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Nachrichten Garten in Vesbeck beherbergt 1001 Erinnerungen
Region Seelze Nachrichten Garten in Vesbeck beherbergt 1001 Erinnerungen
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14:16 29.05.2018
Eine alte Schwarzweiß-Fotografie von Onkel Hermann steht im Küchenschrank auf der Veranda. Quelle: Patricia Chadde
Vesbeck

Auf der überdachten Veranda von Monika Heinemann steht ein Küchenschrank, wie er in den 1920er Jahren üblich war. Die Farbe ist abgeblättert und angeschliffen - so schillert das hölzerne Möbel in verschiedenen grün- und weiß-Tönen, an manchen Stellen scheint auch das dunkle Holz durch. Tassen und Kannen in den Börden sind ein bisschen jünger und stehen auf Häkelspitze, während aus der linken Ecke Onkel Hermann als gerahmte Schwarz-Weiß-Fotografie auf den Garten blickt.

Diese Arrangements sind typisch für Monika Heinemann, die sich noch daran erinnert, wann sich ihr Blick für die Gebrauchsgegenstände von betagten Tanten und Onkeln entwickelte. „Diese schönen Sachen sind doch kein Müll“, befand die Vesbeckerin. Ausrangierte Kaffeetassen mit aus der Mode gekommenen Dekor werden mit selbst gemixtem Vogelfutter gefüllt, an Büschen befestigt oder verschenkt. Auch das „olle Messingbett“ weckt bei ihren Gästen Erinnerungen an früher, wie Monika Heinemann weiß. Es hat jetzt einen Platz unter freiem Himmel und wurde zum Hochbeet beziehungsweise Kräuterbett erkoren, um die würzigen Pflanzen vor gefräßigen Schnecken zu schützen.

„Früher war hier noch Acker für die eigenen Kartoffeln und Karotten“, erinnert sich Monika Heinemann an die ehemals plane Fläche. Doch mit der Zeit entstanden verwunschene Themen-Inseln, bei denen sie und ihr Mann Hermann natürlich auch das Tierwohl im Auge haben. Die Vogeltränke und ein Nistplatz aus gestapelten dürren Ästen haben Mönchsgrasmücken in Beschlag genommen, viele weitere Nistkästen hängen an Stämmen und Laubenwänden. Eine Sammlung alter Blechtöpfe und Gießkannen wird zum Mini-Museum historischer Gebrauchsgegenstände.

Aufgefädeltes Treibholz und selbst gesammelte Muscheln bilden mit einer Möwe aus Metall das kleine See-Revier, denn inzwischen kommen auch jede Menge Erinnerungsstücke aus dem eigenen Leben ins Spiel. Die ehemaligen Arbeitsschuhe von Rentner Hermann Heinemann sind jetzt das neue Zuhause von Sukkulenten. Auch das selbst gefertigte Betonherz mit Porzellan-Scherben versammelt persönliche Erinnerungen: „die haben wir in Rügen am Strand gefunden, die am Blanken Flat“, berichtet Monika Heinemann. In Vesbecks Norden wird sie am Fillerberg oft fündig. Da graben heute Maulwürfe, wo Bewohner einst Unrat abkippten. Alte Scherben holen die tierischen Grabekünsler wieder ans Tageslicht und Entdeckerin Monika Heinemann hat beim ersten Blick schon eine Idee, wie sie das Material weiterverarbeitet – zu etwas Schönem, selbstverständlich.

Von Patricia Chadde

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