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Nachrichten Anwalt kämpft gegen Plan der Stadt Seelze
Region Seelze Nachrichten Anwalt kämpft gegen Plan der Stadt Seelze
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00:46 31.05.2018
Das Alte Rathaus in Letter soll abgerissen und die Fläche bebaut werden. Quelle: Sandra Remmer (Archiv)
Letter

Rechtsanwalt Martin-Andreas Thater wehrt sich gegen die Bebauung des Bürgermeister-Röber-Platzes in der von der Stadt Seelze favorisierten Form. Der Anwohner der benachbarten Freiherr-vom-Stein-Straße rügt in einer Stellungnahme für die noch bis zum 4. Juni laufende sogenannte frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung unter anderem, dass die auf dem Grundstück des noch abzureißenden Alten Rathauses geplanten Häuser zu hoch sind. Thater betont ausdrücklich, dass er keinerlei wirtschaftliche Interessen als Anwalt verfolgt. Er bietet Bürgern aber an, sich seinen Einwänden und Bedenken anschließen können und hat dafür ein entsprechendes Formular vorbereitet.

Die Stadt hatte für das sanierungsbedürftige Alte Rathaus und das dazu gehörende Grundstück ein Bieterverfahren in die Wege geleitet. Daran hatten sich sechs Interessenten beteiligt, darunter eine Gruppe von Letteranern. Eine Jury hatte sich für den Entwurf der Wohnungsbaugenossenschaft Herrenhausen (WGH) entschieden, die auf der Fläche rund 40 Wohnungen in drei jeweils dreigeschossigen Gebäuden sowie eine Tiefgarage bauen will. Der Rat sprach sich ebenfalls für das Vorhaben der WGH aus.

In seinem fünfseitigen Schreiben macht Thater eine Reihe von Bedenken gegen den Siegerentwurf geltend. So sei der zu beplanende Bereich seit Jahrzehnten laut Flächennutzungsplan eine „Gemeinbedarfsfläche“ mit einer sogenannten Notfallsammelfläche. Bisher erteilte Baugenehmigungen in diesem Bereich hätten bisher ausnahmslos maximal eine Bebauung mit maximal zwei Vollgeschossen und zudem ausgebautem Dachgeschoss vorgesehen. Es sei nicht ersichtlich, weshalb jetzt durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes von dieser den Ortsteil prägenden Praxis abgewichen werde. „Es sei denn, dass dem Investor im Gegensatz zu den bisherigen Haus- und Grundstücks-Eigentümern des Areals besondere Vorteile in Bezug auf die Art und Nutzung des Grundstücks zuteil werden sollen“, schreibt Thater. Die geplante teiloffene Tiefgarage habe wegen der ebenfalls vorgesehenen Keller den Charakter einer „Großgarage“, für die die Vorschriften der Technischen Anleitung (TA) Luft und der TA Lärm einzuhalten seien.

Der Anwalt macht außerdem Verschattungen der Nachbargrundstücke geltend, die durch das Bauprojekt zu erwarten seien. Diese führten zu „enteignungsgleichen Eingriffen, Sonderopfern und damit einhergehendem Wertverlust ihrer Grundstücke führen, was wiederum Entschädigungsansprüche der Anlieger gegenüber der Stadt Seelze auslösen wird“. Insgesamt sei die geplante Bebauung zu massiv und zu dicht und verschärfe die Verkehrsproblematik in dem Ortsteil. Bisher vorhandener öffentlicher Parkraum falle ersatzlos weg. Thater befürchtet unter anderem auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität des Wohnumfeldes während der langen Bauphase. chaotische Verkehrssituationen, permanent verschmutzte Straßen und nächtlichen Lärm durch ständig laufende Pumpen zur Regulation des Grundwasserspiegels.

Der Anwalt weist darauf hin, dass bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung Jedermann Einwendungen und Bedenken gegen den Bebauungsplan erheben kann. „Und dies auch derart, dass man sich einfach meine Ausführungen zu Eigen macht.“ Thater bietet an, dass sich Bürger werktags zwischen 8.30 und 15.30 Uhr oder nach Terminabsprache unter (0511) 2352235 in seiner Kanzlei an der Freiherr-vom-Stein-Straße 1 das Formular abholen können. Der Anwalt leitet ausgefüllte Formulare auch an die Stadt weiter.

Von Thomas Tschörner

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