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Region Pattensen Nachrichten So sieht der Rathausneubau innen aus
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00:17 01.01.2018
Bürgermeisterin Ramona Schumann besichtigt die Fortschritte beim Bau des neuen Rathauses. Quelle: Tobias Lehmann
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Pattensen-Mitte

 Muss der Bau eines neuen Rathauses in Pattensen für 7,3 Millionen Euro in Zeiten eines defizitären Haushalts wirklich sein? Einige  Bürger äußern immer wieder Kritik daran. Bürgermeisterin Ramona Schumann hat diese Zeitung jetzt exklusiv zu einem Rundgang durch das neue Gebäude an der Göttinger Straße eingeladen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Projekt. 

Warum muss die Verwaltung aus dem alten Rathaus ausziehen?

Es gibt drei Verwaltungsstellen mit unterschiedlichen Problemen. So besteht im Gebäude Auf der Burg kein Brandschutz mehr. Die Region Hannover hat als zuständige Aufsichtsbehörde offiziell nur eine Genehmigung zur Nutzung des Gebäudes bis Ende 2017 erteilt. Die Frist wurde letztmalig um wenige Monate verlängert, weil das neue Rathaus kurz vor der Fertigstellung ist. Keines der Gebäude ist barrierefrei, was eine gesetzliche Verpflichtung ist. Hinzu kommen mangelhafte energetische Werte der Gebäude und die schlechte Anbindung an das Busnetz der beiden Außenstellen im Gewerbegebiet.

Konnte der Brandschutz nicht einfach aktualisiert werden?

Eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalyse hat ergeben, dass der Neubau wirtschaftlicher ist. Die Kosten für eine entsprechende Sanierung, die der weiteren Unterhaltung aller Gebäude sowie dier barrierefreie Umbau wären langfristig teurer.  

Hätte die Stadt nicht einfach auf ein Rathaus verzichten und die Mitarbeiter in eine weitere Außenstelle ziehen können?

Es wäre möglich gewesen weitere Außenstellen einzurichten. Der erhöhte Aufwand für Unterhaltung und Umbau oder Miete wäre dennoch angefallen. Außerdem bedeutet es noch mehr Wege für die Bürger.

Wie hoch sind die Kosten für den Neubau konkret?

Der Bau des neuen Rathauses kostet 7,3 Millionen Euro. Die Stadt hat dafür einen Zuschuss vom Bund in Höhe von 350.000 Euro bekommen. 

Passt das moderne Gebäude überhaupt in das historische Scheunenviertel der Stadt?

Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass das Gebäude technisch modern ist, sich aber optisch in die Umgebung einfügt. So hat sich der Rat der Stadt bewusst für ein Satteldach und nicht für ein Flachdach entschieden. Der Architekt hat eine Aufteilung gewählt, die in ihrer Gestaltung eine Reminiszenz an die alten Scheunen sein soll. 

Bisher ist die Verwaltung auf drei Standorte in der Stadt aufgeteilt. Wird die Zusammenlegung Vorteile haben?

Es wird eine große Zeit- und auch eine Kostenersparnis erwartet. „Im Moment verwenden wir gerade bei fachübergreifenden Themen viel Zeit auf Koordination mit E-Mail und per Telefon, dabei könnte vieles viel schneller gehen, wenn man kurz in das Büro nebenan geht. Das wird künftig möglich sein“, sagt Schumann. Auch die regelmäßigen Besprechungen zwischen Schumann und den vier Fachbereichsleitern - Andrea Steding für „Zentrale Dienste“, Heike Hessenkamp für die „Kämmerei“, Jörg Laszinski für „Bürgerdienste“ und Axel Müller für „Technische Dienste“ – erfordern einen erheblichen Zeitaufwand. „Mindestens zwei von uns sind immer auf der Straße, weil sie von einem Verwaltungsstandort zum anderen fahren müssen“, sagt Schumann. Die Verteilung der täglichen Post koste ebenfalls Zeit. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung fährt mindestens zwei Mal am Tag mit einem Dienstfahrrad die Post vom Rathaus Auf der Burg zu den Außenstellen. „Aber bei größeren Sendungen oder welche, die später als zu den üblichen Zeiten ankommen werden diese extra mit dem PKW durch die Stadt gefahren. Das kostet viel Zeit – abgesehen von dem ökologischen Aspekt“, erläutert die Bürgermeisterin. 

Wie wird die Arbeit im Haus aufgeteilt?

Es gibt drei Häuser mit jeweils drei Etagen, die durch einen Mittelgang verbunden sind. Im Erdgeschoss werden die Bereiche mit dem meisten Publikumsverkehr untergebracht. Dazu gehören das Bürgerbüro, Kita-Anmeldungen, das Standesamt und die Stadtkasse. Je weiter es nach oben geht, desto weniger Publikumsverkehr wird dort sein. In einer der oberen Etagen befinden sich auch die Büros der Bürgermeisterin und der Fachbereichsleiter. Es steht ein Aufzug zur Verfügung, so dass auch diese Etagen für alle Bürger und Mitarbeiter barrierefrei zu erreichen sind. „Die Zuordnung der Sachgebiete haben wir versucht nach den Bedürfnissen der Bürger zu ordnen, um die Wege so kurz wie möglich zu halten“, erläutert Schumann.

Die Aufgaben für eine Kommunalverwaltung wachsen unaufhörlich. Ist das Rathaus ausreichend groß, also auch für künftiges Personal geplant?

Ja. Das Gebäude sollte für die nächsten Jahrzehnte nach Plan nicht mehr vergrößert werden müssen. Es bietet den rund 90 Mitarbeitern der Verwaltung Platz, weist in der Gestaltung aber auch noch Möglichkeiten auf. So können zum Beispiel Wände versetzt werden, was eine größere Flexibilität ermöglicht. Ein Haus ist komplett autark, so dass auch eine Nutzungsmöglichkeit außerhalb der Verwaltungsarbeit besteht.

Gibt es Änderungen für die Besucher des Rathauses?

Mehrere. So wurden jetzt unter anderem Räume für sensible Einzelgespräche vorgesehen. Im jetzigen Rathaus ist das aus Platzgründen schwierig. Neu sind die Wartebereiche mit Sitzgelegenheiten für die Bürger. Zudem wird es Räume geben, die für Sprechstunden externer Berater genutzt werden können, zum Beispiel von Pattensens Behindertenbeauftragten, den Seniorenbeauftragten oder von Vertretern der Region Hannover. Im Erdgeschoss befindet sich ein Mehrzweckraum , der auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Wie das genau geregelt wird, muss noch entschieden werden. „Eine Möglichkeit wäre, dass der Raum für Veranstaltungen von Vereinen kostenlos und für gewerbliche Veranstaltungen kostenpflichtig sein wird“, sagt Schumann. Auch Ausschusssitzungen sind in dem Raum möglich. Für öffentliche Ratssitzungen ist er allerdings zu klein. 

Das Standesamt im alten Rathaus war nur für höchstens 15 Gäste inklusive Trauzeugen zugelassen. Ist das im neuen Rathaus anders?

Die Fluchtwege im alten Rathaus waren für mehr Besucher nicht ausreichend. Einige Paare haben sich allein deshalb sogar anderenorts trauen lassen. Im neuen Rathaus steht ein großer Raum mit einem separaten Eingang für Trauungen zur Verfügung, so dass die Zahl der Gäste nicht mehr offiziell begrenzt ist. Der Raum wird auch mit einer speziellen Beleuchtung für die entsprechende Atmosphäre ausgestattet. 

Gibt es für Mitarbeiter und Besucher ausreichend Parkplätze?

Es wird 52 Mitarbeiterparkplätze geben. Das sind insgesamt mehr als derzeit an allen drei Standorten vorhanden sind. Hinzu kommen vier (Kurzzeit)-Parkplätze für Besucher auf dem Rathausgrundstück. Weitere neun Parkplätze werden entlang der Göttinger Straße angelegt. Die Zahl der Parkplätze für Besucher entspricht der Zahl der jetzigen Besucherparkplätze an den drei Standorten. 

Gab es während des Baus Überraschungen, die die veranschlagten Kosten stiegen ließen oder die Zeit für das Projekt verlängerten?

Nein. Das schon bei der KGS erfolgreiche Totalunternehmermodell minimiert dieses Risiko. Die gesamte Planung und Ausführung liegt dabei in der Hand eines Unternehmens, in diesem Fall der Firma Depenbrock. Bei einer „normalen“ Ausschreibung werden die Aufträge an verschiedene Unternehmen vergeben, die sich untereinander abstimmen müssen. Für die Stadt hat das zudem den Vorteil, dass es einen Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Projekt gibt und jedes Detail vom Zeitplan bis hin zu der Platzierung der Steckdosen vor Beginn des Baus geklärt ist. 

Was wird noch neu sein?

Auf dem Dach des Gebäudes ist eine Photovoltaikanlage installiert, die das gesamte Gebäude mit Strom versorgen wird. Es gibt einen Mitarbeiterraum zur zentralen Versorgung sowie kleinere Küchenzeilen zur Gästebewirtung. Im Mitarbeiterraum gibt es dann die Möglichkeit, in Gruppen gemeinsam die Mittagspause zu verbringen und nicht wie bisher in der Regel jeder für sich an seinem Arbeitsplatz. Für die Mitarbeiter, die zum Beispiel auf Baustellen arbeiten, gibt es einen separaten Eingang. Es wurden Räume zum Duschen und Schuhe wechseln vorgesehen, um zu verhindern, dass starke Verschmutzungen in das Haus getragen werden. 

Wann ist der Umzug?

Im April 2018. Anschließend wird es auch einen Tag der offenen Tür geben. Der Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest.

Was passiert dann mit den alten Gebäuden?

Das alte Rathaus und die Verwaltungsaußenstelle an der Walter-Bruch-Straße sollen 2018 verkauft werden. 

Von Tobias Lehmann

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