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Nachrichten Beratungsstelle im Kirchenkreis hilft seit 40 Jahren Familien
Region Ronnenberg Nachrichten Beratungsstelle im Kirchenkreis hilft seit 40 Jahren Familien
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12:39 20.03.2019
Sigrid Haynitzsch spricht mit den Ratsuchenden zunehmend über Beziehungsprobleme und Partnerschaftskrisen. Quelle: Ingo Rodriguez
Ronnenberg

Etwa 150 Anrufe pro Jahr, fast genau so viele Erstgespräche – und meistens sind Beziehungsprobleme der Auslöser für Lebenskrisen, gefolgt von psychischen Problemen und deren Folgen für die Alltagsbewältigung: Genau 40 Jahre ist es nun bereits her, dass die evangelische Landeskirche in Ronnenberg eine Beratungsstelle für Hilfesuchende eröffnete. „Die Beratungsthemen haben sich zwar seitdem verändert, aber den größten Anteil haben bei uns immer noch Beziehungsprobleme“, sagt Sigrid Haynitzsch. Sie ist seit zehn Jahren die Leiterin der Familien-, Paar- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Ronnenberg. 40 Jahre nach der Einführung des kirchlichen Beratungsangebotes hat sich nach ihren Angaben die Zahl der Paarberatungen verdoppelt. „Es geht zwar auch oft um Beziehungsprobleme zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern, aber etwa 40 Prozent unserer Fälle sind Ehe- und Partnerschaftskrisen – von Männern und Frauen im Alter zwischen 40 und 65 Jahren“, sagt die Leiterin der Beratungsstelle.

Kirchliche Beratungsstelle hilft auch bei Ängsten

Anlässlich der bevorstehenden Feier zum 40-jährigen Bestehen skizziert sie auch veränderte Auslöser von Krisen: „Unsere Klienten suchen auch Rat wegen allgemeiner Probleme: Viele wollen nicht mehr so schnell ausrasten, andere kommen abends nicht zur Ruhe“, nennt die studierte Pädagogin Beispiele. Sie ist über Fortbildungen auch zur Mediatorin, Familien- und Traumaberaterin geworden. Denn: Das Spektrum der Fälle, die sie in der Beratungsstelle mit ihrem Kollegen Volkmar Heine betreut, ist breit gefächert. „Es geht auch darum, Ängste zu überwinden. Außerdem begleiten wir in einer Stabilisierungsgruppe Menschen, die durch Erlebnisse traumatisiert wurden“, zählt Haynitzsch weitere Beratungsfelder auf. Zu den Angeboten der Einrichtung im Ortskern von Ronnenberg zählen aber auch die Beratung traumatisierter Flüchtlinge mit Dolmetschern, Lösungsansätze bei Selbstwertproblemen sowie bei Sorgen um Angehörige und wegen Schulden. Ausgegliedert wurde die Erziehungsberatung, die von der Region Hannover in Ronnenberg in einer Einrichtung an der Straße Am Weingarten angeboten wird.

Gezielte Vermittlung an Psychiater und Suchtberater

Sigrid Haynitzsch und ihr Hund Ella freuen sich auf den Festakt anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Beratungsstelle. Quelle: Ingo Rodriguez

Haynitzsch beobachtet einen weiteren zunehmenden Trend: „Immer mehr Menschen schaffen es nicht, das Leben im Hier und Jetzt zu genießen, weil sie die Vergangenheit wie einen Rucksack mit sich herumschleppen oder sich übermäßig um ihre Zukunft sorgen“, sagt die Beraterin. Was ihr besonders wichtig ist: „Bei uns werden die Probleme sortiert. Dann wird beraten, nicht therapiert“, sagt Haynitzsch. Eindeutigen Krankheitsfällen könne sie aber mit gezielter Vermittlung weiterhelfen: „An Suchtberater, Psychologen, Therapeuten und Psychiater“, sagt sie. Denn: „Psychische Erkrankungen nehmen zu, weil viele Menschen mit dem Stress nicht klarkommen“, sagt die Beraterin.

Geringe Kosten und kurze Wartezeiten

Auf eine Besonderheit der Beratungsstelle wird auch oft hingewiesen: Es werde zwar eine Kostenbeteiligung der Ratsuchenden erwartet, aber ohne festgelegte Stundensätze, je nach Vereinbarung, heißt es seitens der Verwaltungsstelle. Am fehlenden Geld sei noch nie eine Beratung gescheitert. Durchschnittlich liege die Dauer einer Beratung bei sechs Stunden pro Klienten, sagt die Leiterin Haynitzsch. „Einen ersten Termin bekommt man bei uns innerhalb von zwei bis drei Wochen.“

Beratungsstelle feiert mit Musik und Vorträgen

Die Familien-, Paar- und Lebensberatung des Kirchenkreises Ronnenberg feiert am Freitag, 29. März, ihr 40-jähriges Bestehen im Gemeindehaus der Michaeliskirche, Am Kirchhofe 4, in Ronnenberg. „Impulse – alte Muster neu gedacht“: Unter diesem Motto beginnt um 14 Uhr ein Nachmittag mit Musik, Vorträgen, Kaffee und Kuchen. Nach einer Begrüßung von der Leiterin Sigrid Haynitzsch und Superintendentin Antje Marklein spricht der Psychologe Hans-Georg Rehm aus Detmold von 14.15 bis 15.30 Uhr über die Grundlagen der Schematherapie. Anschließend steht nach einer Pause mit Kaffee und Gebäck sowie mit Musik des Pianisten Kurt Klose von 15.45 bis 17 Uhr ein weiterer Vortrag mit Austausch auf dem Programm. Die Psychologin Lotta Winter von der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) führt in die Metakognitive Therapie ein. Ab 17 Uhr sprechen verschiedene Gäste Grußworte. Außerdem gibt es einen Imbiss sowie Musik mit Klose und Sängerin Julia Wochner.

Von Ingo Rodriguez

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