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Nachrichten Gegen Begrünung regt sich Widerstand
Region Ronnenberg Nachrichten Gegen Begrünung regt sich Widerstand
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13:53 25.09.2018
Die Grundstücke grenzen unmittelbar an den Zaun der Kalihalde. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Noch ist nicht einmal ein offizieller Antrag auf Begrünung der Kalihalde in Ronnenberg gestellt, da regt sich der erste Protest von Anwohnern. Ein bislang anonyme „Interessengemeinschaft besorgter Anwohner Normannische Straße/Paul-Ducros-Straße“ (IG) hat mithilfe von Flugblättern Bedenken angemeldet und um Unterstützung geworben. Die Kernaussage: Begrünung? Nein danke!

Fast parallel dazu versucht der potenzielle Antragsteller auf die Renaturierung der Halde, die Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH & Co. KG, erste Kontakte zu betroffenen Anwohnern zu knüpfen, um Verständnis für die Planungen zu erzeugen. Dazu wurden die Anwohner der direkt an das Haldengelände angrenzenden Grundstücke zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 27. September, eingeladen. Dass der Kreis der geladenen Bürger sehr klein gehalten wurde, sorgt nicht nur bei der IG für Verwunderung. „Staub und Lärm machen doch nicht an einer Straßenseite halt“, sagt ein Betroffener.

„Wir wollten den Kreis der Teilnehmer nicht zu groß werden lassen“, begründet Stefan Entrup einer der beiden Geschäftsführer der Firma die geringe Anzahl der Einladungen. Eine zu große Gruppe sei „nicht mehr effektiv“. Die IG rief indes auch nicht eingeladene Anwohner zum Besuch der Veranstaltung auf – und zur Teilnahme an der um 19 Uhr im Gemeinschaftshaus beginnenden Bürgerversammlung der Kernstadt. Dort wollen die Initiatoren, die ihr Flugblatt nicht unterschrieben haben, Antworten auf ihre Fragen und Bedenken einfordern.

Entrup stellt fest, dass die Infoveranstaltung „nicht öffentlich“ ist. Wann wolle den am meisten Betroffenen im Rahmen eines „lockeren Spaziergangs“ über die fast fertig begrünte Halde in Empelde zeigen, „wie schön das gelingen kann“. Der inzwischen als Waldberg bezeichnete Hügel im anderen Stadtteil dient für die Planungen in Ronnenberg als Vorbild. Bislang habe es sechs Anmeldungen von Bürgern für das Treffen gegeben. „Wir werden niemanden wegschicken“, sagt Entrup mit Blick auf das mögliche Erscheinen nicht eingeladener Ronnenberger. Sollte aber eine Gruppe, die Veranstaltung zu intensiven Protesten nutzen, könnte die Veranstaltung auch abgebrochen werden.

Sein Unternehmen bemühe sich um größtmögliche Transparenz, versprach der Geschäftsführer. Die Begrünung der Halde werde nicht ohne „etwas Lärm und Belästigungen“ passieren können, räumte er ein. Für das Problem der Zufahrt zahlreicher Lastwagen täglich gebe es „nur eine Option“, und das sei eine neue Zufahrt aus südlicher Richtung durch Feldmark. Die Straßen der Wohngebiete seien dafür nicht ausgelegt“, stellt er fest.

Wer will die Halde begrünen?

Die Menke Umwelt Service GmbH & Co. KG mit Sitz am Schiffgraben in Hannover ist Teil der 1897 gegründeten Hermann Wegener Unternehmensgruppe. Der mittelständische Familienbetrieb bezeichnet seinen Arbeitsbereich auf der eigenen Internetseite mit „Aktivitäten aus den Bereichen Rohstoffgewinnung sowie deren Veredelung unter anderem zu Asphaltmischgut“. Geschäftsführer sind Mirko Langehein und Stefan Entrup. Die Firma unterhält eine Deponie der Klasse I auf dem Gelände eines Muschelkalksteinbruchs in Walbeck, Sachsen-Anhalt und eine Bodendeponie in Igelsburg/Nordhessen. Die E. und B. GmbH als Betreiber der Kalihalde in Empelde ist Gesellschafter des Ablegers Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH & Co. KG, die die Begrünung der Halde in Ronnenberg plant. In Empelde dürfen laut gesetzlicher Vorschrift nur „mineralisch sauberer Ziegelschutt ohne Fremdstoffanteile, Sandsteinschutt, Betonaufbruch sowie Erd- und Bodenaushub eingelagert werden“, wie es auf der Internetseite des Unternehmens aufgezählt wird.

Für die IG ist nicht zuletzt der lange Zeitraum der Arbeiten ein großes Problem. Zehn bis 15 Jahre lang könnte die Belastung mit Lärm und Staub andauern, ist auf dem Flugblatt zu lesen, gefolgt von weiteren Lärmbelästigungen durch kulturelle und Sportevents auf dem renaturierten Berg. Schäden an den Häusern und Grundstücken und Wertverlust der Eigenheime werden ebenfalls befürchtet. Dazu kommt großes Misstrauen dem Betreiber gegenüber, was die Zusammensetzung der eingelagerten Stoffe angeht.

Für Entrup ist diese Kritik verfrüht. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahren sei eine umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit an den Planungen vorgesehen. Im Zuge dessen bekämen die Anwohner ausführlich die Gelegenheit, ihr Fragen und Anregungen einfließen zu lassen. „Wir wollen nichts im Verborgenen halten“, verspricht der Geschäftsführer.

Von Uwe Kranz

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