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Der Wunstorfer Rat diskutiert über die Linienkürzungen bei Regiobus und über eine Verkleinerung der politischen Gremien.

Der Wunstorfer Rat diskutiert über die Linienkürzungen bei Regiobus und über eine Verkleinerung der politischen Gremien.
© Sven Sokoll

Wunstorf

Rat will Linienkürzungen verhindern

Der Rat hat kritisiert, dass Regiobus-Linien auch in Wunstorf ausgedünnt werden sollen. Die Stadtspitze fordert zudem mehr Zeit für die Diskussion in den Gremien der betroffenen Kommunen.

Wunstorf.  Die drohenden Kürzungen im Netz der Regiobus sorgen im Wunstorfer Rat für Kritik. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt berichtete am Mittwochabend, dass fünf Linien, die das Stadtgebiet berühren, dabei überprüft werden, weil sie zu gering ausgelastet sind. Eberhardt kritisierte, dass die Kommunen von den Überlegungen der Region nicht früh genug informiert seien. Eine für den 13. November angesetzte Runde komme eigentlich zu spät. Er hält eine Stellungnahme der Wunstorfer politischen Gremien für notwendig und hat deshalb auch der Region geschrieben, dass die gesetzte Frist bis Februar für die Rückmeldung wohl nicht einzuhalten sei.

Näher ging Eberhardt auf die Linie 790 von der Kernstadt zum Fliegerhorst und nach Poggenhagen ein, die gefährdet ist. Er räumt ein, dass in Poggenhagen Arbeitsplätze weggefallen sind. „Die Linie könnte aber statt dessen weiterentwickelt werden, weil noch immer eine durchgehende Verbindung zum Neustädter Krankenhaus fehlt“, sagte er. Das wäre umso wichtiger, weil dort jetzt auch die Praxis für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst untergebracht ist.

Die Vorsitzender der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und FDP, Kirsten Riedel, warnt davor, den ländlichen Raum auf diese Weise zu schwächen. „Wir sollten lieber eine richtige Strukturdebatte führen und sehen, ob wir nicht die Doppelstrukturen bei Üstra und Regiobus beseitigen müssen.“ Der Linke Rüdiger Hergt sagte, die Ausdünnung könne sich negativ vor allem auf sozial Schwache auswirken, könne aber auch den Tourismus beeinträchtigen. Und Anne Dalig von den Grünen befürchtet, dass bei künftigen Neubaugebieten die Anbindung fehlen könnte.

In Wunstorf sind außerdem die Linien 741 (nach Niengraben), 760 (Kolenfeld) und 780 (Luthe) unter Beobachtung und könnten zumindest ungünstigere Takte bekommen. Außerdem nannte Eberhardt die Verbindung nach Garbsen.

AfD-Vorstoß für kleinere Gremien scheitert

Die große Mehrheit des Rates sieht keinen Anlass dafür, die politischen Gremien in Wunstorf zu verkleinern. Die AfD wollte nach ihrem Antrag den Spielraum der niedersächsischen Kommunalverfassung ausnutzen und unter anderem den Rat von 40 auf 32 Mitglieder neben dem Bürgermeister verkleinern. Sie begründete das mit einer möglichen Einsparung von rund 32.000 Euro jährlich. „Wir sollten bei uns selbst anfangen“, betonte der Fraktionsvorsitzende Bernd Wischhöver. Das sahen allerdings nur die vier AfD-Politiker in der Abstimmung so.

„Demokratie lebt von Vielfalt“, sagte die Mehrheitsgruppensprecherin Kirsten Riedel, die es wichtig findet, dass möglichst viele Kommunalpolitiker mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen ihre Ansichten in die Debatten einbringen. Der CDU-Parteivorsitzende Martin Pavel sieht ebenso wie Anne Dalig von den Grünen die Gefahr, dass die Arbeitsbelastung des einzelnen Politikers zu stark würde. FDP-Mann Thorben Rump nutze die Gelegenheit für einen Appell an die Kollegen, stärker die digitale Ratspost zu nutzen und lieber auf dem Weg Kosten zu sparen.

Von Sven Sokoll


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