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Region Ronnenberg Nachrichten Tubbe sorgt sich um die Artenvielfalt
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00:17 24.12.2017
Ortstermin an der Kückenmühle: Der Naturschutzbeauftragte Rainer Tubbe (rechts) und Manfred Vollmer vom Naturschutzbund befürchten wegen der fehlenden Fischpopulation in der Ihme einen Rückgang der Artenvielfalt und abnehmende Bestände bei etlichen Vogelarten. Quelle: Ingo Rodriguez
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Ronnenberg

 Wenn es um den Umweltschutz und die Artenvielfalt im Ronnenberger Stadtgebiet geht, ist Rainer Tubbe aus Ihme-Roloven schon seit zehn Jahren für die zuständigen Behörden der Stadt und der Region einer der ersten Ansprechpartner. Daran soll sich auch in den nächsten fünf Jahren nichts ändern. Am 1. Januar 2018 beginnt seine dritte Amtsperiode als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für den Bereich Ronnenberg. Erst kürzlich hat Tubbe seine Ernennungsurkunde erhalten. Von Amtsmüdigkeit ist bei ihm nichts zu spüren. Im Gegenteil: Der gelernte Gärtner und Landwirt hat sich viel vorgenommen, um den Lebensraum der Tier- und Pflanzenwelt aufzuwerten. Denn: Tubbe sorgt sich zunehmend um einen weiteren Rückgang der Artenvielfalt – in der Ihme sowie auf den Feldern und Wiesen, aber auch in den Gärten.

Zu einem Ortstermin an der Kückenmühle kommt er förmlich herbei geeilt. „Ich war gerade bei einer Gewässerschau in Weetzen“, sagt Tubbe. Zur anschließenden Lagebesprechung am Bachlauf der Ihme ist er nicht alleine gekommen. Manfred Vollmer, sein Stellvertreter im Vorstand des Naturschutzbundes (Nabu) Ronnenberg begleitet ihn. Tubbe ist auch der Vorsitzende der Naturschützer. Und er wird nicht müde zu betonen: „Ohne meine Mitstreiter vom Nabu könnte ich viele Dinge gar nicht umsetzen.“ Tubbe sieht sich ungern als Einzelkämpfer. „Als Naturschutzbeauftragter nenne ich Missstände, die ich aber nur mithilfe des Nabu abstellen kann“, betont er. Handwerkliche Fähigkeiten, Geräte, Manpower – bis hin zur Beantragung für Fördermittel zum Grunderwerb: Das funktioniere alles nur in Zusammenarbeit mit dem Nabu, sagt Tubbe.

Eines seiner großen Ziele für die nächste Amtsperiode ist mit viel Hoffnung verbunden: „Ich hoffe, dass es bald wieder einen Fischbestand in der Ihme gibt“, sagt Tubbe. Keine Bachforellen und auch nahezu keine anderen Fische: Diese Beobachtung ist nicht neu. Tubbe und Vollmer kennen auch den Grund für den Rückgang der Fischpopulation. „Bei Sorsum gelangen immer wieder Schadstoffe in den unteren Verlauf des Wennigser Mühlbaches“, sagt Tubbe. Die mutmaßliche Herkunft der unerlaubten Einleitungen lasse sich anhand von wissenschaftlichen Methoden grob lokalisieren. „Dort, wo der Mühlbach in die Ihme mündet, wurden zuletzt wieder keine Bachflohkrebse gefunden“, sagt Tubbe. Das gehe aus Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft für Limnologie und Gewässerschutz (ALG) hevor. Diese Krebse seien ein Zeichen für gute Wasserqualität. Und das Fehlen der empfindlichen, aber in Bächen weit verbreiteten Kleinstlebewesen, liefere deutliche Anhaltspunkte für regelmäßige und minimale, aber unnatürliche Giftbelastungen – auf einen überschaubaren Abschnitt. Tubbe und Vollmer wollen sich weiter dafür einsetzen, dass die Ursachen und Quellen der Verunreinigung genauer untersucht, gefunden und abgestellt werden. „Damit sich die Wasserqualität verbessert und sich die Population von Flohkrebsen und Fischen erholen kann“, sagt Tubbe. Ansonsten seien auch Auswirkungen auf die Artenvielfalt und den Bestand in der Vogelwelt zu befürchten. „ Weil Fische auch Vogelnahrung sind“, so Tubbe.

Auch Tubbes zweites Großprojekt für die nächsten Jahre ist mit dem Schutz der Artenvielfalt verbunden: „Der Bestand an Insekten hat in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen, deshalb müssen wir mit dem Nabu Blühstreifen anlegen, wo immer es geht“, sagt Tubbe. Mit dem Rückgang von Kleintierhaltung in Ställen seien in den Dörfern auch immer mehr die Fliegen und andere Insekten fern geblieben. „Kaum noch Hühner, Schweine oder Kaninchen, anstatt Staudengärten werden überall nur noch Rasenflächen angelegt. Das sind aber ökologisch verlorene Areale“, sagt Tubbe. Um der bestäubenden Insektenwelt künftig wieder mehr Lebensraum zu geben, müssten viel mehr Blühstreifen angelegt werden. „Wir suchen dafür zusätzliche Flächen,  aber auch interessierte Landwirte, Eigentümer und Gartenbesitzer“, betont Tubbe. Der Nabu würde für das Anlegen von neuen Blühstreifen auch Saatgut sowie Unterstützung bei der Pflege und Unterhaltung zur Verfügung stellen. „Zurzeit kümmern wir uns im gesamten Stadtgebiet schon um insgesamt etwa acht Hektar Landschaftsfläche mit mehr als 150 gepflanzten Obstbäumen und etlichen Blühstreifen“, sagt Tubbe. Er und Vollmer sind sich aber einig: Da sei noch einiges mehr möglich.

Von Ingo Rodriguez

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