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Region Pattensen Nachrichten Schulleiter und Eltern wollen Schulbezirke belassen
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00:36 28.05.2018
Pattensens Schulleiter setzen sich dafür ein, es bei den bestehenden Schulbezirken zu belassen. (Symbolbild) Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen

Sollen die Schulbezirke in Pattensen geöffnet werden? Die Stadtverwaltung spricht sich gegen den Antrag aus, den Ratsherr Günter Kleuker für die Fraktion der Unabhängigen gestellt hat. Auch drei der vier Grunschulen im Stadtgebiet sowie der Stadtelternrat haben dazu Stellung genommen und lehnen einen gemeinsamen Schulbezirk ab.

Günter Kleuker hat seinen Antrag damit begründet, dass die beiden Grundschulen in Hüpede und Jeinsen nicht ausgelastet sind, während die eigentlich vierzügige Grundschule Pattensen in den nächsten Jahren teilweise fünfzügig sein wird. Ein gemeinsamer Schulbezirk soll eine gleichmäßigere Auslastung der Grundschulen garantieren. Die Leiterin der Grundschule in Jeinsen, Renate Beblo, weist jedoch darauf hin, dass auch genau das Gegenteil eintreten könne und noch weniger Schüler an den kleinen Grundschulen angemeldet werden. Zudem sieht sie die Gefahr, dass Eltern ihr Kind immer gleich zu einer anderen Schule schicken, sobald es Probleme gebe. Dies sei aber meist weder für das Kind noch für das Schulklima die beste Lösung.

Für den Schulleiter der Grundschule in Hüpede, Adam Juszczak, steht fest: Eine Aufhebung der Schulbezirke habe „erhebliche Konsequenzen für die Schulentwicklungsplanung“. Eine Erfassung prognostizierter Schülerzahlen nach dem jeweiligen Wohnort sei dann kaum noch möglich. Auch er sieht die Gefahr eines Rückgangs der Anmeldungen besonders an den kleineren Grundschulen wie Hüpede und Jeinsen. Eine weitere offene Frage sei, nach welchen Kriterien die Kinder auf die Schulen verteilt werden, falls eine ihre Kapazität ausgeschöpft habe.

Das Leitungsteam der Grundschule Pattensen, Iris Löhr und Claudia Neuber, teilen mit, dass ihrer Erfahrung nach bisher eher Schüler aus den anderen Stadtteilen nach Pattensen-Mitte wollten und nicht umgekehrt. So halten auch sie es für wahrscheinlich, dass die kleinen Grundschulen durch einen Wegfall der bestehenden Schulbezirke eher geschwächt werden. Wenn Schulen dann immer Schüler bis zur Höchstgrenze aufnehmen müssen, würden die Klassengrößen zudem „bis aufs Äußerste“ ausgereizt. Möglicherweise müssten bestehende Klassenverbände aufgelöst und neu zusammen gesetzt werden. Das sei „aus sozialer und pädagogischer Sicht absolut katastrophal“. Zudem gelte die Regel „Kurze Beine, kurze Wege“ aus Aspekten der Sicherheit und des Umweltschutzes.

Auf den Aspekt der Beförderung weist auch die Region Hannover hin. Jedes Kind, das mehr als zwei Kilometer von der gewünschten Grundschule entfernt wohne, habe einen Anspruch auf Beförderung. Da die bestehenden Busverbindungen das voraussichtlich nicht leisten könnten, bestehe eventuell sogar der Anspruch auf einen Mietwagen. Die gestellten Mietwagen sowie zusätzliche Busverbindungen könnten Mehrkosten verursachen, die im sechsstelligen Bereich pro Jahr liegen, argumentiert die Region.

Der Stadtelternrat der Schulen schließt sich in seiner Stellungnahme den Kommentaren der Schulleiter an. Auch die Stadtverwaltung hat sich jetzt gegen den Antrag der Unabhängigen ausgesprochen und weist darauf hin, dass dieser auch rechtlich problematisch sei. Denn im Niedersächsischen Schulgesetz heißt es, dass im Primarbereich die Schulträger für jede Schulen einen Schulbezirk festlegen. Die Landesschulbehörde wurde bereits um eine Stellungnahme gebeten, die aber noch nicht vorliegt.

Die in Pattensen seit 1996 geltende Schulbezirkssatzung soll dennoch aktualisiert werden. Neu aufgenommen werden soll der Passus, dass für Kinder mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung für die Schwerpunkte Hören, Sehen, Geistige Entwicklung und Körperlich/Motorische Entwicklung das gesamte Stadtgebiet als Schulbezirk gilt. Die für alle weiteren Kinder festgelegten Schulbezirke sollen nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung jedoch bestehen bleiben: die Grundschule Pattensen für Pattensen-Mitte, Koldingen und Reden sowie die Grundschule in Schulenburg für Schulenburg, die Grundschule in Jeinsen für Jeinsen, Vardegötzen und Thiedenwiese und die Grundschule in Hüpede für Hüpede und Oerie.

Von Tobias Lehmann

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