Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Wasser der Ihme bekommt Gütesiegel
Region Ronnenberg Nachrichten Wasser der Ihme bekommt Gütesiegel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:40 20.05.2018
Dirk Schmidt (links) und Rainer Tubbe nehmen Wasserproben und vergleichen die Werte mit der Untersuchung des Vorjahres. Quelle: Ingo Rodriguez
Vörie

 Keine Schadstoffbelastung mehr, die Population erholt sich: Bei einer Untersuchung von Wasserproben der Ihme und oberhalb ihres Ursprungs im Wennigser Mühlbach haben der Naturschtzbund (Nabu) Ronnenberg und die Arbeitsgemeinschaft für Limnologie und Gewässerschutz (ALG) wieder Bachflohkrebse gefunden. Weil diese höchst empfindlichen Kleinstlebewesen ein Zeichen für gute Wasserqualität sind, stehen die Chancen nun günstig, dass es bald auch wieder einen besseren Fischbestand gibt. „Wir haben das Wasser jetzt knapp in die zweite Güteklasse eingestuft – das ist für den Bereich Tiefland fast optimal“, sagt Dirk Schmidt von der ALG.

Dirk Schmidt findet direkt am Ihmestein zunächst nur Köcherfliegenlarven - Flohkrebse aber später. Quelle: Ingo Rodriguez

Noch vor einem Jahr hatten Nabu und ALG eine Suche nach den Bachflohkrebsen ergebnislos abgebrochen. Gefunden hatten Gewässerexperten im Wasser und an der Uferböschung entlang des Bachlaufs zwar Fliegenlarven, Asseln und Schnecken – nur keine Flohkrebse. Die Ihme sei zwar keineswegs tot gewesen. Aber: „Flohkrebse werden schon bei kleinsten unnatürlichen Giftbelastungen orientierungslos und sterben“, sagt Schmidt. Ihr Fehlen liefere Anhaltspunkte für minimale Schadstoffe – ausgelöst durch vorsätzliche oder versehentliche Einleitung von Schwermetall, Pestiziden oder anderen Stoffen. Die Folgen sind schwerwiegend: „Bachflohkrebse sind Nahrung für Fische und fördern die Selbstreinigungskraft des Baches“, sagt Schmidt. Deshalb habe ihre Population Auswirkung auf die Artenvielfalt – bis hin zu den Stapelteichen in Vörie und dem weitere Ihme-Verlauf in Ronnenberg. Dort hatte der Nabu-Vositzende Rainer Tubbe Ende 2017 festgestellt: „Keine Bachforellen und fast keine anderen Fische.“

Nabu und ALG haben aber in den vergangenen Jahren die mutmaßliche Herkunft der Giftstoffe grob lokalisieren können. Das Fehlen der Flohkrebse beschränkt sich auf einen Abschnitt zwischen dem Wennigser Mühlbach in Sorsum und dem Ihmestein in Evestorf, wo Mühlbach und Bredenbecker Bach zur Ihme zusammenfließen. Es sei nicht ihre Aufgabe, Verdächtigungen auszusprechen. „Wir können nur Behörden auf Missstände hinweisen“, sagt der Nabu-Vorsitzende. Auf Nachfrage wird Tubbe genauer. Es könne ein Fehlanschluss sein, wenn etwa in einem Haushalt versehentlich Brauchwasser in den Regenwasserkanal und Oberflächenwasser in den Schmutzwasserkanal geleitet werde. „Nur Schmutzwasserkanäle führen zur Reinigung ins Klärwerk. Regen wird ungeklärt in Gewässer geleitet“, sagt Tubbe. „Es reicht aber auch aus, wenn jemand seinen versiegelten Gehweg mit Algenmittel besprüht und das verschmutzte Wasser über die Gosse in den nächsten Gulli fließt“, ergänzt Schmidt. Er mahnt zur Vorsicht: „Schmutzwasser gehört in die Toilette.“

Der Wennigser Mühlbach gehört regelmäßig zur Problemzone im Mündungsbereich der Ihme, weil offenbar oberhalb des Ihmesteines immer wieder Schadstoffe eingeleitet werden. Das wirkt sich auf die Wasserqualität und den Fischbestand bis hin zu den Stapelteichen und darüber hinaus aus. Quelle: Screenshot Google Maps

Ein Grund für den Rückgang der Fischpopulation ist nun aber nicht mehr nachzuweisen. „Salzgehalt und Temperatur des Wassers sind gut. Im Unterlauf des Mühlbachs haben wir innerhalb von etwa 15 Minuten zehn bis 15 Flohkrebse gefunden – nicht wie vor zwei Jahren rund 100, aber es gibt wieder Zuwanderung“, sagt Schmidt. Dies werde aber auch künftig weiter überprüft.

Von Ingo Rodriguez

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Grillhütte in Benthe ist beliebt – und betagt. Vor einer Sanierung will der Ortsrat den Umgang mit unangemeldeten Großgruppen klären.

20.05.2018

Probleme mit dem ruhenden und dem fließenden Verkehr haben den Ortsrat in Weetzen während seiner Sitzung am Montag beschäftigt. Diskutiert wurde unter anderem auch die Bannmeile an der Grundschule.

19.05.2018

Auch Friedhofsbesucher kann ein dringendes Bedürfnis ereilen. In Benthe ist man in solchen Fällen bislang auf freundliche Nachbarn angewiesen. Das soll sich nach einem Antrag des Seniorenbeirates ändern.

19.05.2018