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Region Seelze Nachrichten Gümmer sucht dringend Kandidaten für Kirchenvorstand
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15:18 17.12.2017
Die Kirche in Gümmer sucht Ehrenamtliche für den Kirchenvorstand. Quelle: Joanna von Graefe
Gümmer

 Die Kirchengemeinde Gümmer sucht dringend Kandidaten für den Kirchenvorstand. In den Gemeinden der evangelischen Landeskirche Hannover werden am 11. März die Kirchenvorstände neu gewählt. Bislang gibt es in Gümmer keinen einzigen Bewerber für dieses Ehrenamt.

 Für die Arbeit im Kirchenvorstand stellt sich in Gümmer niemand zur Verfügung

„In Gümmer werden die Wahlen für den Kirchenvorstand voraussichtlich nicht stattfinden“, schlägt Pastor Gerald Petzold Alarm, der neben Gümmer auch für die Kirchengemeinde Dedensen zuständig ist. In den vergangenen Wochen habe er genügend Leute gefragt, ob sie für dieses interessante und abwechlsungsreiche Ehrenamt kandidieren wollen. Doch er habe nur negative Antworten erhalten. „Gerade jüngere Leute sind vielfacht anderweitig engagiert, in der Feuerwehr oder im Sportverein.“

In Gümmer werden Kandidaten für den Kirchenvorstand gesucht. Quelle: Mirko Bartels (Archiv)

 632 Wahlberechtigte können maximal acht Kirchenvorsteher bestimmen

Von den 632 Walberchtigten der rund 700 Gemeindeglieder in Gümmer sind 17 jünger als 16 Jahre. Zwischen 16 und 20 sind36 Wahlberechtigte, zwischen 20 und 40 Jahre 167 und zwischen 40 und 60 Jahre 179 wahlberechtigte Gemeindeglieder. Den Großteil stellen die über 60-Jährigen mit 233 Wahlberechtigten. Maximal acht Kirchenvorsteher können in Gümmer für eine Dauer von sechs Jahren die Interessen der Kirchengemeinde vertreten. Als Mindestzahl ist vier festgesetzt. Davon könnten drei gewählt, und einer berufen werden, sagt Petzold. Berufene Mitglieder des Kirchenvorstands seien meist Menschen mit Spezialwissen, etwa zu Finanzen oder Baurecht. Eine erneute Wahl des vorhandenen Kirchenvorstands sei aus Altersgründen eher unwahrscheinlich. Die meisten hätten sich schon bei der letzten Wahl überreden lassen, sich noch einmal zur Verfügung zu stellen, sagt Petzold. Die Amtszeit von sechs Jahren hält der Pastor für einen guten Zeitraum. „Man benötigt schon rund zwei Jahre, um das System zu verstehen.“ 

Ortsbürgermeister Christian Schomburg zeigt den Dorfmittelpunkt, die Kapelle von Gümmer. w Quelle: Rebecca Hürter (Archiv)

Petzold hofft, dass sich doch noch Kandidaten finden. Andernfalls könne der Kirchenkreisvorstand im Notfall auch Leute in das Amt berufen. Damit drohe auch die Selbstständigkeit verloren zu gehen, die es in Gümmer seit rund 60 Jahren gebe. Auch eine Fusion mit Dedensen oder einer anderen Gemeinde sei denkbar, sagt Petzold. Seit 50 Jahren seien Dedensen und Gümmer unter einem gemeinsamen Pfarramt verbunden. Aus Sicht des Pfarramtes mache eine Fusion sogar Sinn, weil es dann nicht zwei Kirchenvorstandssitzungen im Monat gebe, sondern nur eine. Dedensen sei in Sachen Kirchenvorstand derzeit gut aufgestellt, sagt Petzold. Mit 900 Gemeindegliedern sei Dedensen auch etwas größer als Gümmer. Allerdings seien beide Gemeinden von der Zahl ihrer Angehörigen für eine volle Pfarrstelle zu klein. Zusammen habe für Dedensen und Gümmer einen Stellenanteil von 75 Prozent, die übrigen 25 Prozent bekomme er über eine Stelle für Seniorenarbeit in Hannover.

Von Thomas Tschörner

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