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Die Regenbogenschule soll eine neue Mensa erhalten.

Die Regenbogenschule soll eine neue Mensa erhalten.
© Patricia Chadde

Seelze

Regenbogenschule will mehr Räume und größere Mensa

Die Regenbogenschule wehrt sich gegen die Dreizügigkeit, die ihr von der Stadt verordnet wird. Stattdessen wünscht sich die Grundschule mehr Raum und eine größere Mensa. Der Rat hat jetzt den Aus- und Neubau von drei Schulstandorten beschlossen.

Seelze.  Der Fahrplan steht: Die Regenbogenschule wird zu einer offenen Ganztagsschule mit drei Klassen pro Jahrgang ausgebaut und soll auch eine Mensa erhalten. Gleichzeitig sollen neue, ebenfalls dreizügige Grundschulen mit dazu gehörender Einfeldsporthalle in Seelze-Süd und Harenberg gebaut werden. Dies hat der Rat in seiner letzten Sitzung des Jahres 2017 jeweils einstimmig beschlossen. Vergeblich hatten Lehrer, Schüler und Eltern der Regenbogenschule sich in der Einwohnerfragestunde für ein größeres Raumprogramm und eine Mensa mit mehr Plätzen stark gemacht.

Eltern, Schüler und Lehrer sind von Plänen für Regenbogenschule enttäuscht

Jungen und Mädchen der Grundschule, die derzeit mit rund 480 Schülern und vier bis sechs Klassen pro Jahrgang räumlich längst an der Kapazitätsgrenze angelangt ist, zeigten sich von den Plänen der Stadt enttäuscht. Die Kinder befürchteten, dass bei einer Verringerung auf drei Züge künftig Geschwister und Freunde nicht mehr zusammen auf eine Schule gehen könnten. Zudem bemängelten die Grundschüler, dass sie nicht mitentscheiden konnten.  Eltern- und Lehrervertreter befürchteten, dass neue Schulbezirksgrenzen zu Lasten der Familien gehen und längere Fahrwege bedeuten könnten. Auch die geplante Mensa wurde als zu klein kritisiert.

Bei jeder Variante gibt es nach Einschätzung der Stadt Fahrschüler

Dagegen betont der Erste Stadtrat Karsten Balzer, dass niemand die Schule verlassen müsse. Rat und Verwaltung müssten die Gesamtsituation der Stadt vor Augen haben. „Wir gehen vorsichtig von einer Neunzügigkeit aus, das können aber auch mal zehn Klassen pro Jahrgang sein“, sagte er zu der Prognose für die Kernstadt einschließlich Seelze-Süd sowie Harenberg, Döteberg und Velber. Schüler, die fahren müssten, werde es immer geben –und zwar unabhängig von der Planungsvariante. Bürgermeister Detlef Schallhorn erklärte, dass die Stadt in Sachen Schulplanung noch längst nicht fertig sei (siehe Kasten). 

Nördlich der Harenberger Meile (rechts im Bild) soll am westlichen Ortsrand von Harenberg eine neue Grundschule gebaut werden

Nördlich der Harenberger Meile (rechts im Bild) soll am westlichen Ortsrand von Harenberg eine neue Grundschule gebaut werden. Im Hintergrund ist Seelze-Süd zu sehen, wo ebenfalls eine neue Schule gebaut werden soll.

Quelle: Sandra Remmer

Rat verteidigt Planungen für die Grundschulen

„Wenn Sie uns etwas nicht vorwerfen können, dann die Schulpolitik der letzten Jahren“, zeigte sich Johannes Seifert, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, seinerseits von den Vorwürfen enttäuscht. Der Rat habe eine Menge geleistet, um neue Schulen zu bauen und vorhandene zu sanieren. Der Ortsteil Seelze bestehe nicht nur aus der Kernstadt, Seelze-Süd gehöre ebenfalls dazu. Deshalb mache eine Konzentration auf die Kernstadt keinen Sinn, weil auch die Kinder in Seelze-Süd eine Schule in nicht zu weiter Entfernung besuchen können sollen. Seifert versicherte, dass bei den Schulbezirksgrenzen noch Feinjustierungen möglich seien. Ziel müsse immer sein, kurze Wege für kurze Beine vorzusehen, sagte der Sozialdemokrat. Die Schullandschaft sei eine Großbaustelle, sagte Petra Cordes (CDU). Alle Investitionen in die Bildung der Kinder seien aber gut angelegtes Geld, auch wenn Seelze finanziell nicht auf Rosen gebettet sei. Die Stadt sei aber eine „Boomtown“ und gewinne Einwohner dazu. Auch ein Trend zum Drittkind sei feststellbar. 

Östlich der Straße Kirchbuschweg könnte im geplanten vierten Bauabschnitt von Seelze-Süd auch eine neue Grundschule entstehen

Östlich der Straße Kirchbuschweg könnte im geplanten vierten Bauabschnitt von Seelze-Süd auch eine neue Grundschule entstehen. p p

Quelle: Thomas Tschörner

Auch Frank Joosten (Die Grünen) wies der Kritik der Lehrer und Eltern der Regenbogenschule zurück. „Wir haben das gemeinsam erarbeitet. Ich hätte mir gewünscht, dass wir vorher darüber diskutiert hätten.“ Zu der Befürchtung, die Mensa der Regenbogenschule könnte zu klein sein, sagte Schallhorn, dass mit 50 bis 60 Essen bei 300 Schülern geplant werde. „Wenn es mehr Esser gibt, finden wir sicher einen Weg.“

Pläne für westliche Ortsteile stehen noch aus

Für zusammen rund 25 Millionen Euro soll die Regenbogenschule für den Ganztagsbetrieb ausgebaut und saniert werden sowie neue Grundschule am westlichen Rand von Harenberg sowie in Seelze-Süd entstehen. „Damit sind wir mit dem Schulkonzept aber noch nicht durch“, sagte Bürgermeister Detlef Schallhorn. Pläne für Lohnde, Gümmer und Dedensen stünden noch aus. Dies gelte besonders, wenn ein neues Baugebiet für Gümmer in Angriff genommen werde. Weil auch in Dedensen ein Neubaugebiet entstehen könnte, würde die Dedenser Grundschule dann wohl vor allem von den Kindern dieses Stadtteils besucht werden. Jungen und Mädchen aus Kirchwehren und Lathwehren, die derzeit noch die Schule in Dedensen besuchen, müssten dann in Seelze-Süd oder Harenberg beschult werden. Diese Planungen seien aber noch nicht begonnen worden.

Von Thomas Tschörner


neuepresse.de/seelze
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  • ... eine Stadt westlich von Hannover mit 33.000 Einwohnern
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