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Region Pattensen Nachrichten Feldhamstertag kommt gut an
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13:24 28.08.2018
Nina Lipecki vom Verein AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e.V. und Landwirt Bernhard Eppers vor dem Ackerstreifen in Pattensen, der für das Wohl der Feldhamster nicht abgeerntet wird. Quelle: Andrea Weber
Pattensen-Mitte

Für den Feldhamster steht die Uhr auf fünf vor zwölf. Er gehört zu den am stärksten bedrohten Säugetierarten in Deutschland. Deshalb initiiert die Deutsche Wildtier Stiftung in fünf Bundesländern ein fünfjähriges Projekt zur Rettung der Feldhamster, auch in Niedersachsen. Am vergangenen Sonntag fand auf einem Feld in Pattensen ein bunter Feldhamstertag statt, unterstützt vom Verein AG Feldhamsterschutz Niedersachsen.

Viele Interessierte, besonders Familien mit Kindern, fanden sich am Feldrand ein, um sich über den Schutz der bedrohten Nager zu informieren. Für einen abwechslungsreichen Nachmittag war bestens gesorgt. So konnten Kinder einen künstlichen Hamsterbau erkunden, Körnerbilder herstellen, sich auf Schaubildern Hamster in ihren Bauten ansehen sowie das nachgebaute, natürliche Umfeld des Hamsters mit seinen Feldnachbarn betrachten. Bei Kaffee und Kuchen kamen die Gäste mit den Naturschützern ins Gespräch und konnten viel über den sehr selten gewordenen Feldbewohner erfahren. Highlight des Nachmittags war eine Exkursion über den Acker, bei dem die Besucher selbst Hamsterbauten aufspüren konnten.

Was sich als gar nicht so einfach erweisen sollte. Verwechslungsgefahr besteht mit Mäuselöchern, die häufig von Hunden und Füchsen größer gebuddelt werden, aber auch mit Hasen- und Fuchsbauten.

Volker Lipecki von der AG Feldhamsterschutz begleitete die Gäste bei der Bausuche, beantwortete Fragen und markierte die aufgefundenen Hamsterbauten mit Steckfahnen.

Der Feldhamstertag in Pattensen zog am Sonntag viele interessierte Besucher an. Quelle: Andrea Weber

Um den Hamsterbestand zu erfassen, werden die Felder, auf denen die Tiere gesichtet wurden, engmaschig kartiert. Nina Lipecki, Organisatorin des Feldhamstertages erklärte: „Im Frühjahr gehen wir in Armlängenentfernung über das Feld und markieren jeden sicher identifizierten Hamsterbau. Diese Daten werden per GPS zentimetergenau eingegeben.“ So können die Naturschützer einen Überblick über den Bestand erhalten.

In Niedersachsen gibt es noch eine gewisse Zahl von Feldhamsters in freier Wildbahn. Nina Lipecki berichtete: „In Rheinland-Pfalz und Hessen hat man begonnen, die Tiere nachzuzüchten.“

Auch in Pattensen leben Feldhamster. Beim Bau des neuen Wohngebietes im Nordosten der Stadt ruhten die Bauarbeiten für einige Zeit, bis die Feldhamster umgesiedelt waren. Auch der Radweg von Pattensen nach Hiddestorf führte über „Feldhamsterland“ und das Bauvorhaben musste warten, bis die Bewohner umgezogen waren.

Durch intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und dem Einsatz moderner Erntemaschinen wird den Hamstern die Lebensgrundlage entzogen: Sie finden nicht mehr genügend Nahrung. Aktiv beteiligt am Hamsterschutz ist seit 2015 der Pattenser Landwirt Bernhard Eppers. Er stellt einen breiten Streifen seines Ackerlandes dem bedrohten Nager zur Verfügung. Dort wird das Getreide nicht geerntet, und auf Grünstreifen werden Luzerne angebaut. Auch umgepflügt wird der Boden nicht.

So können die Tiere auch nach der Erntezeit noch Getreidekörner für ihren Wintervorrat finden. Für sein Engagement für den Naturschutz erhält der Landwirt eine Entschädigung von der Stadt Pattensen. Die Sorge für Umwelt und Natur sind ihm wichtig. Eppers betonte: „Nicht nur die Hamster profitieren, diese ungeernteten Getreidestreifen sind auch von Vorteil für Vögel und Insekten.“

Alexa und Andreas Bock sind mit ihrem anderthalbjährigen Sohn Nelio aus Ahrbergen nach Pattensen gekommen. Der jungen Familie ist Naturschutz wichtig. Andreas Bock hat als Bauingenieur häufig direkt mit dem Thema zu tun. Mit Blick auf stockende Bauprojekte sagte er: „Man muss Rücksicht nehmen. Das Verständnis für die Natur sollte größer sein, als der Eigennutz.“

Von Andrea Weber

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