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Region Seelze Nachrichten Noch blühen Dötebergs Sommerblumen
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00:18 12.10.2018
Typisch für den Herbst: farbenprächtige Blüten stehen neben Sonnenblumen, die schon vertrocknet sind . Quelle: Patricia Chadde
Döteberg

Wer sich einen Prinzen wünscht: in Döteberg sind die runden Gesellen schon für vier Euro zu haben. Man kann sie leicht abschleppen, denn es handelt sich bei dem Angebot natürlich nicht um einen märchenhaften Abkömmling des Adels, sondern um einen prallen, grauen Kürbis. Crown Prince heißt die Sorte und empfiehlt sich Dank ihres leicht süßen, feinen Geschmacks für Aufläufe oder Suppen. Jetzt ist Erntezeit. Neben Herbstblumen leuchten unterschiedlichen Kürbissorten, die rund oder oval sind. Alle lassen sich einige Wochen oder sogar Monate einlagern. Der schwere, orange Klassiker, namens „Zentner“ zählt ebenso zur Auswahl, wie dekorative Zierkürbisse in ansprechenden Schattierungen von weiß über gelb bis grün oder Speisekürbisse in rostroten farbabstufungen, ob es sich Hokkaido, Butternut oder Spaghetti-Kürbis handelt.

Ebenso farbenprächtig, aber noch bunter sind die bunten Blütenteppiche anzusehen, aus denen trockene Stengel ragen. Selbst Pflanzen, die schon wieder am Vergehen sind, überraschen mit ihrer ganz besonderen Ästhetik. Ein eindrucksvolles Beispiel geben die angetrockneten, schon grau gewordenen Blätter und Stängel der Zucchini, die in harmonischen Linien am Boden liegen.

Blühendes Leben und welke Blätter auf dem Wege des Zerfalls. „Schön wirkt beides“, wie Friedlinde Volker findet. Sie hegt das Döteberger Blumenfeld, auf dessen fruchtbarem Boden schon seit Jahrhunderten Pflanzen gedeihen. Mit ihrer ganz eigenen Einstellung zum Werden und Vergehen der Pflanzenwelt schärft Friedlinde Volker unaufdringlich den Blick für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Wer sich der herbstlichen Melancholie hingeben möchte, bevor der erste Frost die einjährigen Pflanzen bricht, kann sich auf einem der Sitzplätze inmitten des Blumenmeeres niederlassen und seinen Blick über Astern, Dahlien, Sonnenhüte, Trompetenblumen und Zinnien schweifen lassen, während sich im Gegenlicht die dunklen Bäume des Osterholzes erheben. Mit den Minustemperaturen kommt dann die nächste Etappe, denn die Zellstrukturen der Sommerblumen sind Minusgraden nicht gewachsen. Doch ihre getrockneten Blütenstände bergen schon jetzt die blumige Pracht der nächsten Saison. Ein Gedicht des deutschen Journalisten Victor Auburtin findet Friedlinde Volker besonders treffend, für sich neigende Sommerblumenzeit: „Im Herbst steht in den Gärten die Stille, für die wir keine Zeit haben“. Vielleicht nimmt sich ja der eine oder andere doch ein paar Minuten und genießt den Anblick – oder einen Prinzen.

Von Patricia Chadde

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