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"Wer macht es Einbrechern leicht?" Polizeioberkommissar Kai Zerbe (rechts) vom Polizeikommissariat Seelze und Student Robin Dinter sind auf Streife in einem Wohngebiet.

"Wer macht es Einbrechern leicht?" Polizeioberkommissar Kai Zerbe (rechts) vom Polizeikommissariat Seelze und Student Robin Dinter sind auf Streife in einem Wohngebiet.© PATRICIA CHADDE

Seelze

Polizei Seelze gibt Tipps zum Einbruchschutz

Fenster auf Kipp, überquellende Briefkästen und unbeleuchtete Wohnungen oder Häuser machen es Einbrechern leicht. Daher sorgen die Mitarbeiter von Seelzes Polizeidienststelle durch persönliche Gespräche und mit Informationsblättern für höhere Wachsamkeit. Unterwegs auf Streife.

Seelze / Velber. Mitten auf seinem Streifengang durch Velber entdeckt Polizist Kai Zerbe im ersten Stock eines Reihenhauses ein Fenster, das auf Kipp steht. "Professionelle Einbrecher, ob Frauen oder Männer, kommen hier in Sekunden über Garage oder Vordach ins Haus", sagt der Polizeioberkommissar und klingelt. Als der Mieter öffnet, ist er zuerst überrascht, zwei Herren in Uniform zu entdecken. Zerbes Kollege Robin Dinter erklärt den Grund für den Besuch: Die beiden Polizisten ziehen durch Seelze und wollen die Bürger über den richtigen Einbruchschutz aufklären. 

Herbstzeit ist Einbruchszeit

Es ist ein Phänomen, das alle Jahre wiederkehrt: Wenn sich die Menschen im Herbst in ihre gemütlichen Wohnungen und Häuser zurückziehen, sind Einbrecher auf der Straße unbeobachtet. Deshalb steigt gerade im November die Zahl der Einbrüche auch bei Tag und in der Dämmerung - ein Grund für die Polizei, ihre Präsenz in den Wohngebieten zu erhöhen. Polizeioberkommissar Zerbe hat sich während seiner Zeit beim Ermittlungsdienst intensiv mit dem Thema Einbruchschutz beschäftigt und kann manche Schwachstelle durch seinen erlernten "Täterblick" erkennen. Der 22-jährige Dinter studierte an der Polizeiakademie Niedersachsen und kann während seines dreimonatigen Praktikums in Seelze vom Erfahrungsschatz des Polizeioberkommissars profitieren.

Der überraschte Hausbewohner findet den Besuch der Polizei mittlerweile ziemlich gut. Er habe selbst Erfahrungen mit Unbekannten gemacht, die sein Wohngebiet offenkundig auskundschafteten, erzählt er. Er berichtet von einer Männergruppe, die ihn mit einem Vorwand an der Haustür ablenkten, während ein weiterer Mann das Nachbargrundstück ins Visier nahm. "Ich habe sofort die Polizei gerufen, weil mir das seltsam vorkam", berichtet der Velberaner von seinem Erlebnis.

Volle Briefkästen locken Einbrecher an

Zerbe lobt die Reaktion ausgezeichnet und gibt den allgemeinen Tipp, sich bei der Polizei zu melden, sobald einem etwas Ungewöhnliches auffällt. "Wenn man anfängt, über eine Sache nachzudenken, dann ist auch etwas dran", ist sich Zerbe sicher. Zusammen mit seinen Kollegen ist er genau aus diesem Grund 24 Stunden am Tag erreichbar. Oft sei ein Streifenwagen in der Nähe und könne umgehend nach dem Rechten sehen. Der Anruf ist kostenfrei. Kollege Dinter hat inzwischen einen überquellenden Briefkasten entdeckt, der Neubau ist unbeleuchtet, ein Fenster im Erdgeschoss steht auf Kipp. Auf sein Klingeln öffnet niemand, weshalb Dinter auf einem Informationsblatt die Schwachpunkte ankreuzt. Das Blatt wandert in den Briefkasten.

Aufmerksame Nachbarn sind ein Schutz

"Was machen Sie denn hier?", fragt eine Lieferantin, die in einer Sackgasse zwischen Häusern aus den Achtzigerjahren steht. Zerbe und Dinter erklären den Sinn ihrer Streife und haben auch schnell ein weiteres gefährdetes Objekt im Blick: die alten Fenster des Bungalows sind kein Hindernis für Einbrecher, das Haus ist unbeleuchtet. In einem weiteren Straßenzug in Velber haben Reihenhausbesitzer dagegen aufgerüstet: "Jede der 5000 Euro teuren Türen hat einen erstklassigen Sicherheitsstandard", weiß Kai Zerbe. Wenn beim Verlassen dieser Häuser auch noch abgeschlossen wird, verlieren Einbrecher schnell das Interesse und suchen sich leichtere Beute, bevorzugt sind schlecht einsehbare Terrassentüren oder Kellereingänge. Einen Schutz kann man sich allerdings nicht kaufen - die aufmerksamen Nachbarn.

Sieben Tipps zum Schutz vor Einbrechern

1. Schließen Sie die Wohnungstür immer ab.

2. Lassen Sie in einem Raum ein Licht brennen. Unbeleuchtete Häuser und Wohnungen wirken unbewohnt.

3. Fenster und Terassentüren sollten beim Verlassen des Hauses nie auf Kipp stehen.

4. Ziehen Sie am Tag die Rolläden hoch. 

5. Verschließen Sie das Garagentor und auch die Kellertüren immer gut. 

6. Leeren Sie regelmäßig Ihren Briefkasten. Überfüllte Kästen weisen darauf hin, dass niemand zu Hause sein könnte.

7. Bitten Sie Nachbarn darum wachsam zu sein - vor allem, wenn Sie länger unterwegs sind

Kostenlose Informationsbroschüren gibt es im Polizeikommissariat Seelze

Gotehestraße 41

30926 Seelze

Telefon: 05137-827-0 oder 110

email: poststelle@pk-seelze.polizei.niedersachsen.de

Von PATRICIA CHADDE


neuepresse.de/seelze
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Seelze ist ...

  • ... eine Stadt westlich von Hannover mit 33.000 Einwohnern
  • ... dank seiner Lage an der Leine, dem Mittellandkanal und dem Stichkanal Hannover-Linden vom Wasser geprägt
  • ... Heimat eines der größten Rangierbahnhöfe Deutschlands
  • ... Standort der Kristall-Therme.
  • ... 6x pro Woche Thema in der Leine-Zeitung, die als Heimatzeitung in Seelze der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.