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Backsteinrot ja, Holzzaun nicht mehr in jedem Fall: Mardorf passt die Gestaltungssatzung den Gegebenheiten an.

Backsteinrot ja, Holzzaun nicht mehr in jedem Fall: Mardorf passt die Gestaltungssatzung den Gegebenheiten an.
© Kathrin Götze

Neustädter Land

Ortsräte denken über Gestaltungsregeln nach

Rote Ziegel, Klinker und Holz bestimmen noch vielfach das dörfliche Erscheinungsbild. Die zugrunde liegenden Gestaltungssatzungen sind aber in manchen Dörfern nicht mehr zeitgemäß. Die Ortsräte in Mardorf und Bordenau streben Änderungen an.

Mardorf/Bordenau.  Rote Ziegel, hölzerne Zäune: Passen die Gestaltungsvorschriften mancher Dörfer noch in die Zeit? Aktuell beschäftigen sich zwei Ortsräte mit dem Thema, und zwar auf unterschiedliche Weise. 

Mardorf soll harmonisch bleiben

Der Ortsrat Mardorf hat sich die Mühe gemacht, das Regelwerk anzupassen, das ursprünglich 1983 entstanden ist und seitdem zweimal überarbeitet wurde. Statt einheitlichem Backsteinrot wollen die Mardorfer künftig bei Fachwerkwänden auch verputzte Gefache in Weiß und hellen Erdfarben zulassen. Insbesonderen bei den Zäunen habe man nachbessern müssen, berichtet Ortsbürgermeister Hubert Paschke. Erlaubt sind bislang vor eigentlich nur Holzzäune, Hecken oder Mauern.  

Über viele Jahre habe aber niemand auf die Einhaltung der Vorschriften geachtet, so dass jetzt an vielen Stellen beispielsweise Metallzäune in den unterschiedlichsten Ausführungen stehen. Der Ortsrat schränkt nur noch ein, dass sie anthrazitgrau oder moosgrün sein sollen. Ausdrücklich unerwünscht sind der neuen Fassung nach baustahlmatten, Bauzäune, Jägerzäune, Stacheldrahtzäune sowie mobile Systeme und geschlossene Sichtschutzelemente. Es gehe nicht darum, jetzt Rückbauten zu veranlassen, sagt Ortsbürgermeister Paschke. „Aber in Zukunft sollten wir schon besser darauf achten, dass das Ortsbild harmonisch bleibt.“

Bordenau will volle Freiheit 

Das sieht Bordenaus Ortsbürgermeister Harry Piehl ganz anders: Bereits zum zweiten Mal haben er und seine Ortsratskollegen gemeinsam beschlossen, die örtliche Gestaltungssatzung ersatzlos zu streichen. Die Stadtverwaltung hat jetzt erneut davon abgeraten und den Politikern nahe gelegt, die Satzung stattdessen lieber zu überarbeiten und den modernen Bedürfnissen anzupassen. 

Ortsbürgermeister Harry Piehl  sieht darin wenig Sinn: Selbst der historische Ortskern um die Kirche herum biete längst nicht mehr das einheitlich ländlich-backsteinrote Bild, das den Verfassern der Satzung vorgeschwebt haben mag. Und auch entlang der wichtigsten Durchfahrtsrouten Steinweg, Frielinger und Bordenauer Straße sind Häuser in mannigfaltiger Fassaden- und Dachgestaltung zu finden. „Manche stammen noch aus der Zeit vor der Satzung, andere sind eben nach neuen energetischen Vorschriften verkleidet – das noch zu klinkern, kann und will sich auch nicht jeder leisten.“

Der Ortsrat werde sich in seiner Sitzung im Januar noch einmal mit dem Thema befassen. Wie die Kollegen entscheiden, könne er noch nicht sagen, so Piehl. „Ich bleibe aber dabei, dass wir diese Satzung nicht mehr brauchen.“ Notfalls könne man für Neubaugebiete immer noch Regeln entwerfen.

Von Kathrin Götze


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  • ... von der Fläche her die neuntgrößte Stadt Deutschlands, 1,5-mal so groß wie Hannover
  • ... mit dem Stadtteil Mardorf am Steinhuder Meer ein beliebtes Ziel von Touristen
  • ... Heimat der überregional bekannten Bauwerke Schloss Landestrost und Kloster Mariensee
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