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Nachrichten Gut 300 kommen zur Typisierungsaktion
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Gut 300 kommen zur Typisierungsaktion
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00:20 19.09.2018
Saleh Ali (links) im Gespräch mit Rainer Bischoff, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken. Ali hofft, dass eine Knochenmarkspende seinem kleinen Sohn Rohat helfen kann. Quelle: Kathrin Götze
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Neustadt

Mit diesem Zulauf hatten die Initiatoren nicht gerechnet. Mehr als 300 Neustädter ließen sich am Wochenende in Neustadt in das norddeutsche Knochenmark- und Stammzellenspender-Register (NKR) aufnehmen. Traurige Aktualität bekam die Aktion, weil ein Neustädter Kind möglicherweise bald dringend auf eine Spende angewiesen ist.

Der kleine Rohat ist erst neun Wochen alt, er hat eine seltene Form des Blutkrebses, die in der Familie vererbt wird. Sein Vater Saleh Ali (28) spielt in der 1. Herrenmannschaft des STK Eilvese Fußball. Sowohl der STK als auch Alis ehemaliger Verein, Wacker Neustadt, mobilisierten am Wochenende zahlreiche Sportler und Fans, sich an der Aktion zu beteiligen. Der besorgte Vater kam am Sonntag mit einigen weiteren Teilnehmern zum Registrierungszelt auf dem Parkplatz vorm Balneon.

Martin Jastrow vom Norddeutschen Knochenmarkspender-Register begrüßt neue Teilnehmer. Quelle: Kathrin Götze

„Rohat wird in der MHH behandelt“, berichtete er, „im Moment ist sein Immunsystem im schlechten Zustand, aber sie haben ein Medikament gefunden, um ihn für 12 bis 14 Wochen zu stabilisieren.“ Parallel laufe im weltweit vernetzten Register die Suche nach einem geeigneten Knochenmarkspender, einem so genannten „genetischen Zwilling“, der möglichst viele identische Eigenschaften aufweist, damit die Übertragung der Stammzellen gelingen kann. „Eltern können da oft nicht helfen, Geschwister sind meist besser geeignet“, sagt NKR-Mitarbeiter Martin Jastrow. Rohat ist allerdings das erste Kind seiner Eltern, die nun auf einen Fremdspender hoffen.

Und die Neustädter haben die kleine Mühe nicht gescheut, um seine Chancen zu verbessern. Mit einem Wattestäbchen streichen die Teilnehmer an ihrer Mundschleimhaut entlang, lassen es dann noch eine halbe Minute lang im Mund stecken, damit der Schleimhaut-Abstrich auch gut verwertbar ist. Dann noch das Formular ausfüllen, fertig ist die Bewerbung als Lebensretter. Die Spender werden ins Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland aufgenommen, das weltweit mit anderen Registern vernetzt ist.

Thorsten und Lennart Lange haben das Teststäbchen schon im Mund, Petra Lange (rechts) zögert noch. Lea Rettberg von den Stadtwerken hat mit vielen Kollegen eine Wochenendschicht eingelegt. Quelle: Kathrin Götze

Viele Neustädter machen mit. „Wir wollten das schon lange tun, und hier wird es einem einfach gemacht“, sagte etwa Thorsten Lange aus Poggenhagen, der gemeinsam mit seiner Frau Petra und seinem Sohn Lennart an der Aktion teilnimmt. Während die Familie im Zelt sitzt und das Formular ausfüllt, stehen schon die nächsten Spender Schlange.

Saleh Ali ist beeindruckt: „Toll, dass so viele helfen wollen. Ich danke den Stadtwerken für die Aktion, und den Neustädtern und den Vereinen für die Unterstützung“, sagt er.

Von Kathrin Götze

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