Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Dedenser feiern ersten Halt der Eisenbahn
Region Seelze Nachrichten Dedenser feiern ersten Halt der Eisenbahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 01.06.2018
Bernd Pfingsten (links) und Heinrich Nolte wollen mit einem Schild an den ersten Halt der Bahn in Dedensen erinnern. An der Wand hängt das alte Schild des Haltepunkts „Dedensen“. Quelle: Thomas Tschörner
Dedensen

Der Heimatverein Dedensen erinnert an den ersten Halt der Eisenbahn vor 125 Jahren: Am 2. Juli 1893 hielt erstmals ein Zug im Dorf. Künftig soll ein Schild an das historische Ereignis erinnern, das nächste Woche am Bahnhof Dedensen angebracht werden soll. Um das Jubiläum zu würdigen, will der Verein am 1. Juli ein Fest für ganz Dedensen auf die Beine stellen.

„Wir feiern am Sonntag, 1. Juli, auf dem Gelände der Heimatscheune“, sagt Bernd Pfingsten, Vorsitzender des Heimatvereins, der die Heimatscheune betreibt. Das Fest beginnt um 11.30 Uhr. Dem Anlass entsprechend soll es eine Ausstellung von Modelleisenbahnen geben. Zwischen 12.30 und 15 Uhr wird eine Jazz-Kapelle klassischen New Orleans Jazz spielen, bevor um 15.30 Uhr der Wunstorfer Shanty-Chor auftritt. Und natürlich werde es auch Getränke und Essen geben. Pfingsten betont, dass das Fest nicht ausschließlich für den Heimatverein gedacht sei, der rund 300 Mitglieder hat. „Wir wollen groß feiern mit dem ganzen Dorf.“

Beim Stöbern in der von Wilfried Sasse verfassten Dorfchronik ist Heinrich Nolte auf das historische Datum gestoßen. Zwar hatte das Zeitalter der Eisenbahn in den deutschen Staaten bereits 1835 begonnen, ist der Chronik zu entnehmen. Und 1846 wurde auch mit dem Bau der Bahnstrecke Hannover-Wunstorf durch Dedenser Gebiet begonnen, die 15 Monate später in Betrieb genommen werden konnte. Doch jahrelang war Seelze der einzige Halt der Bahn zwischen Hannover und Wunstorf. Die Dedenser sahen die Züge lediglich vorbeifahren. Erst 1890 gab es erste Überlegungen einen Haltepunkt für Dedensen und/oder Gümmer einzurichten. Zunächst sah es schlecht aus, weil die Behörden einen Halt für unwirtschaftlich hielten. Es gab zu wenig zu transportierende Güter. Den Ausschlag gab letztlich das Königliche Forstamt Dedensen, dessen Oberförster Stubenrauch einen Grubenholztransport von Dedensen ins Ruhrgebiet angeregt hatte. Die Planungen liefen an. Gümmer zog sich aber zurück, als es um eine finanzielle Beteiligung ging. In Dedensen hatte dagegen die Gemeindeversammlung im Juli und Oktober 1891 beschlossen, die erforderliche Summe von 250 Mark beizusteuern und zudem einen Koppelweg in einen befahrbaren Zustand zu bringen und zu unterhalten. Finanziell beteiligten sich auch Kolenfeld (400 Mark), Luthe (200 Mark) und Schloß Ricklingen (400 Mark) an dem neuen Haltepunkt „Dedensen“. Am 2. Juli 1893 war es dann soweit: Der erste Personenzug hielt um 7.55 Uhr. Sasse notiert in der Chronik, dass die dankbaren Dedenser dem Landrat von Woyna ein Telegramm mit einem dreifachen „Hoch“ schickten.

Von dem Bahnhof in Dedensen profitierte auch das benachbarte Gümmer. Der Halt blieb aber jahrzehntelang „Dedensen“. Im Zuge des S-Bahnbaus in der Region Hannover wurden die Karten neu gemischt und der Haltepunkt zu „Dedensen-Gümmer“. Immerhin hat der Heimatverein das alte Bahnsteigschild „Dedensen“ gerettet und in der Heimatscheune aufgehängt.

An den ersten Zughalt vor 125 Jahren will der Verein mit einem Schild erinnern. Ein Ortstermin mit der Bahn ist bereits erfolgreich absolviert. Anfang Juni wollen Pfingsten und Nolte das extra angefertigte Schild anbringen. Der Verein sei auch weiterhin auf der Suche nach historischen Erinnerungsstücken, nicht nur den Eisenbahnbau betreffend. Wer etwas hat, kann sich bei Bernd Pfingsten unter Telefon (05031) 74317 oder Heinrich Nolte unter Telefon (05031) 71389 melden.

Von Thomas Tschörner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Projekt „Musik macht stark“ erhält auch in den kommenden Jahren eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

31.05.2018

Rechtsanwalt Martin-Andreas Thater wehrt sich gegen die Bebauung des Bürgermeister-Röber-Platzes in der von der Stadt Seelze favorisierten Form. Thater rügt unter anderem, dass die auf dem Grundstück des noch abzureißenden Alten Rathauses geplanten Häuser zu hoch sind.

31.05.2018

Ein Unbekannter hat am Freitag zwischen 18.30 und 18.45 Uhr versucht, in einen auf dem Parkplatz des Friedhofs Dedensen stehenden Ford Kuga zu gelangen. Die Polizei sucht Zeugen.

28.05.2018