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Region Seelze Nachrichten Nach Vögeln werden auch Seelzes Insekten gezählt
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00:23 03.06.2018
Diese Meise hat den Schnabel voll genug, um ihre Jungen ausreichend zu versorgen. Quelle: Patricia Chadde
Seelze

Zwischen Himmelfahrt und Muttertag sind zahlreiche Vogelbeobachter aus Seelze dem NABU-Aufruf gefolgt und zählten die Flugkünstler, die in ihren Gärten zu Hause sind. Bundesweit hatten mehr als 37.000 Vogelbeobachter aus rund 25.000 Gärten und Parks 840.000 Vögel gemeldet. Bis zum 21. Mai konnten die Vogelzählungen per Internet oder per Post an den NABU übermittelt werden. Die Menge klingt hoch, doch Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller relativiert die Summe, denn durchschnittlich 33,3 Vögel pro Garten deuten auf den niedrigsten Vogelbestand seit Beginn der Zählungen hin. Im Vergleich zum Vorjahr sind fünf Prozent der bundesdeutschen Gartenvögel verschwunden, wobei es vor allem Arten schwer haben, die ihren Nachwuchs mit Insekten füttern. Während Haussperling, Feldsperling, Ringeltaube und Rabenkrähe in üblichen Zahlen vors Fernglas rückten, weisen sieben Arten der am häufigsten vorkommenden Tiere einen dramatisch niedrigen Stand auf. Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Elster, Grünfink, Buchfink und Hausrotschwanz haben es immer schwerer, bringen immer weniger Nachwuchs hoch.

Luftinsektenjägern, zu denen Mehlschwalbe und Mauersegler zählen, wird in Seelze besondere Aufmerksamkeit zuteil. Aber die kurze Bestandserholung von 2017 hat sich nicht fortgesetzt, aktuell sind die Zahlen so schlecht wie in den Jahren davor, sagt der NABU. Mehlschwaben haben ein Minus von 12 Porzent, Rauchschwalben von 14 Prozent und Mauersegler von 21 Prozent. Im Vergleich zu 2006 gibt es sogar nur noch 60 Prozent des Ausgangsbestandes. Die Ursache vermuten Vogelexperten, wie Seelzes NABU-Vorsitzender Friedhelm Ilse, im fortschreitenden Insektenschwund. „Es wäre großartig, wenn Gartenbesitzer ebenso wie die Nutzer von Balkon und Terrasse auch insektenfreundlichen Pflanzen eine Heimat bieten“, sagt Ilse. Von der kleinen Wildblumenecke bis zur Hecke profitierten alle.

Die nächste Zählaktion des NABU steht schon in den Startlöchern, denn vom 1. bis 10. Juni sowie vom 3. bis 12. August sind alle Interessierten aufgerufen, das Summen und Brummen in der Umgebung zu beobachten und zu notieren. Alles, was sechs Beine hat, gehört dazu. Der NABU engagiert sich für den Schutz von Insekten als unverzichtbar für das Ökosystem. Sie spielen bei der Pflanzenvermehrung und der Fruchtbarkeit des Bodens eine Rolle, außerdem sind sie die Leibspeise von jungen Meisen.

Von Patricia Chadde

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