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Der Streit um die Regale für die Schulbiliothek ist erneut hochgekocht.

Der Streit um die Regale für die Schulbiliothek ist erneut hochgekocht.
© Tobias Lehmann (Archiv)

Pattensen-Mitte

Industrieregale für KGS-Bibliothek ungeeignet

Im Streit um Regale für die KGS-Schulbibliothek melden sich der Didaktische Leiter und Schülervertreter zu Wort. Die halten die Regale für unpraktisch und unästhetisch.

Pattensen-Mitte.  Einen rüden Umgang nach „Gutsherrenart“ wirft Ulrich Ziehn der Stadtverwaltung von Pattensen vor. Ziehn, der Didaktische Leiter der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen, zeigte sich  verärgert über den Umgang mit dem Thema Regale für die Schulbibliothek. Diese seien nicht nur nach Meinung der Schulvertreter ungeeignet, erklärte Ziehn, sondern sie stellten auch einen Verstoß gegen Schulbibliotheks-Richtlinien dar, aufgestellt von der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Darauf verweisen in ihrer Kritik auch die Schülervertreter.

Für die Bibliothek im Neubau waren Regale angeschafft worden, die nach Meinung der Schule ungeeignet sind. Auch eine Nachrüstung hält die Schule für ungeeignet. Vor der jüngsten Ratssitzung fand eine interne Besichtigung statt, was den Streit noch angefacht hat.

Trotzdem die Schule von der Besichtigung vorher nicht in Kenntnis gesetzt worden sei, seien drei Schüler-, zwei Lehrervertreter – Ziehn und die Direktorstellvertreterin Mirjam Gerull – sowie eine Elternvertreterin vor Ort gewesen, berichtet Ziehn, „um ihre Argumente vorzutragen, warum diese kalten Metallkonstruktionen zwar geeignet sein mögen, Bücher aufzunehmen, aber nicht Lese- und Lernmotivation bei jungen Menschen zu erzeugen“.  

Die Schulvertreter seien aus der Schulbibliothek verwiesen worden und mussten „stehend auf dem Flur warten, in der Hoffnung, im Anschluss vielleicht noch Gehör zu finden“. Die Lehrervertreter seien nach etwa 15 Minuten für die Beantwortung von Fragen eingelassen worden, doch die Schüler- und Elternvertreter bekamen keine Gelegenheit mehr, ihr Anliegen deutlich zu machen. „Eine äußerst entwürdigende und beschämende Situation für die Betroffenen“, sagt Ziehn, „die eher der Gutsherrenart früherer Zeiten, statt moderner Kommunikation auf Augenhöhe entspricht.“ 

Dem Didaktischen Leiter erscheint vor diesem Hintergrund das Vorhaben der Verwaltung, in Pattensen ein Schülerparlament einzurichten, in dem junge Menschen eine Mitwirkungsmöglichkeit in politischen Fragen eingeräumt werden soll, „wie ein bloßes Lippenbekenntnis“. Er hegt außerdem den Verdacht, dass Angelegenheiten, die den Rathaus-Neubau betreffen, Vorrang gegenüber den „mindestens ebenso berechtigten Anliegen der Schule“ haben. 

Zu dem Problem mit den Regalen haben sich inzwischen auch die stellvertretenden Schülersprecher Lennart Fibranz und Torben Löhr mit einer Erklärung zu Wort gemeldet. Sie schreiben, dass die angeschafften Industrielagerregale „ihre zugedachte Funktion in keinster Weise erfüllen können“. Die Regale stünden nun im Bibliotheksraum herum, und die Bücher seien nach wie vor in ihren Kartons. Die Schüler hätten keine Möglichkeit, die Bibliothek zu nutzen. „Das Kerncurriculum des Landes gibt wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen von Facharbeiten, Hausarbeiten und Recherchen vor. Diesen Vorgaben kann derzeit nicht nachgekommen werden, weil die Ausstattung der Bibliothek nicht vorwärts geht.“

Im Interesse der Schüler sollte das Problem schnell gelöst werden. „Im Vergleich zu umliegenden Schulen, ist die Ausstattung der Bibliothek der KGS Pattensen mangelhaft“, schreiben die Schülervertreter. Die Regale in Pattensen seien „aus Schülersicht alles andere als ansprechend“. Außerdem bestehe durch die Metallkanten der jetzigen Regale „eine hohe Verletzungsgefahr“. „Dass die Regale unpassend sind, wird dadurch unterstützt, dass diese sehr hoch sind und kaum ein Schüler in der Lage ist, an Bücher in höheren Etagen zu gelangen.“ Auch die Schülervertreter verweisen auf die offiziellen Richtlinien der UNESCO für Schulbibliotheken. Die Industrielagerregale würden diesen Richtlinien nicht entsprechen „und beflecken das Bild der eigentlich attraktiven Bibliothek“.

Von Kim Gallop


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