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Der Friedhof in Benthe verfügt über keine Toilette.

Der Friedhof in Benthe verfügt über keine Toilette.
© Marcel Sacha

Benthe

Friedhofsklo ist ein dringendes Bedürfnis

Ein Friedhof gilt als Ort der Stille. Die Benther Ruhestätte verfügt allerdings über kein stilles Örtchen. Wer dennoch seine Notdurft vor Ort verrichten möchte, klingelt dem Seniorenbeirat zufolge entweder bei Anwohnern oder geht direkt hinter einen Grabstein. Dies soll sich nun ändern.

Benthe.  Die Grabpflege eines verstorbenen Angehörigen ist aufwendig und hin und wieder auch langwierig. Mehrere Stunden am Stück kümmern sich Hinterbliebene teilweise um die Ruhestätte ihrer Liebsten. In dieser Zeit ist es durchaus möglich, dass der Körper sich meldet – nicht nur aufgrund möglicher Rückenbeschwerden, sondern auch, weil es zu Harndrang kommen kann. Auf dem städtischen Friedhof in Benthe gibt es momentan jedoch keinen abgeschiedenen Ort, an dem die Bürger ihre Notdurft verrichten können. Geht es nach dem Seniorenbeirat, soll dieser Missstand nun beseitigt werden. 

In einem Antrag fordert das im April neu gegründete Gremium die Stadtverwaltung auf, eine Toilette auf dem Friedhof am Ronnenberger Feld zu installieren. Zur Not könne dies auch ein Dixi-Klo sein, falls sich keine andere Möglichkeit realisieren lasse.

„Es muss dringend eine Lösung her“, sagt Jürgen Kruse, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirates. Mehrere Anwohner hätten sich mit diesem Anliegen an das Gremium gewendet. Demnach sollen regelmäßig Friedhofsbesucher bei den direkten Nachbarn des Friedhofs mit der Bitte klingeln, deren Toilette nutzen zu dürfen. Insbesondere bei Beerdigungen sei dies der Fall, sagt Krause.

Doch das ist nicht alles. In ihrer Verzweiflung sollen Friedhofsbesucher und auch Grünpfleger bereits hinter Grabsteine gegangen sein, um dort zu urinieren. Dies hätten ihm Augenzeugen berichtet, sagt das Beiratsmitglied. „Das geht natürlich gar nicht.“ Daher fordert der Seniorenbeirat eine dringende Abhilfe.

Bürgermeisterin Stephanie Harms hat der institutionellen Seniorenvertretung gegenüber laut Kruse bereits Unterstützung für das Vorhaben signalisiert. Der Rat und dessen Fachausschüsse werden sich demnächst mit dem Thema beschäftigen.

Von Marcel Sacha


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