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Region Neustadt am Rübenberge Nachrichten Landwirte engagieren sich für Artenschutz
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13:49 27.08.2018
Jan Schnepel aus Bevensen hat nicht so viele Blumen gesehen wie erhofft. Trotzdem ist er von dem Projekt überzeugt. Quelle: Bernd Haase
Neustädter Land

Streifen mit blühenden Blumen für Bienen und Hummeln, Stoppelbrachen für Hamster oder sogenannte Lerchenfenster sollen heimischen Tierarten mehr Lebensraum und Nahrungsquellen bieten und damit dazu beitragen, dass die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft nicht weiter zurückgeht. Auch Neustädter Landwirte beteiligen an einem Programm, das die Region, das Landvolk und die Stiftung Kulturlandpflege anbieten und finanziell unterstützen. Noch besser wäre es gewesen, wenn zusätzlich das Wetter gepasst hätte.

Landwirt Jan Schnepel aus Bevensen hat im Frühling zwei Blühstreifen angelegt, für einen davon hat er rund 8000 Quadratmeter Fläche eines Weizenfeldes umgenutzt. Statt Getreide blühen dort Sonnen- und Kornblumen, Klee, Fazelia oder Bienenweide – allerdings bei weitem nicht im gewünschten Umfang. „Die Trockenheit hat das verhindert“, sagt Schnepel. Von Blütenpracht kann nicht die Rede sein, Insekten müssen auf der Suche nach Nektar weitere Wege fliegen als erhofft.

Schnepel hat sich am Projekt „Förderung der Biodiversität“ beteiligt, einer Form des Vertragsnaturschutzes. Landwirte, die Flächen zur Verfügung stellen, bekommen im Gegenzug Ausgleichszahlungen für den Ertragsverlust. 150.000 Euro hat die Region Hannover in diesem Jahr dafür zur Verfügung gestellt; nach Angaben des Landvolks sind 90 landwirtschaftliche Betriebe mit von der Partie.

Für Schnepel reicht der Zuschuss, um den Minderertrag bei der Weizenernte auszugleichen. „Ich habe aber auch mitgemacht, weil ich die Sache an sich gut finde“, betont der 41-jährige Bevenser, der auf seinen Äckern vor allem Kartoffeln anbaut. Auch die Landwirte seien in der Verantwortung, wenn es um Naturschutz gehe und darum, das Landschaftsbild abwechslungsreicher zu gestalten. Davon, dass die Dürre nicht alle Blütenträume hat wahr werden lassen, lässt er sich nicht entmutigen – im Gegenteil: „Ich werde künftig auch Pflanzstreifen an Gräben anlegen“, kündigt er an.

Nebenerwerbslandwirt Heinrich Clausing aus Niedernstöcken gehört ebenfalls zu den Projekt-Teilnehmern. Er hat einen Blühstreifen direkt hinter seinem Wohnhaus auf einer ehemaligen Wiese eingesät. Der ist später für einige Wochen seinem Namen gerecht geworden und hat auch den erhofften Effekt erbracht. „Es brummte wie verrückt, wir haben zwischenzeitlich fast an jeder Blüte Hummeln oder Bienen gesehen“, berichtet Clausing. Das werden Region, Landvolk und Stiftung Kulturlandpflege gerne hören. Sie wollen das Projekt mindestens in den kommenden fünf Jahren fortsetzen.

150.000 Euro für Streifen und Fenster

150.000 Euro hat die Region für das Artenschutzprojekt „Förderung der Biodiversität“ zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um eine Form des sogenannten Vertragsnaturschutzes, wie er zum Beispiel auch für den Grundwasserschutz praktiziert wird. Landwirte verpflichten sich zu vorher definierten Maßnahmen und erhalten im Gegenzug Zahlungen etwa für Arbeitsaufwand oder Ertragseinbußen.

Für die Förderung der Biodiversität in der Region sind acht Punkte aufgelistet: Blühstreifen und Blühflächen für Insekten, Brachestreifen an Gewässer- und Waldrändern für Feldvögel und Insekten, Stoppelbrachen für Feldhamster, Weizenstreifen für Rebhühner, Feldlerchenfenster in Getreideschlägen, Erbsenflächen ebenfalls für Feldlerchen und für Schafstelzen sowie zwei Maßnahmen zur schonenden Bewirtschaftung von Grünland, von denen Wiesenvögel und Feldhasen profitieren sollen.

Von Bernd Haase

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