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Im ersten Obergeschoss der Brüder-Grimm-Schule ist derzeit noch der Schulkindergarten untergebracht.

Im ersten Obergeschoss der Brüder-Grimm-Schule ist derzeit noch der Schulkindergarten untergebracht.
 © Sandra Remmer

Seelze

Schulkindergarten wird vorerst weiter betrieben

Der Rat der Stadt Seelze hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Schulkindergarten der Brüder-Grimm-Schule vorerst für ein Jahr weiter zu betreiben. Bis zum Frühjahr 2019 soll die Verwaltung mit Vertretern von Politik, Kindergärten und Schule alternative Einschulungsmodelle vorlegen.

Seelze.   Es geht uns um einen sanften Übergang in die Schule“, sagte Johannes Seifert, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, in der Ratssitzung. Betroffen seien etwa 20 Kinder, die nicht eingeschult würden. Seifert betonte, dass es landesweit die Tendenz gebe, Schulkindergärten abzubauen. Deshalb solle das Jahr des Weiterbetriebs genutzt werden, in einer Arbeitsgemeinschaft „Übergang Kita-Schule“ zu überlegen, wie die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kindergärten gestaltet werden könne, sagte Seifert. Der Rat stimmte einstimmig für den von den Fraktionen von SPD und Grünen vorgelegten Antrag.

Im Schulkindergarten werden Kinder aus dem ganzen Stadtgebiet betreut

Es sind ganz unterschiedliche Gründe, warum die 20 Jungen und Mädchen den Schulkindergarten und nicht die erste Klasse der Grundschule besuchen. Körperliche und geistige Entwicklungsverzögerungen, Konzentrationsprobleme, Sprachdefizite und anderes. Speziell für diese Kinder, die zwar im schulpflichtigen Alter sind aber nicht über die erforderliche Schulreife verfügen, gibt es die Einrichtung, die in den Räumlichkeiten der Brüder-Grimm-Schule untergebracht ist und die betroffene Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet besuchen. Während die Stadt den Schulkindergarten aus Kostengründen gern geschlossen hätte, hatten sich SPD und Grüne in einem gemeinsamen Antrag für den Erhalt der Einrichtung ausgesprochen. Der Ausschuss für Bildung und Freizeit hatte diesem Antrag bereits einstimmig zu gestimmt. Der Rat hatte seine Entscheidung zweimal vertagt und auf die letzte Sitzung des Jahres verschoben. 

Stadt bezieht detailliert Stellung

Zuvor hatte die Verwaltung detailliert zu allen Fragen Stellung genommen, welche SPD und Grüne formuliert hatten. Die Stadt klärte zum Beispiel darüber auf, dass Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensirritationen nicht nur im letzten Kindergartenjahr, sondern so früh wie möglich gefördert werden.  Durch das Angebot der Region Hannover „Sozialpädiatrische Beratung in Kindertageseinrichtungen“, ein Baustein des Projekts „Frühe Hilfen – frühe Chancen“ konnte die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen elementarpädagogischen Fachkräften und dem Team Sozialpädiatrie verstärkt werden. Die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten fühlten sich dadurch bei der Identifizierung von Förderbedarfen, Auswahl der passenden Fördermöglichkeit sowie in der Beratung der Sorgeberechtigten deutlich unterstützt. Als weiteren Punkt, um die Anzahl der nicht schulreifen Kinder zu reduzieren, nennt die Stadt die Teilnahme der Erzieher an dem Projekt „Wortschatz“, dass die Sprachbildung unterstützen soll.

SPD und Grüne hatten in ihrem Antrag dagegen betont, dass kein Kind zurückgelassen werden dürfe. Beide Fraktionen sind überzeugt, dass es auch in den nächsten Jahren etwa gleich viele Jungen und Mädchen geben wird, die vom Schulbesuch zurückgestellt werden. Mit der Verlängerung des Schulkindergartens werde zudem Zeit gewonnen, alternative Einschulungsmodelle zu entwickeln.

Von Sandra Remmer und Thomas Tschörner


neuepresse.de/seelze
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