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Region Seelze Nachrichten Klärwerk Gümmerwald kann sich selbst versorgen
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00:38 28.05.2018
Das neue Blockheizkraftwerk vom Faulturm aus betrachtet. Quelle: Tonn
Gümmer

Ein Blockheizkraftwerk ist vor allem eins – laut. Das musste Hannovers erste Stadträtin und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Die Grünen) am Freitag erfahren, als sie die neue Anlage im Klärwerk Gümmerwald in Gang setzte. Bevor sie den Knopf drückte, setzte sie sich vorsorglich dicke Ohrenschützer auf. „Es ist spannend, eine so riesige Maschine in Betrieb zu nehmen“, sagte die Politikerin, bevor der ganze Raum anfing zu wummern und zu vibrieren. Das Klärwerk der Stadtentwässerung Hannover an der B441 reinigt das Abwasser von knapp 750.000 Einwohnern aus Hannover, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Laatzen, Ronnenberg und Seelze. Bei dem Prozess entsteht Klärgas, der durch das neue Blockheizkraftwerk in Strom und Wärmeenergie umgewandelt wird. Damit arbeitet das Klärwerk weitgehend eigenständig, denn das Kraftwerk erzeugt knapp 85 Prozent des benötigten Stroms. Die in die Jahre gekommene Vorgängeranlage schaffte nur rund 60 Prozent.

Energie wird genutzt

„Die Energie kann effizient genutzt werden“, sagte Tegtmeyer-Dette. „Damit ist diese Investition auch ein zukunftsweisender Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.“ 12 Millionen Euro hat die Modernisierung der knapp zehn Meter hohen und 600 Quadratmeter großen Halle gekostet. In ihren Inneren erzeugt ein riesiger Generator den Strom. Ein Gasmotor produziert die Wärme, mit der verschiedene Räume der Anlage beheizt werden. Neben dem Blockheizkraftwerk sind auch eine neue Mittelspannungsanlage und eine neue Heizkesselanlage entstanden. „Das Klärwerk wird vom Energieversorger mit einer Spannung von 20.000 Volt versorgt“, sagte Maren Lobisch von der Stadtentwässerung. Anders als zuvor könnten die Mitarbeiter die neue Mittelspannungsanlage an einer abgetrennten Schaltanlage bedienen, ohne sich einer Gefahr auszusetzen. Damit werde auch die Arbeitssicherheit erhöht.

Maren Lobisch von der Stadtentwässerung Hannover zeigt die neue Schaltanlage in der Mittelspannungsanlage. Quelle: Tonn

7 Millionen Liter Abwasser aus Seelze

1983 wurde das Klärwerk Gümmerwald errichtet und in Betrieb genommen. Es ist unterirdisch mit dem Werk in Hannover-Herrenhausen verbunden. Bis zu 160 Millionen Liter Abwasser kommen täglich in Gümmer an, davon knapp 7 Millionen Liter von Haushalten aus Seelze. Das Abwasser wird durch verschiedene Becken geleitet und von groben Stoffen befreit. Dabei entsteht sogenannter Klärschlamm. Knapp drei Wochen liegt er in den Faultürmen der Anlage und setzt das Klärgas frei. Mit diesem Gas wird das Blockheizkraftwerk betrieben. Nach der Reinigung in der Kläranlage ist das Wasser zu 98 Prozent sauber und wird in die Leine geleitet.

Von Linda Tonn

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