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Nachrichten Benther Seniorenkreis löst sich auf
Region Ronnenberg Nachrichten Benther Seniorenkreis löst sich auf
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00:20 31.03.2018
Auf die helfenden Hände der fleißigen Männer des Seniorenkreises müssen die Benther künftig weitestgehend verzichten. Quelle: Uwe Kranz
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Benthe

 Die Kulisse für das Abschiedsfoto konnte nicht passender sein: Der beliebte Grillplatz am Festplatz des Ortsteils trägt deutlich die Handschrift des Benther Seniorenkreises. Der Name erinnert zwar eher an eine Kaffee- oder Stammtischrunde. Die Ruheständler vom Benther Berg waren in den vergangenen 14 Jahren allerdings eher Männer der Tat und halfen, an vielen Stellen das Ortsbild ihres Dorfes aufzupeppen. 

Jetzt ist allerdings Schluss mit dem ehrenamtlichen Einsatz. Der Altersdurchschnitt der Gruppe liegt inzwischen bei 77 Jahren. „Bedauernswert aus unserer Sicht ist, dass sich keine neuen Rentner für die Nachfolge gefunden haben“, sagt der frühere Ortsbürgermeister Manfred Bohr. Mit einem Brief hatte er am 19. März 2004 versucht, Altersgenossen für den ehrenamtlichen Einsatz zu begeistern. Und er hatte Erfolg. Fast 20 rüstige Herren haben sich seither in 167 Treffen, anfangs in der Gaststätte Fellersmann, Gedanken darüber gemacht, wie sie ihren Wohnort schöner gestalten können. 

69 verschiedene Einsätze – viele davon jedes Jahr wiederkehrend – hat Bohr seither gezählt. Dazu gehören zum Beispiel Heckenschnitte genauso wie die Erstellung und Pflege von Hinweisschildern, die Überholung der Anlage der Sieben-Trappen-Steine, verschiedene Informationsveranstaltungen, ein Bossel-Turnier für die Kinder der Villa Kunterbunt – und die Sanierung des Grillplatzes, an dem sich die Gruppe zum abschließenden Foto versammelt hat. 

Frisches Beet mit Bananenschale

Jedes Jahr aufs Neue kümmern sich die Männer des Benther Seniorenkreises auch um die Pflege des Beetes auf der Verkehrsinsel an der Bundesstraße 65. Frische Frühlingsblumen werden gepflanzt. Diesmal war auch wieder ein neuer Anstrich für die Einfassung der Insel notwendig. Ein Ärgernis für die ehrenamtlichen Helfer ist seit jeher das Verhalten der Autofahrer, die an der roten Ampel halten müssen. „Einige werfen Müll und Zigarettenkippen achtlos aus dem geöffneten Fenster“, berichtet Gerd Moltzen. „Manche leeren auch ihren ganzen Aschenbecher“, schildert er die Tätigkeiten der Autofahrer währen der Rotphasen. Neu ist ein in diesem Jahr erstmals aufgetretenes Phänomen: „Jeden Morgen liegt eine neue Bananenschale auf der Insel“, erzählt Moltzen. Die Senioren appellieren an alle Verkehrsteilnehmer, ihren Müll an geeigneterer Stelle zu entsorgen. 

Das Beet an der Kreuzung zur Bundesstraße 65 ist wieder frisch bepflanzt. Und jeden Tag liegt eine Bananenschale darin. Quelle: Uwe Kranz

„Ich bin stolz die Herren, die in den vergangenen Jahren mitgemacht haben“, sagt Bohr. „Wir haben gemeinsam viel bewegt.“ Auch die Gründung ähnlicher Gruppen in Northen und Leveste führen die Benther auf ihr Vorbild zurück. Allerdings habe man in Benther keine weitere Nachahmung gefunden. „Beim Meckern sind alle Weltmeister“, sagt Bohr und beklagt die fehlende Bereitschaft in der Bevölkerung zu ehrenamtlichem Einsatz für die Allgemeinheit. 

Dabei ging es beim Benther Seniorenkreis auch nicht immer nur um die Arbeitseinsätze. Gemeinsam haben die Männer zahlreiche Firmen und Einrichtungen in ganz Norrdeutschland besucht, darunter das Funkhaus und die Airbus-Werke in Hamburg, die Arena in Hannover, das Kernkraftwerk in Grohnde bei Hameln, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig sowie die Schachtanlagen in Gorleben und Konrad bei Salzgitter. „Das waren Ausflüge zur Entspannung“, stellt Bohr fest. 

Rüstige Runde setzt sich zur Ruhe

Die Runde der rüstigen Rentner des Benther Seniorenkreises ist seit 14 Jahren ein eingeschworener Haufen. Alle 13 Mitglieder – Werner Bahntge, Manfred Bohr, Lutz Danne, Gerhard Felchner, Wilfried Haberkamp, Werner Köhler, Horst Köster, Jürgen Mischke, Gerd Moltzen, Ulrich Schultze, Hans-Heinrich Tillack, Walter Weigmann und Horst Zarske waren von Anfang an dabei. Abgänge gab es nur unfreiwillig, aus gesundheitlichen Gründen wie bei Horst Haupt und Ortwin Wittkopp oder die bereits gestorbenen Hermann Bode, Wolfgang Hellmer, Erich Ressel und Dietmar Schmuckall. Auch deren Einsatz für den Ort müsse zum Ende der Initiative noch einmal gewürdigt werden, betonte Manfred Bohr. 

Die Petanque-Anlage auf dem Sportgelände des Sportvereins VSV haben die Helfer des Seniorenkreises ebenfalls mit aufgebaut. Dort betätigte sich die Gruppe auch sportlich. Nach und nach kamen zu diesen Anlässen auch immer mehr Frauen dazu. Die Petanque-Sparte des Sportvereins entstand. Dort werden sich die die rüstigen Rentner auch in Zukunft regelmäßig treffen, um ein paar Kugeln zu werfen. Und sicherlich werden sie sich auch noch zu der einen oder anderen guten Tat für das Dorfbild begeistern lassen. „Wir sind zuversichtlich, dass sich demnächst wieder Benther Bürger ehrenamtlich einsetzen werden und in unsere Fußstapfen treten“, sagt Bohr.

Von Uwe Kranz

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