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Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Sieben Steine erinnern an sieben Schicksale
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00:19 28.09.2018
Gunter Demnig (rechts) verlegt die goldfarbenen Steine vor dem Haus in der Wallstraße 3. Quelle: Bernd Haase
Neustadt

Zweimal hat der Berliner Künstler Gunter Demnig in der Vergangenheit schon insgesamt 16 goldfarbene Stolpersteine in der Kernstadt verlegt, die an die Schicksale früherer jüdischer Bewohner erinnern. Am Dienstag war er zum dritten Mal vor Ort. „Dieses ist eine wichtige Veranstaltung – gerade in dieser Zeit, in der Dinge passieren, für die wir uns schämen und die wir bekämpfen müssen“, betonte Bürgermeister Uwe Sternbeck in Anspielung auf Demonstrationen mit rechtsradikaler Beteiligung wie etwa in Chemnitz und Dortmund.

Demnig legte zunächst fünf Steine mit eingravierten Namen und Lebensdaten der Verfolgten in das von städtischen Mitarbeitern passend aufgestemmte Pflaster vor das Haus in der Wallstraße 3. Dort hatten der Altwarenhändler Hermann Birkenruth mit seiner Frau Johanna und den beiden Kindern sowie Albert Wildau gelebt. Das Haus wurde in Pogromnacht von Neustädter Nationalsozialisten geplündert und verwüstet. Hermann Birkenruth musste eine Zeit im Konzentrationslager Buchenwald verbringen und konnte nach seiner Entlassung mit seiner Familie nach England fliehen. Wildau wurde ins lettische Riga deportiert und dort getötet. Zwei weitere Stolpersteine in der Leinstraße 21 erinnern seit Dienstag an Erich und Gertrud Meinrath, die eine Schlachterei betrieben hatten. Auch das Ehepaar wurde nach Riga verschleppt und ermordet.

Diese persönlichen Schicksale hat der Arbeitskreis Regionalgeschichte um den Historiker und Autor Hubert Brieden erforscht. Zehnt- und Elftklässler der Kooperativen Gesamtschule behandelten die Ereignisse, die sich vor 80 Jahren in Neustadt abspielten, im Religionsunterricht. Sie waren bei der Stolperstein-Verlegung dabei, lasen kurze Texte und legten weiße Rosen nieder. „Ich finde es toll, dass sich junge Menschen mit dem Thema auseinandersetzen“, sagte Sternbeck und wies auf die am 4. November anstehende Einweihung des Mahnmals für die Opfer der Judenvernichtung hin: „Das Wort mahnen ist passend für das, was aktuell angebracht ist.“

Von Bernd Haase

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