8 Uhr, bis 2. Juni, 22 Uhr, gesperrt sein. Das fordern die Grünen in einem Antrag, über den die politischen Gremien noch beraten müssen.

28.02.2019

Ein Baum aus Metall auf einem Granitsockel kennzeichnet Seelzes erstes Grab für Sternenkinder. Betroffene Eltern können ihre Kinder dort ab sofort bestatten lassen.

02.03.2019

Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch einen Haufen Unrat vor der Kleiderkammer des Seelzer Brotkorbs abgeladen. André Meyer, Vorsitzender des Seelzer Brotkorbs, hofft, dass die Ehrenamtlichen sich nicht selbst um die Entsorgung kümmern müssen.

27.02.2019