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00:17 13.12.2017
Auch nach über 40 Jahren ist der Weihnachtsmarkt in Weetzen ein Publikumsmagnet. Quelle: Marcel Sacha
Weetzen

 Tradition wird in Weetzen grundsätzlich großgeschrieben. Nicht zuletzt die im Jahr 2019 anstehende 750-Jahr-Feier ist ein Beweis dafür. Auf eine 40-jährige Geschichte kommt mittlerweile der Weihnachtsmarkt an der Alten Kapelle. Auch in diesem Jahr haben sich unter der Federführung des Vereins für Denkmalpflege und der evangelischen Kirchengemeinde der Versöhnungskirche örtliche Vereine und Einzelpersonen zusammengefunden und einen vielfältigen Publikumsmagneten auf die Beine gestellt.

Rund ein Dutzend Stände waren rund um das historische Gebäude aufgestellt und luden zum Stöbern ein. Zu finden gab es neben klassischem Kunsthandwerk auch selbstgemachte Marmelade, Walnüsse sowie Essens- und Getränkestände. Insbesondere die Heißgetränke waren sehr beliebt. Die waren auch bitter notwendig, um sich bei dem anhaltenden Schneetreiben zu wärmen. Wem es dennoch zu kalt war, konnte es sich entweder beim Stockbrotbacken am Feuer oder in der Alten Kapelle bei Kaffee und einem vielfältigen Kuchenbüfett gemütlich machen.

Auch die jüngeren Besucher des Weihnachtsmarktes gingen nicht leer aus. Der Nikolaus schaute spontan in Weetzen vorbei. In seinem Geschenkesack hatte er allerlei Süßigkeiten griffbereit, um den Kindern eine Freude zu bereiten. Bevor es für die Mädchen und Jungen etwas zu naschen gab, wagte der Nikolaus jedoch einen Blick in sein kleines Notizheft. Dort überprüfte er die Namen der Kinder, um zu sehen, ob sie denn im Laufe des Jahres auch stets artig waren – was jedoch ausnahmslos der Fall war.

Der Erlös des Weihnachtsmarktes kommt seit jeher dem Erhalt der Alten Kapelle sowie sozialen Projekten der evangelischen Kirche zugute. Ersteres war und ist auch das wesentliche Anliegen des 1974 gegründeten Denkmalpflegevereins. Im Jahr 1730 wurde die Kapelle nach dem 30-jährigen Krieg, in dem sie nahezu vollständig zerstört wurde, neben der alten Eiche auf den noch vorhandenen mittelalterlichen Fundamenten neu erbaut. In den 70er-Jahren schafften es die Vereinsmitglieder durch ihren Einsatz, das historische Gebäude vor dem Abriss zu bewahren und wieder instandzusetzen. Seit fast 30 Jahren ist die Kapelle Begegnungsstätte und Zentrum kultureller Veranstaltungen.

„Die Unterhaltung kostet rund 2000 Euro pro Jahr“, sagt Hermann Burchard, ehemaliger Vorsitzender des Vereins und Mitglied der ersten Stunde. Dies ist jedoch nicht alles. Auch Sanierungen stehen immer wieder an, die noch einmal um einiges teurer ausfallen. Alleine in diesem jahr sind rund 15 000 Euro in die Modernisierung der Fassade, des Glockenturms und in eine neue Einbauküche geflossen. Die Einnahmen aus dem Weihnachtsmarkt können Kirche und Denkmalpflegeverein daher gut gebrauchen.

Von Marcel Sacha

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