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Region Ronnenberg Nachrichten Stadt führt dritte Kraft für alle Kita-Gruppen ein
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15:54 12.02.2019
Für die Betreuung von Kita-Kindern will die Stadt eine zusätzliche Erzieherin pro Gruppe einstellen. Quelle: dpa
Ronnenberg

Im Ringen um die Besetzung von offenen Stellen in den Kinderbetreuungseinrichtungen hat Torsten Kölle für die Stadt Ronnenberg eine überraschende Lösung präsentiert. Der Erste Stadtrat stellte dem Ausschuss für Bildung, Jugend, Sport, Soziales, Senioren, Gleichstellung und Integration ein Konzept vor, dass 400.000 Euro vom Land locker machen soll, mit denen für alle Kita-Gruppen im Stadtgebiet jeweils eine zusätzliche Erzieherinnenstelle ermöglicht werden soll. Dafür erhielt Kölle die einhellige Unterstützung aller im Rat vertretenen Parteien und den Applaus von gut 100 Zuhörerinnen im Ronnenberger Gemeinschaftshaus.

Ziel aller Überlegungen war es, die Attraktivität der Tätigkeiten in Ronnenberger Kindertagesstätten zu verbessern. Derzeit sind 15 Stellen nicht besetzt, was zunehmend zu Überlastungserscheinungen bei den Mitarbeiterinnen führt und die Qualität der Betreuung beeinträchtigt. In einer Sondersitzung des Fachausschusses zwei Wochen zuvor war der Ruf nach einem Alleinstellungsmerkmal für Ronnenberg laut geworden, um Erzieherinnen in die Stadt zu locken. Per Applaus hatten sich die anwesenden Mitarbeiterinnen für eine tarifliche Höherstufung der betreffenden Berufsgruppen ausgesprochen. Die Verwaltung plädierte dagegen aufgrund der knappen finanziellen Mittel lediglich für eine Erweiterung der Verfügungszeit um drei Stunden pro Mitarbeiterin. Die dafür nötigen 202.000 Euro wollte Kölle in seinem eigenen Etat zusammenkratzen.

In die Sitzung am Montag kam der Erste Stadtrat nun mit einem ganz neuen Ansatz zurück. Kern ist die Auflösung des Springkraftpools. Für die Finanzierung dieser freiwilligen Leistung musste die Stadt komplett selbst aufkommen. 26 Stellen aus diesem Bereich werden in den Bereich der Erstkräfte verschoben. Die daraus resultierende Verfügungszeit wird vom Land bezuschusst. Die insgesamt 400.000 Euro zusätzlich, die dabei frei werden, ermöglichen es der Stadt, weitere rund sieben zusätzliche Stellen zu schaffen, sodass nach Rechnung Kölles für jede Kitagruppe der Stadt eine weitere Erzieherinnenstelle finanziert werden kann. Dies sei nur möglich, da sich die Stadt bislang einen so großen Springkraftpool geleistet hat, sagt Kölle.

Unterstützung von den Einrichtungsleitungen

Für den Arbeitsalltag und die Qualität der Kinderbetreuung würde diese Maßnahme eine deutliche Verbesserung bedeuten. Das bestätigte auch Nicole Bichler aus Benthe als Sprecherin der Einrichtungsleiterinnen. Sie erklärte, eine das Konzept würde zudem die Versorgung kleiner Einrichtungen sicherstellen und eine Verlässlichkeit der Versorgung in den Gruppen ermöglichen, sodass sich die Kinder nicht ständig an neue Vertretungen gewöhnen müssten. Insgesamt erwarteten die Leitungen, dass das Arbeitspensum sinken werde, so Bichler.

Ausschuss lehnt Preiserhöhung für Freibad ab

Auf Ablehnung aller anderen Ausschussmitglieder ist Georg Zimbelmann gestoßen. Der AfD-Abgeordnete hatte beantragt das Eintrittsgeld für das Freibad Empelde ab der kommenden Badesaison in fast allen Kategorien zu erhöhen. Nach gestiegenen Betriebskosten aufgrund längerer Öffnungszeiten solle die Stadt nun dazu übergehen, dort wo Kosten anfallen, auch Gebühren einzunehmen. Einhellig erklärten Vertreter der anderen Parteien, Mehreinnahmen eher durch Steigerung der Attraktivität des Bades erzielen zu wollen, als durch eine Gebührenerhöhung. Die Stadt sollte mehr auf das Alleinstellungsmerkmal des beheizten Beckens setzen, meinte Jens Williges von den Grünen. Er bezweifelte, dass nach einer Erhöhung höhere Einnahmen erzielt würde, da die Gefahr bestehe, Badegäste möglicherweise zu verprellen. Diskussionswürdig hält der der Ausschuss dagegen die Einschränkung des verbilligten Mondscheintarifs von derzeit drei Stunden auf einen kürzeren Zeitraum.

Auch die Ausschussmitglieder waren begeistert, nicht zuletzt, da auch der Haushalt nicht weiter belastet wird. Es gab aber auch leise Mahnungen. Der parteilose Carsten Mauritz warnte vor Engpässen. Der Springkraftpool habe schließlich auch einen Sinn gehabt. Dieter Schur (SPD) verwies bei aller Hoffnung auf zügige Neueinstellungen darauf, dass Erzieherinnen immer noch Mangelware seien. Nicht zuletzt Deshalb erbat sich Kölle Zeit für die Umsetzung. Erst zum Jahresende soll es demnach eine Evaluierung geben, die sowohl von SPD als auch von CDU gefordert wurde, um den Erfolg des Konzeptes zu überprüfen.

„Wir haben jetzt ein Alleinstellungsmerkmal, auch weil alle Stellen mit Erzieherinnen besetzt werden sollen“, erklärte Kölle. Die Hoffnung in Ronnenberg wächst nun, dass auch die 15 derzeit offenen Stellen baldmöglichst besetzt werden können.

Von Uwe Kranz

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