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Nachrichten Schloss wird Schauplatz von Militärübung
Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Schloss wird Schauplatz von Militärübung
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00:18 02.08.2018
Joint Cooperation: Das Schloss Landestrost wird im November zum Schauplatz von Militärübungen. Quelle: Benjamin Behrens
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Neustadt

Die Vorarbeiten laufen schon: Erkundungstrupps sind in Steyerberg, Hoya, Neustadt und anderen Kommunen rund um Nienburg unterwegs, um eine internationale militärische Großübung vorzubereiten, die vom 9. bis 16. November dauern soll. In diesem Jahr kommt dabei auch dem Schloss Landestrost in Neustadt eine Rolle zu: Es soll die Kulisse für einen Teil der „Joint Cooperation“-Übung abgeben. „Im Zuge militärischer Konflikte ist oft auch die Zerstörung bedeutender Kulturgüter zu beklagen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Zentrums Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr (ZMZ) mit Sitz in der Nienburger Clausewitz-Kaserne.

Soldaten aus verschiedenen Ländern nehmen an einer Planungskonferenz teil. Quelle: Hoerhold/Bundeswehr

Das Schloss werde im gespielten Übungsverlauf von Plünderung und Verwüstung bedroht. Anja Römisch, Geschäftsführerin der Stiftung Kulturregion, wirkt als eine von zahlreichen Rollenspielern beim Übungsszenario mit. Sie verweist auf eine Belagerung der Festungsanlage im Dreißigjährigen Krieg: Damals griffen die Truppen des Feldherrn Tilly Stadt und Festung an, nach kurzer Belagerung ergaben sich Stadt und Schloss den kaiserlichen Truppen, die erst Jahre später wieder vertrieben werden konnten. Heute gehe es im Schloss Landestrost friedlicher zu, weshalb der Festungscharakter der Anlage oft übersehen werde, sagt Römisch, „ich freue mich daher, dass im Rahmen einer militärischen Übung der Ernstfall einer Bedrohung und Zerstörung erprobt werden kann.“

Das Übungsszenario spielt im fiktiven Staat Framland, der nach politischen und wirtschaftlichen Krisen auch noch von Naturkatastrophen heimgesucht wird. Schließlich bedrohen marodierende Banden die Kulturschätze. In die Übungsszenarien würden vielfach zivile Darsteller eingebunden, die nach festem Drehbuch ihre Rollen als Bewohner des bedrohten Landes, oder auch als Plünderer, zu spielen haben. Römisch übernimmt die Rolle als Geschäftsführerin, die sich hilfesuchend an die NATO wendet, weil eine (fiktive) militante Organisation mit Anschlägen auf das Schloss droht.

Mit Panzern im Schlosshof müssten die Neustädter wohl nicht rechnen. „Es wird in diesem Szenario eher darum gehen, hinzufahren, Gespräche zu führen und zu vermitteln“, sagt Ulrich Baade, Pressesprecher des ZMZ. Wie genau das alles vor sich gehe, werde noch entwickelt. „Es kann passieren, dass beispielsweise eine Demonstration nachgestellt wird“, sagt Baade. Er schildert ein Beispiel, als eine Motorradtruppe der Feuerwehr durch Nienburgs Innenstadt rollte, um eine marodierende Truppe darzustellen. So etwas bekomme die Bevölkerung dann natürlich mit. „Zusehen kann man schon – aber größere Menschenaufläufe hätten wir nicht so gern, auch eingreifen sollte man nicht“, sagt Baade.

Bei den Übungen werden auch Sanitäter, polizei und THW eingebunden. Quelle: Archiv Zentrum Zivil-militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr

Die „Joint Cooperation“ sei die größte Übung der Zivil-Militärischen Kooperation (oder CIMIC für Civil Military Cooperation) im Bereich der NATO, sagt Baade. Erstmals lief sie 2009 in Nienburg ab, dieses Jahr wird bereits das achte Mal. Der Übungsraum erstreckt sich rund um Nienburg über 19 Gemeinden und drei Landkreise mit einer Gesamtfläche von rund 1800 Quadratkilometern.

Von Kathrin Götze

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