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Region Seelze Nachrichten Das sind die Pläne für die neue IGS in Seelze
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12:35 16.04.2018
An der Humboldtschule werden während der Osterferien die Klassenräume für den neuen IGS-Jahrgang saniert. Quelle: Sandra Remmer
Seelze

 Mit so einer Summe hatte Bürgermeister Detlef Schallhorn nicht gerechnet: Bis zu 30 Millionen Euro könnte der Ausbau der neu gegründeten integrierten Gesamtschule nach ersten groben Berechnungen kosten. „Das war beim Ratsbeschluss 2015 noch nicht so klar“, sagt er. Doch so langsam wird deutlich, wie sehr sich die Anforderungen an die neue Schulform von Gewohntem unterscheiden. Im August 2017 wurden die ersten Fünftklässler in der neuen Bertolt-Brecht-Gesamtschule an der Grand-Couronne-Allee eingeschult. Aktuell werden sie in umgebauten Räumen der Haupt- und Realschule unterrichtet. Jahr für Jahr kommen neue Jahrgänge hinzu, bis der Betrieb der Haupt- und Realschule am Standort aufgelöst wird. Spätestens ab dem Schuljahr 2019/20 wird es aber sehr eng. „Eine IGS ist komplett anders aufgebaut als eine Regelschule“, erklärt Projektleiterin Claudia Kahlert. 

Wie viele Räume werden benötigt?

Um genau abschätzen zu können, wie viel Platz die neue Schule tatsächlich brauchen wird und wie neu- und angebaut werden muss, hat die Verwaltung eine Nutzerbedarfsanalyse in Auftrag gegeben. Das Beratungsbüro Drees und Sommer hat künftige Schülerzahlen und den Bedarf an Räumen aufgelistet. Daraus sind drei grobe Baupläne und Kostenberechnungen entstanden. „Wir brauchen neben normalen Klassenräumen aus Differenzierungsräume für die Inklusion“, sagt Kahlert. Mit nur fünf Klassenräumen pro Jahrgang käme man nicht mehr aus. In Differenzierungsräumen könnten Schüler in Einzelbetreuung oder Kleingruppen gefördert werden. „Aus den fünf Räumen werden dann schnell acht oder neun“, sagt Kahlert. Die Jahrgänge werden zudem nicht mehr fünf- sondern siebenzügig sein. Gewünscht ist außerdem, dass eine dreizügige Oberstufe an der IGS eingerichtet wird. Auch das müssen die Planer mitbedenken.

Projektleiterin Claudia Kahlert (links) und Fachbereichsleiterin Andrea Kaemmerer stellen die Pläne für die Berthold-Brecht-Gesamtschule vor. Quelle: Linda Tonn

Schülerzahlen steigen

Langfristig steigen zudem die Schülerzahlen: Diesen Sommer werden im Stadtgebiet Seelze 317 Viertklässler die Grundschulen verlassen und sich an weiterführenden Schulen anmelden. Im Jahr 2025 werden es knapp 400 sein. „Natürlich müssen wir die IGS in Seelze als Schulform erst etablieren“, sagt Fachbereichsleiterin Andrea Kaemmerer. „Dann rechnen wir aber damit, dass auch die Anmeldezahlen steigen.“ Ziel sei es, dass sich die Hälfte der Schüler für die Bertolt-Brecht-Gesamtschule entscheidet und die andere Hälfte für das Georg-Büchner-Gymnasium in Letter. Derzeit wählen rund 60 Prozent das Gymnasium. 

Wird Anne-Frank-Schule abgerissen?

Drei Varianten haben die Planer von Drees und Sommer für die Bertolt-Brecht-Gesamtschule an der Grand-Couronne-Allee vorgelegt. Variante 1 schließt die Anne-Frank-Förderschule in das Konzept ein. Sie bleibt erhalten, zusätzlich würden auf dem Gelände ein Erweiterungsbau für die Sekundarstufe 1 und einer für die Oberstufe (Sekundarstufe 2) entstehen. Die Kosten lägen bei 27,4 Millionen Euro. In Variante 2 würde die Förderschule abgerissen, dafür entstünden ein kompletter Neubau für Sekundarstufe 1 und 2 und ein Erweiterungsbau. Die Kosten: 31,9 Millionen Euro. Möglich ist es den Planern zufolge auch das Gebäude der Anne-Frank-Schule zu erhalten, aber zu erweitern und umzunutzen. Die Förderschule würde in einen Neubau ziehen. Diese Variante kostet  24,8 Millionen Euro. Zum Vergleich hat die Stadt errechnen lassen, was ein kompletter Neubau der IGS mit Sekundarstufe 1 und 2 kosten würde. Dieser würde mit etwa 54,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. ton 

18.000 Quadratmeter sind nötig

Mehr Räume für mehr Schüler – das sind vereinfacht gesagt die Anforderungen, die in die Pläne von Drees und Sommer eingeflossen sind. Die Architekten kommen mit Räumen für die Verwaltung, Sporthalle, Bücherei, Pausenhalle und Fachräumen auf einen Bedarf von knapp 18.000 Quadratmetern. „Spannend war für uns zu wissen, ob sich dieser Komplex am Standort Schulzentrum Seelze realisieren lässt“, sagt Schallhorn. Die Antwort der Planer: ja. Das Büro hat drei Varianten erstellt, wie Um- und Anbauten aussehen könnten. Die groben Kosten liegen zwischen 24 und 32 Millionen Euro. „Das Geld hätten wird auch so für Inklusion und Sanierung ausgeben müssen“, sagt Kahlert. „Die IGS ist nicht unbedingt ein zusätzlicher Kostenfaktor für Seelze.“

Die Pläne für eine mögliche Gestaltung der Bertolt-Brecht-Schule liegen vor, nun liegt die Entscheidung in den Fachausschüssen um im Rat. Die Politik muss sich einerseits mit der Frage beschäftigen, ob die IGS eine Oberstufe bekommt und ob sie am Standort Schulzentrum realisiert werden soll. 

Von Linda Tonn

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