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Der Verkehr auf der historischen Leinebrücke in Schulenburg wird von einer Baustellenampel geregelt.

Der Verkehr auf der historischen Leinebrücke in Schulenburg wird von einer Baustellenampel geregelt.
© Kim Gallop

Schulenburg

UWG darf Leinebrücke nicht mehr säubern

Die UWG kämpft um den Erhalt der Leinebrücke in Schulenburg. Selbst tätig werden dürfen die Mitglieder nicht mehr.

Schulenburg.  Die Sorge um die historische Leinebrücke bei Schulenburg wächst. Das 1751errichtete Bauwerk zeigt auf der Fahrbahn deutliche Absackungen. Einige der Schlaglöcher sind bis zu 5 Zentimeter tief. Das berichtete jetzt Rolf Kattenhorn, der 1. Vorsitzende der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Schulenburg. Dass seit wenigen Tagen eine Baustellenampel dort den Verkehr regelt, bedeutet aber nicht, dass die Sanierung beginnt: Es handelt sich lediglich um Leitungsarbeiten.

Die schmale sogenannte Dreibogenbrücke ist nur einspurig befahrbar. Die erlaubte Geschwindigkeit ist auf maximal 10 Kilometer in der Stunde begrenzt und das maximale erlaubte Gewicht auf 18 Tonnen.

Kattenhorn hatte im Februar an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geschrieben und aufgezählt, was der Baulastträger noch für den Erhalt der Brücke tun sollte. Die letzte Sanierung war 1990. Inzwischen hätten sich die tiefen Schlaglöcher bebildet. Durch den Verkehr gerate der Bogen in Schwingungen, was das Bauwerk nach Meinung der UWG auf Dauer schädigen könnte. Eine Fahrbahnsanierung sei dringend nötig.

Zwischen der Brüstung und der Fahrbahn hätte sich zudem viel Schmutzt, Laub und Staub angesammelt. Diese Stellen würden auch im Winter feucht blieben, durch Frost könnte die Brücke weiteren Schaden nehmen. Deshalb sollte die Fahrbahn gereinigt werden. Außerdem, so beklagte es die UWG, werde viel zu schnell gefahren. Dehalb sei es angebracht, Schwellen anzubringe, die den Verkehr abbremsen könnten.

In ihrer Antwort im April wies die Behörde darauf hin, dass die Leinebrücke, wie alle Brücken, regelmäßig auf Standfestigkeit überprüft werde. Größere Sanierungsarbeiten seien nicht geplant, wohl aber kleinere Instandsetzungsarbeiten, die von der Straßenmeisterei Sarstedt erledigt würden.

Die UWG ist keine Gruppe, die nur Briefe schreibt. Im Sommer haben sich 10 Mitglieder versammelt und mehrere Stunden lang den Dreck entfernt. Mehr als 50 Schubkarren haben die UWG-Mitglieder abgefahren. Die Aktion war angemeldet. Zu ihrem Ärger musste die Gemeinschaft für die behördliche Genehmigung auch noch 100 Euro zahlen.

Vor wenigen Tagen hat Kattenhorn nochmals ein Schreiben von der Landesbehörde erhalten. Einerseits sind die Nachrichten erfreulich: Für 2018 sei „eine größere Instandsetzungsmaßnahme der Brücke geplant“, heißt es dort. „Die entsprechenden Haushaltsmittel sind für 2018 angemeldet.“ Im aktuellen Jahr habe es die personellen Ressourcen nicht gegeben. Auch wegen des Hochwassers hätten anderswo dringendere Maßnahmen vorgezogen werden müssen.

Über einen anderen Passus hat sich Kattenhorn aber sehr geärgert. Dort heißt es: „An dieser Stelle weise ich ausdrücklich darauf hin, dass zukünftig keine stelbstständigen Arbeiten durch Sie oder sonstige Dritte an dem Brückenbauwerk ausgeführt werden dürfen!“ Ein Verstoß werde „ensprechend zur Anzeige gebracht“.

„Ich finde so etwas frustrierend“, sagte Kattenhorn. „Man kann doch über alles sprechen.“ Die UWG habe auch „eine Auftrag von Jochen Schneider“ fügte er hinzu. Der inzwischen verstorbene ehemalige Vorsitzende der UWG hatte jahrzehntelang um den Erhalt und die Würdigung der Leinebrücke gekämpft.

Von Kim Gallop


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