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00:43 16.06.2018
90 Jahre KKSV: die erfolgreiche Luftgewehr Freihand-Mannschaft. Quelle: privat
Schulenburg

Vor 90 Jahren wurde der Kleinkaliber-Schießverein (KKSV) „Ernst August“ Schulenburg-Calenberg gegründet. Der Schützenverein feiert diesen besonderen Geburtstag am Freitag und am Sonnabend, 15. und 16. Juni, mit Schießwettbewerben und einem Abendprogramm am Sonnabend. Die lange und bewegte Geschichte ist in den ersten Jahrzehnten von den Anstrengungen geprägt, einen Treffpunkt und Trainingsmöglichkeiten für die Mitglieder zu schaffen. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich der Verein sportlich zu einem der erfolgreichsten in der Region.

Untrennbar mit dem KKSV verbunden ist auch die Verbindung zum Haus von Hannover. Der Verein trägt den Namen „Ernst August“ nicht nur zur Dekoration oder aus Lokalpatriotismus. Beim Pressegespräch betonen der derzeitige Vorsitzende Horst Wedekind und Vorstandsmitglied Thorsten Steiger, dass die Welfenfamilie eine entscheidende Rolle bei dem Wiederaufbau des Vereins nach dem Zweiten Weltkrieg gespielt hat.

Gegründet wurde der KKSV vor beinahe exakt 90 Jahren am 12. Juni 1928. Die Initiative ging von Wilhelm Willich aus, der zum 1.Vorsitzenden gewählt wurde. Laut Chronik wurde am 17. August 1930 in der Schießanlage mit einem sogenannten Tiefanzeigerstand in der Kalkröhre auf dem Calenberg das erste öffentliche Schießen durchgeführt. Ein Schützenhaus oder andere Aufenthaltsmöglichkeiten gab es damals nicht. Im Jahr 1932 wurde mit dem Bau eines Unterkunftsraumes, der in den folgenden Jahren zum Schützenhaus wurde, begonnen. 1933 wurden erstmals ein Schützen- und ein Bürgerkönig ausgeschossen. Weil der Tiefanzeigerstand häufig unter Wasser stand, wurde in den Jahren 1935 bis 1936 ein Hochanzeigerstand gebaut. Der konnte am 18. Januar 1936 in Betrieb genommen werden.

Direkte Kriegsschäden gab es nicht, aber der Schützenverein wurde dennoch Opfer der Umstände in der Nachkriegszeit: Am 26. April 1949 sprengte die britische Besatzungsmacht den Schießstand mit all seinen Anlagen. Weder der KKSV noch die Gemeindeverwaltung seien darüber vorher informiert worden, heißt es in der Vereinschronik.

Doch schon am 12. Juli 1950 wurde der KKSV wiedergegründet, erster Vorsitzender wurde Adolf Abelmann. „Herr Abelmann war als Ortsbrandmeister, Friseurmeister und Schiedsrichter beim TSV Schulenburg sehr rührig“, berichtet Horst Wedekind. Und sein Amtsvorgänger hatte noch eine andere wertvolle Eigenschaft: „Er hatte persönliche Kontakte zu Seiner Königlichen Hoheit Herzog Ernst August von Hannover.“ Und Ernst August, der Großvater des heutigen Erbprinzen – der im vergangenen Jahr Ekaterina Malysheva geheiratet hat - überließ dem KKSV ein Gelände an der Adenser Straße – wo heute das Vereinsheim steht. Im Beisein von Herzog Ernst August und Gattin Ortrud wurde am 17. Juni 1951 die neue Fahne eingeweiht. Die Verbundenheit besteht bis heute: Als Erbprinz Ernst August 2017 geheiratet hat, war der KKSV-Vorstand zum Empfang in Hannover eingeladen.

90 Jahre KKSV: Auch die Geselligkeit gehört zur Tradition. Quelle: privat

Der Vorsitzender Abelmann war nach dem Krieg auch Initiator und zeitweise Vorsitzender des am 11. März 1951 gegründeten Kreisverbands Deister-Süntel-Calenberg. 1968 wurde mit dem Neubau des heutigen Schießstandes und Schützenhauses an der Adenser Straße begonnen. In den Wiederaufbau haben die Mitglieder viel Eigenleistung gesteckt – mit Unterstützung des Herzogs (Wedekind: „Es kamen viele Gerätschaften aus dem Hausgut zum Einsatz“), der damaligen Gemeinde Schulenburg, den Schulenburger Geschäftsleuten und der landwirtschaftlichen Betriebe. Nach achtjähriger Bauzeit konnten die Schießanlagen und das Schützenhaus am 19. Juni 1976 offiziell eröffnet werden. „Den ersten Schuss auf der damals modernsten Anlage im Großraum Hannover und Deister-Süntel gab SKH Herzog Ernst August ab“ – so ist es in der Chronik verzeichnet.

Ab 1982 war Hermann Gebhardt 1. Vorsitzender, ab 1992 Heinz Schuler. Dem Vorstand und den Mitgliedern und Unterstützern wurde weiterhin viel Einsatz abverlangt: 1993 richtete ein Einbruchsversuch erheblichen Schaden im Schützenhaus an. Im Mai und Juni 1997 waren es starke Regenfälle, die Schützenhaus und Schießanlage unter Wasser setzten. „Die Behebung der dadurch entstandenen Schäden, hat die Arbeitseinsätze der Mitglieder und die finanzielle Situation des Vereins in den Jahren bis zur Jahrtausendwende bestimmt.“

Verein schießt und feiert zwei Tage lang

Das örtliche Pokal- und Bürgerkönigschießen beim KKSV steht unter dem Vorzeichen des 90-jährigen Bestehens. Das Pokal- und Bürgerkönigschießen ist für Freitag, 15. Juni, von 18 bis 22 Uhr eingeplant. Am Sonnabend, 16. Juni, wird der Wettkampf von 14 bis 18 Uhr ausgetragen. Das vereinsinterne Königschießen ist für Sonnabend, 16. Juni, von 10 bis 14 Uhr geplant. Gleichzeitig wird am Sonnabend den ganzen Tag das 90-jährige Bestehen gefeiert. Wenn die Wettkämpfe um 18 Uhr enden, werden ab 18.30 Uhr unter anderem die Sieger und die Vereinskönige bekannt gegeben. Der Bürgerkönig wird während des traditonellen „Könige abholen“ am 25. August geehrt. Ort der Wettkämpfe und der Feier ist das Schützenhaus an der Adenser Straße. gal

Vom Jahr 2000 an konnten endlich die schießsportlichen Aktivitäten im Vordergrund stehen: Erfolge bei Stadt-, Kreis-, Landes- und Deutschen Meisterschaften waren der Lohn. Nach Auskunft des KKSV stellen die Schulenburger die meisten Mannschaften bei den Rundenwettkämpfen des Kreisverbandes Deister-Süntel-Calenberg.

Seit 2008 ist Horst Wedekind 1. Vorsitzender des KKSV. Der Verein hat aktuell 114 Mitglieder, von denen etwa die Hälfte nicht aus Schulenburg kommt. Der Schießsport kann ab 12 Jahren ausgeübt werden. Trainiert werden kann auf Bahnen, die teilweise mit einer sogenannten Meyton-Anlage mit elektronischer Anzeige ausgestattet sind.

90 Jahre KKSV: Trainiert wird heute auf modernen Anlagen. Quelle: Kim Gallop

Für Wedekind gehört zum Erfolg des KKSV dazu, dass das Clubheim immer freitags ab 19 Uhr und sonntags ab 10 Uhr für alle geöffnet ist und einen Treffpunkt in Schulenburg bildet. Deshalb hofft er auf viele Gäste bei der Feier am Sonnabend. Zu dem leistungsorientierten Training gehöre aber auch die Tradition mit Schießwettbewerben und Ausmärschen dazu betont Steiger. Die Verbundenheit mit den örtlichen Vereinen und Verbänden sei stark, sagt er: „Der Feuerwehr-Musikzug Schulenburg begleitet uns seit über 20 Jahren beim Abholen der Schützenkönige.“

Von Kim Gallop

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