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Nachrichten Eltern schlagen im Ministerium Alarm
Region Ronnenberg Nachrichten Eltern schlagen im Ministerium Alarm
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14:09 14.09.2018
An der Theodor-Heuss-Schule sehen die Elternvertreter die Unterrichtsversorgung gefährdet. Quelle: Uwe Kranz
Empelde

Mithilfe von Gymnasiallehrern soll der Ausfall von 50 Wochenstunden an der Theodor-Heuss-Grundschule in Empelde verhindert werden. Grundsätzlich sei nichts daran auszusetzen, auf diese Weise die Folgen des Lehrermangels zu bekämpfen, meinen die Elternvertreter der Einrichtung. In der Praxis brächten diese Lehrkräfte allerdings die bislang gut organisierte und durchaus nötige Sprachförderung an der Schule durcheinander. Die Sprecher der Väter und Mütter befürchten deshalb für ihre Kinder „ein Defizit, dass die Schüler in ihrer kompletten Schullaufbahn verfolgen könnte“. Mit einem Brief an das Kultusministerium, die Landesschulbehörde und die Landtagsabgeordnete Kerstin Liebelt schlagen die Eltern deshalb jetzt Alarm.

Die Lage an der Theodor-Heuss-Grundschule in der Barbarastraße ist schwierig. Von den 387 Kindern, die im laufenden Schuljahr dort unterrichtet werden, haben 64 Prozent eine andere Muttersprache als Deutsch. An der Schule werden von den Schülern insgesamt 37 verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen, rechnen die Elternvertreter vor. Mithilfe eines wohldurchdachten Konzeptes hätten es die Lehrer dennoch bislang geschafft, einen altersgerechten Unterricht zu organisieren. Die eingesetzten Gymnasiallehrer hätten jedoch nicht zuletzt während der eigenen Ausbildung eine andere Herangehensweise kennengelernt. Zudem verweigerten sie sich teilweise dem Gesamtkonzept oder lehnen es ab, als Klassenlehrer eine Klasse zu übernehmen. „Wir zweifeln den Weg mit Gymnasiallehrern an. Sie sind kein Ersatz“, heißt es in dem Brief.

Hilfe suchten die Eltern auch bei der Verwaltung und im Rat der Stadt Ronnenberg. Während der Sitzung am Mittwoch verlas Bürgermeisterin Stephanie Harms den Brief vor der Versammlung und versprach später, das Thema auch im Städtetag zur Sprache zu bringen. Konkret habe die Kommune aber nur sehr eingeschränkten Einfluss, erklärt Erster Stadtrat Torsten Kölle, der auch Leiter des betreffenden Fachbereichs ist. „Wir sind quasi nur für die Hardware zuständig“, sagte er. Der Einsatz von Lehrern sei Sache der Landesschulbehörde.

Kölle stellte fest, dass die Fakten, die in dem Brief beschrieben werden, zutreffend seien. Auch die Adressaten seien richtig gewählt. Der Stadt bliebe nur die Möglichkeit, durch flankierende Maßnahmen Sprachdefizite bei Kindern früh zu erkennen und die Betroffenen entsprechend zu fördern. Dazu diene im Krippenalter das Projekt „Frühe Hilfe – frühe Chance“, in dem Erzieherinnen speziell fortgebildet werden, um Entwicklungsverzögerungen zu identifizieren.

Im Kita-Bereich seien im kommenden Jahr alle Einrichtung in Empelde in der Lage, mit dem „Wortschatz-Projekt“ zu arbeiten. Erzieherinnen fördern dabei die Kinder in der Sprachfähigkeit, unter anderem indem sie helfen Mehrwortsätze zu bilden. Rund 1000 Familien bekommen zudem demnächst besuch von den Mitarbeitern der neuen städtischen Sozialberatungsstelle. Diese sollen vor allem vermitteln, wie die Familien an der Förderung des Projekts „Bildung und Teilhabe“ profitieren können. Desweiteren soll die an der Grundschule angesiedelte Vollzeitstelle einer Sozialarbeiterin helfen, die Schwierigkeiten vor Ort zu lösen.

„Das originäre Problem können wir nicht lösen. Wir versuchen es jedoch, durch eigene Maßnahmen abzumildern“, fasste Kölle die Lage zusammen.

Von Uwe Kranz

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